Infrastruktur | Bau der Visper Eissport- und Eventhalle zeitlich und kostenmässig auf Kurs
Lonza Arena in Visp nimmt allmählich Gestalt an
Optimistisch. Projektleiter Norber Zuber: «Wir sind voll auf Kurs.»
Foto: Walliser Bote
Visp | Laut Projektleiter Norbert Zuber ist der Bau der Lonza Arena voll auf Kurs. Es gebe weder Verzögerungen noch Kostenüberschreitungen. Bis Ende Jahr soll der Rohbau samt Hülle fertiggestellt sein.
Die Arbeiten laufen auf Hochtouren. Nicht weniger als rund 50 Arbeiter sind seit dem Spatenstich vom 5. März 2018 täglich im Einsatz, um den ehrgeizigen Zeitplan einzuhalten. Die Eröffnung ist auf den 4. September 2018 angesetzt.
«Erklärtes Ziel ist, den Rohbau samt Hülle bis Ende Jahr abzuschliessen, sodass der Innenausbau im Winter nicht durch Schneefall beeinträchtigt wird», so Projektleiter Zuber. Und natürlich keine Unfälle zu haben.
Walliser Unternehmen kommen zum Zug
Der Rohbau ist schon weit fortgeschritten, wie ein Blick auf die Baustelle zeigt. Nach und nach nimmt die Tribüne Form an. Die Fertigelemente aus Beton stammen aus Deutschland.
Derweil wurden die meisten Aufträge an Unternehmen aus der Region vergeben. Schliesslich hat die Frutiger AG als Totalunternehmer in Aussicht gestellt, so wenig Arbeiten wie möglich von Auswärtigen ausführen zu lassen. Das bisherige Auftragsvolumen beträgt rund 20 Millionen Franken. «77 Prozent davon wurden an Walliser und 57 Prozent an Oberwalliser Unternehmen, insbesondere aus dem Raum Visp, vergeben», bilanziert Zuber.
Ein so grosses Stadion zu bauen, ist für den Projektleiter eine spannende Aufgabe. «Ich konnte zwar für die Gemeinde schon Sportbauten und viele andere interessante Projekte verwirklichen, aber das hier ist eine ganz andere Herausforderung. Zugute kommt uns, dass die Frutiger AG bereits Erfahrungen im Stadionbau hat. So hat sie etwa die Ilfishalle der SCL Tigers in Langnau realisiert.»
Bauen auf «littigem» und sandigem Boden
Die wohl grösste Hürde bei diesem Projekt war die Stabilisierung des Untergrunds. «Bereits bei der Planung – wir hatten Probebohrungen bis 30 Meter in die Tiefe gemacht – zeigte sich, dass wir es hier mit «Litta» und sandigem Boden zu tun haben. Das ist kein Visper Problem, sondern im Talgrund nahe des Rottens gang und gäbe», erklärt Zuber. Man habe alles unternommen, um zu verhindern, dass es später zu unerwünschten Setzungen und damit Rissen in der Bausubstanz komme. Im Weiteren mussten die strengen Vorgaben für die Erdbebensicherheit eingehalten werden. Die Rede ist hier von einem dichten Netz aus Pfählungen, die teilweise bis zu 36 Meter tief im Boden verankert sind und damit für die nötige Stabilität sorgen. Laut Zuber kam es dabei zu keinen Überraschungen: «Probebohrungen sind ja nicht unbedingt zu 100 Prozent repräsentativ. Das Risiko lag hier voll bei der Gemeinde als Bauherrin.»
Gerücht um Kostenüberschreitung dementiert
Indessen ist nicht die Gemeinde, sondern die Frutiger AG als Totalunternehmer für die Einhaltung des Kostendachs von 32 Millionen Franken verantwortlich. Für Visp gibt es somit kein Risiko, plötzlich für unvorhergesehene Mehrkosten aufkommen zu müssen. Diese müsste dann die Frutiger AG übernehmen, insofern sie auf zusätzliche Bestellungen zurückzuführen sind. Gerüchten zufolge soll es bei dem Grossprojekt schon jetzt zu Kostenüberschreitungen gekommen sein. Was Gemeindepräsident Niklaus Furger entschieden dementiert: «Das ist schlicht und einfach eine Falschinformation. Wir sind zurzeit im Budget drin. Alles läuft nach Plan.» Offen ist derweil noch, ob die Gemeinde mit Zustupfen aus dem kantonalen Sportgesetz beziehungsweise dem Nationalen Sportanlagenkonzept (NASAK) des Bundesamtes für Sport rechnen kann. Beides ist zurzeit noch in der Schwebe, weshalb Furger nicht kommunizieren möchte, um welche Grössenordnung es bei diesen Fördergeldern geht.
Wie diese Gelder dann eingesetzt würden, ist ebenfalls noch nicht geklärt. Furger: «Vielleicht könnte man damit noch die eine oder andere sinnvolle Optimierung vornehmen. Ein Teil würde aber sicher dafür eingesetzt, um die Schulden zu verringern.» Die Lonza Arena hat für Visp eine Neuverschuldung von 19 Millionen Franken zur Folge.
Offener Balkon statt Loge hinter Glaswand
Im Zuge des Optimierungsprozesses hat es auch schon gewisse Änderungen gegeben, wie Zuber erklärt: «Die Idee mit der Loge im zweiten Stock haben wir wieder verworfen. Die Zuschauer wären da vor einer schallgeschützten Glaswand gestanden, was der Stimmung eines Hockeymatchs nicht gerade zuträglich gewesen wäre. Neu setzen wir auf eine Art Balkon, mit offener Sicht nach vorne.» Das Ganze nenne sich «Dine and View», sprich man könne gemütlich dinieren und dabei ein Hockeyspiel verfolgen.
Zudem wird im Erdgeschoss neu ein Sportbistro errichtet. Eigentlich wäre dort Ochsner Sport als Mieter vorgesehen gewesen. «Daraus wird aus verschiedenen Gründen nichts. So sind wir auf die Sportbar gekommen, die ebenfalls eine Bereicherung für die Halle darstellt», so Zuber.
Abgeändert wurde schliesslich auch das Raumprogramm bezüglich der Garderoben für das Fanionteam sowie die Nachwuchsmannschaft. Stolz führt Zuber im Untergeschoss durch den jetzt ziemlich üppig gestalteten Garderobentrakt. Ausreden fürs Verlieren sollte es dann jedenfalls keine mehr geben.
Keine Reklamationen von Anwohnern
Die diversen Verbesserungen haben keine Auswirkung auf das Kostendach, wie Zuber ergänzt: «Die vorgenommenen Optimierungen sind im per Urversammlung verabschiedeten Rahmenkredit in Höhe von 35,5 Millionen Franken einkalkuliert.» Man sei sowohl kosten- und qualitätsmässig wie auch zeitlich voll auf Kurs. Ferner gebe es punkto Staub- und Lärmbelastung bisher auch keine Probleme mit den Anwohnern. Man habe mit diesen ein gutes Einvernehmen und bislang noch keine Reklamationen erhalten.
Martin Kalbermatten








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