Hotellerie | Art Furrer Hotels verkleinern ihr Imperium

Alpenrose in neuen Händen

Einig. Andreas Furrer (links) verkaufte das Hotel Alpenrose an Stefan Volken (Mitte) und Urs Hoffmann von der Volken Group respektive der Baulink AG. Die neuen Inhaber teilen sich das Objekt zu je 50 Prozent und wollen darin bis 2020 kräftig ­investieren.
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Einig. Andreas Furrer (links) verkaufte das Hotel Alpenrose an Stefan Volken (Mitte) und Urs Hoffmann von der Volken Group respektive der Baulink AG. Die neuen Inhaber teilen sich das Objekt zu je 50 Prozent und wollen darin bis 2020 kräftig ­investieren.
Foto: Walliser Bote

Quelle: 1815.ch 0

Das traditionsreiche Hotel Alpenrose wird nach einem Besitzerwechsel modernisiert und umgenutzt. Es soll neu belebt und ein wegweisendes Projekt für die Aletsch Arena werden.

34 Jahre lang war das Hotel in bester, unverbaubarer Lage im Besitz der Art Furrer Hotels. Furrer hatte den Betrieb 1984 über einen Mittelsmann von Emil Cathrein gekauft. Jetzt fand das Hotel in der Volken Immobilien AG und einer der Baulink AG nahestehenden Immobiliengesellschaft einen neuen Besitzer zu gleichen Teilen.

160 Hotelbetten

Die neuen Eigentümer planen die Modernisierung des Hauses, wobei in den Geschossen ob dem sanierten Restaurationsbetrieb 80 Hotelzimmer entstehen sollen. Das bedeutet eine Ausweitung des aktuellen Angebotes um 124 Betten. Dem ­bestehenden Gebäudekomplex südseitig vorgelagert sollen zudem in einem Neubau 15 bis 20 bewirtschaftete Wohnungen unterschiedlicher Grösse Platz finden. Der dafür benötigte Baugrund ist auf der rund 5000 m2 grossen Parzelle vorhanden. Notwendig ist dafür jedoch noch ­eine Umzonung des Terrains durch die Gemeinde. Das Vorprojekt liegt bei Gemeinde und Kanton bereits zur Prüfung auf. Der Zeitplan sieht vor, im Frühjahr 2019 mit der Realisierung beginnen zu können.

Neue Impulse setzen

Die neuen Besitzer sind von ihrem Konzept überzeugt. Sie wollen damit für die Riederalp und das ganze Aletsch-Plateau neue touristische Impulse setzen. Impulse, die angesichts der stagnierenden Situation im Tourismus notwendig seien. «Wir sind deshalb sehr zuversichtlich, dass die Gemeinde dazu Ja sagt», zeigen sich Stefan Volken und Urs Hoffmann, die CEOs der Volken Group sowie der Baulink AG, einig. Die Baulink ist eine national tätige ­Generalunternehmung mit Hauptsitz in Davos. Seit sechs Jahren betreibt sie in Naters auch einen Walliser Ableger.

Das eingereichte Projekt fundiert auf vorgängigen Abklärungen mit den Behörden, aber auch auf den Berechnungen der idealen wirtschaftlichen Grösse. «Sie sollen die ­Basis für einen nachhaltig ge­sicherten Betrieb darstellen», sagt Volken. Das Ziel der neuen Besitzer besteht darin, die touristische Attraktivität des Standortes ganzjährig deutlich zu verbessern und neue Impulse auszulösen. Dazu gehört ein Angebot, das auch die Vermarktung von grösseren Gruppen ­zulässt.

Hohe Investitionen

Geplant sind von den neuen Besitzern, deren Kerngeschäft für beide die Baubranche ist, Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe. Auf einen näheren Kostenrahmen wollten sie zum gegebenen Zeitpunkt nicht näher eintreten. Für die Volken Group ist es das erste Mal, dass sie als Mitbesitzerin in den Bau eines Hotelprojektes investiert. Die Baulink besitzt national diverse Hotelbeteiligungen. «Wir haben damit auch beste Beziehungen zu Betreibern, die eine einheitliche Führungs- und Betriebsstruktur garantieren können», sagt Hoffmann. Aus dieser Warte kamen denn auch ­diverse Vorgaben, die ins Baukonzept einflossen. Hoffmann wie Volken freuen sich auf das gemeinsame Projekt, das sie als Herausforderung bezeichnen und das auch Risiken beinhaltet. «Aber wir sind vom Poten­zial der Aletsch-Region voll und ganz überzeugt», unterstreichen sie beide.

