Flüchtlinge | EU will unkooperative Staaten "bestrafen"

EU setzt auf Migrationspartnerschaften mit afrikanischen Staaten

EU-Kommission will Fluchtursachen bekämpfen: Migranten und Flüchtlinge verlassen ein italienisches Schiff in Sizilien (Archiv).
1/2

EU-Kommission will Fluchtursachen bekämpfen: Migranten und Flüchtlinge verlassen ein italienisches Schiff in Sizilien (Archiv).
Foto: Keystone

EU setzt in der Flüchtlingskrise auf Migrationspartnerschaften: Asylsuchende aus Afrika verlassen ein norwegisches Schiff in der italienischen Hafenstadt Salerno (Archiv).
2/2

EU setzt in der Flüchtlingskrise auf Migrationspartnerschaften: Asylsuchende aus Afrika verlassen ein norwegisches Schiff in der italienischen Hafenstadt Salerno (Archiv).
Foto: Keystone

Quelle: SDA 07.06.16 0
Artikel teilen

Wegen Krieg und Armut fliegen viele Menschen nach Europa. Um deren Zahl zu reduzieren, will die EU-Kommission gezielte Partnerschaften mit Staaten aus Afrika und dem Nahen Osten eingehen. Länder, die nicht genügend kooperieren, sollen "bestraft" werden.

Man wolle einen "klugen Mix zwischen europäischen öffentlichen und privaten Investoren sowie internationalen Finanzinstitutionen" zustande bringen, sagte EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini am Dienstag im EU-Parlament in Strassburg.

Die EU sei bereit, "in die langfristige wirtschaftliche und soziale Entwicklung, in Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte zu investieren, um die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern und die Migrationsursachen zu bekämpfen", sagte sie weiter.

Mit massgeschneiderten "Migrationspartnerschaften" will Brüssel die Zusammenarbeit mit Staaten in Afrika und dem Nahem Osten verbessern. Die Behörde will erreichen, dass Herkunfts- und Transitstaaten Migranten und Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa aufhalten oder jene, deren Asylgesuche abgelehnt wurden, leichter wieder zurücknehmen. Hintergrund ist die mangelnde Bereitschaft mancher Herkunftsländer, ihre Bürger zurückzunehmen.

Kurzfristig will die Brüsseler Behörde solche Migrationspakte mit Jordanien und Libanon schliessen, später mit Niger, Nigeria, Senegal, Mali und Äthiopien. Ausserdem soll das Engagement der EU gegenüber Tunesien und Libyen verstärkt werden. Je nach Bedürfnis des Landes, wird die Unterstützen der EU anders aussehen.

Milliardenschwerer Fonds

Dazu will die EU-Kommission diesen Staaten mehr Geld zur Verfügung stellen. Konkret schlägt die Brüsseler Behörde einen Investitionsplan vor - ganz nach dem Vorbild des von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker lancierten EU-Investitionsfonds.

Für den neuen Fonds soll die EU 3,1 Milliarden Euro beisteuern, wodurch sich die Brüsseler Behörde mit Hilfe von Finanzinstrumenten Investitionen von 31 Milliarden Euro erhofft. Beteiligen sich die EU-Staaten daran, dann rechnet die EU-Kommission mit Investitionen von bis zu 62 Milliarden Euro. Kurzfristig soll zudem der Afrika-Fonds um eine Milliarde Euro aufgestockt werden.

"Wir schlagen eine Mischung positiver und negativer Anreize vor, um jene zu belohnen, die mit uns effizient zusammenarbeiten und um sicherzustellen, dass es Konsequenzen für jene gibt, die das nicht tun", sagte Frans Timmermans, Vizepräsident der EU-Kommission. Länder, die also nicht genügend kooperierten, müssen mit Kürzungen der Entwicklungshilfe rechnen.

EU will mehr Fachkräfte anlocken

Ausserdem will die EU-Kommission ihr "Blue-Card"-System verbessern, das 2009 eingeführt worden ist. Die "Blue Card" - analog zur amerikanischen "Green Card" - soll Fachkräften aus Drittstaaten ermöglichen, einfacher in der EU arbeiten zu können. Die EU-Staaten sowie das EU-Parlament müssten diesem Vorschlag der EU-Kommission noch zustimmen.

Aktuell hindern laut EU-Innenkommissar Dimitris Avramopolous hohe Hürden für die Anträge und parallele Systeme auf nationaler Ebene die Nachfrage nach einer "Blue Card".

Künftig sollen Inhaber einer "Blue Card" leichter in ein anderes EU-Land arbeiten gehen können und bereits von Anfang an ihre Familie mitbringen dürfen. Ausserdem soll das Recht zum langfristigen Aufenthalt schneller gewährt werden.

In der EU werde "die Zahl der Erwerbstätigen in den nächsten Jahren um 20 Millionen" zurückgehen, warb Avramopolous für seinen Vorschlag. Auf die Frage, ob die EU damit nicht dem Abfluss von Fachkräften aus ärmeren Regionen, dem "Brain-Drain", Vorschub leiste, sagte Avramopoulos, auch die Herkunftsländer profitierten von dem zeitweisen Aufenthalt qualifizierter Arbeitskräfte in Europa.

Im EU-Parlament wurden die Vorschläge aus Brüssel unterschiedlich aufgenommen. Der Vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion, Gianni Pittella, begrüsste diese. Eine positive Reaktion kam auch von der Fraktion der Europäischen Volkspartei. Kritik gab es vom Vorsitzenden der Liberalen-Fraktion, Belgiens Ex-Premier Guy Verhofstadt. Er plädierte für die Einrichtung von Aufnahmezentren in Afrika. Von einem "moralischen Bankrott" sprach die Grünen-Fraktion.

