Wahlen | Der Unterwalliser FDP-Mann kündigt Angriff auf Rieders Sitz an 

Nantermod träumt von zwei welschen Ständeräten

Gute Idee? Philippe Nantermod: «Ich zähle nicht auf die Oberwalliser.»
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Gute Idee? Philippe Nantermod: «Ich zähle nicht auf die Oberwalliser.»
Foto: Keystone

Quelle: 1815.ch /dab 0

Philippe Nantermod, FDP, hat im Oberwallis wenig zu gewinnen. Und offenbar nichts zu verlieren. Er sagt Beat Rieder den Kampf an. Und spricht dem Oberwallis den Anspruch auf einen Ständeratssitz ab.

Philippe Nantermod will am 20. Oktober als Walliser FDP-Nationalrat wiedergewählt werden. Und er will auch in den Ständerat. Das Besondere an dieser Doppelkandidatur: Im Rennen ums Stöckli ist er – neben der Exoten-Kandidatin Jaqueline Lavanchy – der einzige Kandidat ohne Listenpartner aus dem Oberwallis. Ein Umstand, der dem jungen Spitzenkandidaten ganz offensichtlich egal ist.

«Für meine Wiederwahl zähle ich nicht auf die Oberwalliser», sagt er dem «Nouvelliste» in einem Video-Interview. Nantermod spricht aus Erfahrung. Von seinen stolzen 30 253 Stimmen holte er vor vier Jahren nur deren 587 im Oberwallis; also nicht einmal zwei Prozent. Nantermod hat östlich der Raspille nichts zu verlieren.

Komplex der Radikalen

Eine Ausgangslage, die den Anwalt zu beflügeln scheint. Im Interview macht er deutlich, auf wen er es bei den Ständeratswahlen abgesehen hat. «Ich greife Beat Rieder an. Nicht Marianne Maret.» Nach Nantermods Rechnung sei es zwangsläufig der Oberwalliser Kandidat, der strauchelt, wenn im Unterwallis plötzlich zwei Anwärter gleichauf wären. Und auch, dass er und die CVP-Kandidatin Maret beide aus dem «unteren» Unterwallis und sogar aus der gleichen Gemeinde (Troistorrents) kommen, ist in Nantermods Augen kein Problem. «Die Oberwalliser machen noch gerade 21 Prozent der Walliser Wählerschaft aus. Zwei Unterwalliser Ständeräte wären daher eigentlich gar nicht abwegig.» Das Oberwallis, so lassen sich Nantermods Aussagen interpretieren, ist im Ständerat lange genug übervertreten gewesen. Und diese Zeit soll nun vorbei sein.

Nantermods Worte sind typisch für die FDP, die sich grossmehrheitlich um das Oberwallis zu foutieren scheint. Und die Kampfansage geht auch auf einen tief sitzenden Komplex der welschen Radikalen zurück. Historisch verstehen sie sich als Gegenpart zum (katholischen) Konservatismus, dass sie einst von den Oberwallisern dominiert worden sind, schwirrt immer noch durch ihre Köpfe. FDP-Urgestein und Historiker Philippe Bender hat das an dieser Stelle schon mehrfach erläutert. Nur: Anders als Nantermod will Bender die beiden Kantonsteile zusammenbringen. Als Verfassungsrat plädiert er dafür, eine Oberwalliser Sitzgarantie für den Ständerat in der neuen Kantonsverfassung festzuschreiben.

David Biner

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