Sicherheit | Quartierpolizei-Einsatz in Visp geht zu Ende. Polizeichef zieht erste Bilanz
«Es braucht einen zweiten Durchgang»
Bürgernähe. Die Visper Polizei ist mit einem mobilen Polizeiposten im Einsatz in der Sonnenstrasse (Visp West).
Foto: zvg
Die Visper Gemeindepolizei war von Mai bis September erstmals mit mobilen Posten in verschiedenen Quartieren unterwegs, um die Anliegen der Menschen vor Ort zu erfahren. Letzten Donnerstag endete die erste Saison der Quartierpolizei. Nächstes Jahr soll das Projekt erneut durchgeführt werden.
«Die Leute freuen sich, wenn wir mit einem mobilen Polizeiposten ins Quartier kommen», sagt Daniel Bürki, Leiter Sicherheit der Gemeinde Visp. So komme man ins Gespräch. Es könne aber auch sein, dass Anwohner in einem Aussenquartier einfach froh sind, dass die Polizei da ist, auch wenn sie die Polizisten nicht ansprechen. Hinter dem Einsatz steckt laut Medienmitteilung der Gemeindepolizei auch die Idee, die präventiven Patrouillen durch die Mithilfe der Bevölkerung gezielt auf die erkannten Problemfelder anzusetzen und Schwerpunktkontrollen an exponierten Örtlichkeiten durchzuführen.
«Interesse variiert je nach Ort»
Das Interesse der Passanten variiere je nach Örtlichkeit: «Es sind vielleicht zwischen zwei und 30 Personen, die uns ansprechen. Wir waren mit den mobilen Posten gezielt in ganz Visp unterwegs, um zu sehen, wo es sich vom Interesse her lohnt, vor Ort zu sein. So können wir die Durchführung im nächsten Jahr noch gezielter planen.» So war man etwa beim Schwimmbad, in den Kleegärten, beim Schulhaus Sand, im Chatzuhüs, in Visp West oder beim Schulhaus und beim Einkaufszentrum in Eyholz im Einsatz.
Im Winter würde die Aktion genauer analysiert, aber für gewisse Erkenntnisse brauche es noch einen zweiten Durchgang. Die Form der Präsenz bleibe dabei aber bestehen: VW-Bus-Einsatzfahrzeug, Stehtisch, Sonnenschirm und Informationsmaterial zu Themen wie Einbruchsicherung, Kriminalitäts- oder Verkehrsprävention.
Kleinere Probleme
Oft seien es die kleineren Dinge, welche den Leuten wichtig sind, die sie beschäftigen und die sie dann der Polizei gegenüber ansprechen, wenn sie, weil die Polizei vor Ort ist, die Gelegenheit dazu haben, so Bürki weiter. «In der Sonnenstrasse wurde uns etwa ein Loch in einer Strasse in der Nähe gemeldet, das Radfahrer behindern könnte. Da kam es gerade gelegen, dass wir da standen. Wer weiss, ob die Person uns sonst auch kontaktiert hätte.» Und weiter: «Durch unsere mobilen Polizeiposten haben wir Zeit, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen, Anliegen aufzunehmen und Massnahmen in die Wege zu leiten.»
Solche Alltagsprobleme seien typisch für diese Art des Polizeieinsatzes. Es werde einem vieles zugetragen, aber meistens gehe es nicht um grosse kriminelle Angelegenheiten: «Diejenigen, die zum Beispiel jemanden herumschleichen sehen und Angst haben, es könnte sich um einen Einbrecher handeln, die kontaktieren in der Regel die Polizei. Aber wenn sie etwas nervt, denken die Leute manchmal, dass ihr Anliegen nicht wichtig sei.» Genau deshalb rücke man aus, weil man diese Dinge sonst vielleicht gar nicht mitbekomme: «Auch Leute, die sich mit ihren kleineren Problemen vielleicht manchmal von der Polizei vernachlässigt fühlen, erreicht man unter Umständen genau so, wenn man raus in die Quartiere geht. Das nennt man bürgernahe Polizeiarbeit: nicht warten, sondern aktiv werden.» Es gehe letztlich darum, die Polizei für die Bürger greifbar zu machen.
Einer der zwei Gemeindepolizisten, die am Donnerstagnachmittag mit ihrem mobilen Posten beim Pulverturm im Litterna-Quartier stehen, ist überzeugt von der Aktion, denkt aber, dass die Quartierpolizei in grösseren Städten besser ankommt und mehr bewirkt, weil der Bedarf in einem solchen Umfeld grösser ist. Bürki kennt das Projekt Quartierpolizei aus seiner Zeit in Olten: «Ob es hier bei uns auch zum Erfolgsmodell wird, wird sich zeigen. Jetzt müssen wir erst einmal ein eingehenderes Resümee ziehen.»
Marcel Theler








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