07. Juni 2016, 16:30
Artikel teilen

Artikel

Kommentare

Noch kein Kommentar

Kommentar

schreiben

Loggen Sie sich ein, um Kommentare schreiben zu können.

zum Login
Corona Infoseite

Wallis: Abgesagt oder verschoben wegen Corona

Veranstaltungen

  • Hier ansehen.
  • Newsticker
  • Meistgelesen
  • 20:00 Ab morgen ein neues News-Portal für das Oberwallis
  • 19:45 Polizei löst Party auf
  • 17:00 Eine Region – ein News-Portal
  • 16:21 Update: Flächenbrand in Törbel verläuft glimpflich
  • 12:47 Staubtrockene erste Aprilhälfte
  • 09:58 Türkischer Präsident Erdogan lehnt Rücktritt seines Innenministers ab
  1. Hotel Hirschen in Fiesch wird ein Raub der Flammen
  2. Studententheater Spiritus Sanctus
  3. 2. Schlager- & Genuss-Gaudi Grächen
  4. Jeder sechste Walliser ​​​​​​​ist konfessionslos
  5. «Ich wurde fünf Stunden lang brutal vergewaltigt»
  6. Ab morgen ein neues News-Portal für das Oberwallis
Aktuelle Verkehrsmeldungen

Kolumne | Diese Woche zum Thema:

Offene Fragen zur Corona-Pandemie

Peter Bodenmann und Oskar Freysinger schreiben bis auf weiteres im Walliser Bote.

RZ | Der ehemalige SP-Schweiz-Präsident und Hotelier Peter Bodenmann und Alt-Staatsrat und [...]

Oberwalliser Baby-Galerie

Ilaria Lou ScribanteLeonardo Richard ChastonayDavid Leo Portmann
zur Baby-Galerie
Anmeldung - WB Newsletter

Walliser Bote - Newsletter

    Täglich informiert mit dem WB-Newsletter!
  • Jetzt registrieren unter: www.1815.ch/newsletter

1815.märt - Jetzt inserieren

Hier können Sie Ihre Inserate direkt, günstig und flexibel im Walliser Bote und der Rhone Zeitung aufgeben.

Logo WalliserBote
  • Walliser Bote - Stellen
  • Walliser Bote - Immobilien
  • Walliser Bote - 5 Liber
  • Walliser Bote - Fahrzeuge
  • Walliser Bote - Diverses
  • Walliser Bote - Erotik
Logo Rhonezeitung
  • Rhone Zeitung - Inserate
  • Rhone Zeitung - 5 Liber
  • Rhone Zeitung - Baby Galerie - Kostenlos

Publikationen 2020

  • WB Publikationen 2020 [PDF]
  • RZ Publikationen 2020 [PDF]
Tweets von @1815_online
Rotten Verlag News

Kultur Wallis

    mehr

    Kursangebote

    Fehler beim laden der XML Datei

    mehr

    Das Walliser Erlebnismagazin

    Bergluft

    • Bergluft Nr. 30 [PDF]
    • Bergluft Nr. 29 [PDF]
    • Bergluft Nr. 28 [PDF]
    • Bergluft Nr. 27 [PDF]
    • Bergluft Nr. 26 [PDF]
    • Bergluft Nr. 25 [PDF]
    • Bergluft Nr. 24 [PDF]
    • Bergluft Nr. 23 [PDF]
    EU setzt auf Migrationspartnerschaften mit afrikanischen Staaten | 1815.ch
    • Login
    • ePaper
    • Babies
    • Umfragen
    • Videos
    • Bilder
    • Wetter
    • Suchen
    • 1815 Märt
    • Abo
    • Werbung
    • Newsletter
    • Impressum
    • Kontakt
    • Leser-Reporter
    Mengis Gruppe: Pomona Media AG
    Rotten Verlags AG
    Alpmedia AG
    1815.ch
    Wetter-Cam
    : °/°
    • Login
    • Abo
    • Werbung
    • Newsletter
    • Kontakt
    • Leser-Reporter
    • Babies
    • Umfragen
    • Bilder
    • Videos
    • Sie sind hier:
    • Home
    • News
    • Ausland
    • Politik
    • EU setzt auf Migrationspartnerschaften mit afrikanischen Staaten

    Sitemap

    Impressum

    NEWS

    • Wallis
    • Schweiz
    • Ausland
    • Sport

    ABONNEMENTS

    • Aboservice
    • Alle Aboangebote
    • Probeabo
    • Ferienumleitung
    • Adresse ändern

    VERLAG & SERVICES

    • Regio Info
    • RSS
    • Werbung
    • Tarifdoku: WB, RZ, 1815

    MENGIS GRUPPE

    Pomonastrasse 12
    3930 Visp
    Tel. +41 (0)27 948 30 30
    Fax. +41 (0)27 948 30 31
    • Kontakt

     

    • Mengis Druck und Verlag AG
    • Rotten Verlags AG
    • Alpmedia AG

    © 2026 Mengis Druck und Verlag AG - Alle Rechte vorbehalten | Kontakt | Impressum | Datenschutzerklärung | AGB Abo | AGB Werbung | AGB 1815.club | AGB Rotten Verlags AG

    Website by update AG, Zürich