Politik | Der Staatsrat schreibt die Stelle eines Delegierten für nationale Angelegenheiten aus

Lobbyist gesucht!

Der Kanton sucht jemand, der für eine bessere «Interessenvertretung des Kantons Wallis auf Bundesebene» sorgen soll.
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Der Kanton sucht jemand, der für eine bessere «Interessenvertretung des Kantons Wallis auf Bundesebene» sorgen soll.
Foto: zvg

Quelle: WB /hbi 27.07.18 0
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Sitten | Das Wallis will sich in Bundesbern mehr Gehör verschaffen. Dazu wird die Stelle eines Delegierten für nationale Angelegenheiten geschaffen. Gesucht wird also ein Lobbyist, Teilzeitarbeit ist möglich.

Laut Duden ist ein Lobbyist jemand, der Abgeordnete für seine Interessen zu gewinnen sucht. Und so umschreibt die Regierung denn auch die Aufgaben des künftigen Mister Wallis erstaunlich offen. Die primäre Aufgabe ist natürlich die «Interessenvertretung des Kantons Wallis auf Bundesebene und interkantonaler Ebene». Also er wird eine willkommene Verstärkung für unsere Parlamentarierin und unsere Parlamentarier sein, welche hoffentlich schon bisher die Interessen des Wallis vertreten haben. Auch alle Regierungsmitglieder sind mindestens in einer interkantonalen Konferenz engagiert.

Der Lobbyist (die Stelle ist natürlich auch für weibliche Bewerberinnen offen) soll den Staatsrat, die Departemente und die Staatskanzlei in der «Lobbyarbeit generell unterstützen». Er soll das Netzwerkmanagement verstärken und die notwendigen Lobbyingstrukturen aufbauen. Ein Aufbau und die Pflege regelmässiger Kontakte zu wichtigen Akteuren (interkantonale Ebene, Bundesverwaltung, Bundesparlament, politische Parteien und Fraktionen, Organisationen, Verbände, Medien, Kantonsverwaltungen, Regierungs- und Fachdirektorenkonferenzen, Walliser Bundeskader) ist ebenso Pflicht. Er muss die Interessen des Wallis «proaktiv vertreten und im Gesetzgebungs- und politischen Entscheidprozess des Bundes frühzeitig Einfluss nehmen». Genau das machen eigentlich heute auch schon unsere Bundesparlamentarier.

Bei diesen komplexen Aufgaben versteht es sich, dass der Lobbyist mindestens über eine abgeschlossene universitäre Ausbildung (Masterniveau) oder über eine gleichwertige Ausbildung verfügen muss. Diese Voraussetzung ist ja mittlerweile für fast für jede neu zu besetzende Staatsstelle Grundvoraussetzung, ob Einschätzer bei der Kantonalen Steuerverwaltung, Gefängnisauf­seher in Granges oder Maschinist bei einem Staats-Bergbähnli. Der künftige Lobbyist muss aus seiner «langjährigen Berufserfahrung die interkantonalen sowie nationalen Strukturen und deren Funktionieren sowie deren wichtigsten Akteure kennen». In der langjährigen Karriere haben natürlich die wichtigen Entscheidungsträger mehrmals gewechselt.

Von Vorteil ist, wenn er weiss, wo den Kanton Wallis der Schuh drückt. Denn er muss mit den Herausforderungen, denen sich der Kanton Wallis in den kommenden Jahren stellen muss sowie mit den interkantonalen und Bundesdossiers, welche die kantonale Politik beeinflussen, vertraut sein. Damit bleiben nicht mehr viele auf dem Kandidatenkarussell. Er hat natürlich ein ausgeprägtes Kommunikationsgeschick, muss sehr kontaktfreudig sein. Er geht also gerne in die Beizen und fühlt sich an von der Öffentlichkeit finanzierten Apéros wohl. Denn in etwa so stellen wir Laien uns einen Lobbyisten vor. Trotzdem sollte er seinen Durst unter Kontrolle haben. Damit er im Suff erstens keine Dummheiten erzählt und zweitens sich im Umgang mit Parlamentarierinnen anständig benimmt. Und gefordert ist (wieder gemäss Stellenausschreibung) jederzeit eine Leichtigkeit im mündlichen und schriftlichen Ausdruck. Weiter muss der Lobbyist über hervorragende ­Fähigkeiten zur Analyse, Strategieentwicklung und Synthese verfügen, dynamisch und flexibel sein. Und er muss ein hervorragendes Verhandlungs- und Organisationsgeschick haben.

Oberwalliser starten für einmal in der Poleposition. Denn der Lobbyist muss deutscher Muttersprache (also Wallisertitsch, denn bis ein Grüezi weiss, wie das Wallis tickt, ist selbst die jetzige Regierung nicht mehr im Amt) oder perfekt bilingue sein (mindestens Bilingue-Niveau Christophe Darbellay, idealerweise sogar [Sprach-]Niveau Oskar Freysinger!). Deutsch ist logisch, denn mit Französisch kommt er im Gegensatz zu Sitten in Bern nicht allzu weit. Er muss aber in jedem Fall gute Kenntnisse der zweiten Amtssprache haben. Sein Walliser Dialekt sollte aber nicht zu hart sein, denn sonst werden ihn die meisten Deutschschweizer nicht verstehen. Idealerweise spricht er auch Italienisch, denn es gibt auch italienischsprachige Abgeordnete.

Die Stelle war im gestrigen Amtsblatt mit einem Pensum von «50 bis 100 Prozent» ausgeschrieben. Bewerben kann man sich bis am 31. August 2018. Auf einer Internet-Jobseite für Kaderleute steht auch das Lohnprofil. 80 000 bis 100 000 Franken, wird wohl eher bei einem Pensum von 50 Prozent sein. Starten soll der Lobbyist übrigens am 1. November. Der Mann (oder die Frau) muss nicht nur ein Supermann sein, er ist auch ein Glückspilz. Denn der erste Arbeitstag ist schon ein freier Tag…

Herold Bieler
27. Juli 2018, 15:53
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