An die Region glauben

Das sieht auch Andreas Furrer so, Geschäftsführer und Mitbesitzer der Art Furrer Hotels. «Die Aletsch-Region ist ein schlummernder Vulkan, ein Diamant. Er muss nur richtig geschliffen werden.» Furrer selbst will das in Eigenverantwortung nicht mehr im Masse der letzten 30 Jahre tun. «Deshalb bin ich froh und dankbar, in den beiden Käufern jemand gefunden zu haben, der bereit ist, in die Region zu investieren. Uns hätte für die dringend notwendigen und umfassenden Investitionen ins ‹Alpenrose› das nötige Kleingeld ­gefehlt», sagt er unumwunden. Furrer sieht, abgesehen von den fusionierten Bahnen, im touristischen Angebot der Aletsch Arena von den privaten Betreibern bis hin zur allgemeinen ­Infrastruktur ohnehin einen gewaltigen Nachholbedarf. «Dafür braucht es Leute wie Volken und Hoffmann, die an die Region glauben und zu Investitionen darin bereit sind», sagt ­Furrer.

Art Furrer Hotels zurück zu den Wurzeln

Die Art Furrer Hotels selbst sieht Andreas Furrer derweil auf dem Weg zurück zu den Wurzeln. Das heisst, dass sich die von Art Furrer aufgebaute Dynastie nach dem Verkauf des Hotels Jungfrau auf der Fie­scheralp, dem Verkauf der Furri-Hütte auf der Bettmeralp und dem jetzt erfolgten Verkauf des «Alpenrose» auf der Riederalp auf das Art Furrer Resort, das Hotel Bergdohle und den Betrieb auf der Riederfurka konzentriert. Das vorherige Konstrukt habe zu einer Verzettelung der Kräfte geführt, die er nicht mehr habe mittragen wollen, sagt Andreas Furrer. «Ansonsten ist es jetzt unser Part, interessierten Investoren die besten und schönsten Lagen, an welchen unsere Betriebe liegen, zur Verfügung zu stellen.» Es sei das grösste Verdienst seines Vaters gewesen, hier stets weit­sichtig zu planen und die jeweiligen Akquisitionen mit genügend Bodenreserven zu tätigen. Dazu zählt etwa auch das be­willigte Hotel-Grossprojekt auf dem Grund des Art Furrer Resort, von dem die Familie Furrer schon seit Jahren spricht. Im Boot befindet sich hier bekanntlich auch der vormalige Nestlé-Chef Peter Brabeck. «Hier laufen Gespräche mit weiteren Investoren. Mehr gibt es dazu im Moment nicht zu sagen», hält Andreas Furrer fest.

Aletsch Arena braucht mehr Hotelbetten

Für Furrer ist klar, dass die Aletsch Arena «viel zu wenig Hotelbetten hat». In ihnen sieht er im Gegensatz zur veralteten und zumeist miserabel ausgelasteten Parahotellerie die Zukunft. «Diese Beobachtung kann seit bald zehn Jahren gemacht werden.» Und Furrer ­wäre nicht Furrer, hätte er in seiner sehr direkten Art nicht auch Seitenhiebe auszuteilen. So bezeichnet er den Bau des Hotels Royal vor zehn Jahren als «halb fertiges Produkt, das nur die Senioren interessiert. Das war gegen meinen Willen der grösste Fehlentscheid in der ­Geschichte der Art Furrer Hotels. Wir hätten dieses Geld besser in die Erneuerung unserer Hotels stecken sollen». Den Mitbewerbern in der Region macht er den Vorwurf, sich zu wenig zu bewegen. «So, wie es heute läuft, stehen wir am Anfang vom Ende. Umso wichtiger sind Investoren, die durch Projekte wie das ‹Alpenrose› neue Türen öffnen, durch die man gemeinsam in die Zukunft gehen kann.» Visionen und ­Zusammenarbeit Für Kooperationen mit dem künftigen Betreiber des Hotels Alpenrose zeigt er sich offen. «Wenn wir konkurrenzfähig bleiben wollen, geht das nur mit Zusammenarbeit», ist sein Tipp an die Aletsch Arena, «der es viel zu lange viel zu gut ging.» Jetzt gehe es darum, das in den letzten 30 Jahren Verpasste ­aufzuarbeiten und am gleichen Strick zu ziehen. Für die Region wären dafür neben viel Klein­arbeit auch visionäre Projekte beim Schopf zu packen. Dazu gehört aus seiner Sicht die direkte Verbindung zur Belalp – mit einer neuen Anbindung der Aletsch Arena bei Fiesch nach Bellwald. «Wenn uns das gelingt, werden wir sogar die Zermatter erschrecken», so Furrer.

Die Art Furrer Hotels werden das Hotel Alpenrose in seiner heutigen Form noch bis Ende März 2019 betreiben. Danach beginnt die Um- und Ausbauphase mit dem Ziel, den Betrieb im Herbst 2020 unter neuer Führung wiedereröffnen zu können.

tr

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