Archäologie | Beginn erste Bauetappe beim Seniorenzentrum Naters – wegen Archäologie Sitzung mit Kanton einberufen
Baustart trotz Ungewissheiten
Sondierungsarbeiten. Erste archäologische Untersuchungen rund ums Seniorenzentrum St. Michael fanden im Herbst statt – weitere sollen demnächst folgen.
Foto: mengis media/Alain Amherd
Naters | Nächste Woche starten die Arbeiten rund um die Erweiterung des Seniorenzentrums Naters. Archäologen des Kantons werden diese begleiten. Allfällige weitere Ausgrabungen sollen in der zweiten Hälfte Februar stattfinden.
«Wir starten mit den Arbeiten am 4. Februar wie geplant», sagt Albert Bass, Präsident der Stiftung Seniorenzentrum Naters und Zentrum Rund ums Alter. Er betont, dass vorerst der Südanbau, also der Anbau beim Haus St. Michael, in Angriff genommen wird. Archäologen des Kantons würden dabei sein, um die Arbeiten im Erdreich zu begleiten.
Denn bereits beim Aushub für das Altersheim Naters hatte man damals bedeutende archäologische Spuren festgestellt. Die Untersuchungen mussten jedoch wegen eines wetterbedingten Grundwasseranstiegs vorzeitig abgebrochen werden. Sie liessen aufhorchen, da sie trotzdem wichtige Zeugnisse für das Wissen rund um das Neolithikum im Oberwallis lieferten.
Nebst 33 Gruben stellte man etwa bei den Ausgrabungen zwei Feuerstellen und 29 Pfostenlöcher sicher, entdeckte sehr gut erhaltene Keramikscherben wie auch Steinmaterial und verbrannte Eicheln.
Sondierungen dienten zur Abklärung des Potenzials
Und im Herbst 2019 wurden erneut Sondierungen der Dienststelle für Hochbau, Denkmalpflege und Archäologie durchgeführt. Diese haben gemäss der zuständigen Archäologin keine Ergebnisse zutage gefördert, «die einem breiten Publikum präsentiert werden könnten».
Archäologische Sondierungen dienten lediglich zur Abklärung des Potenzials einer Fläche: «Sie geben punktuell kleine Einblicke in das Erdreich und dienen zur Vorbereitung des weiteren Vorgehens in der Nähe einer archäologischen Fundstelle», erklärt Archäologin Corinne Juon von der Dienststelle für Hochbau, Denkmalpflege und Archäologie. Führten diese zu relevanten Ergebnissen, also archäologischen Zeugnissen, würden die Bauarbeiten mit den Ausgrabungen koordiniert.
Esther Waeber-Kalbermatten will Vorgehen besprechen
Gemäss Juon sollen Ausgrabungen des Kantons ab der zweiten Februarhälfte durchgeführt werden. Noch im Vorfeld der Erstellung des Anbaus an das Haus St. Michael. Informationen würden der Presse danach zur Verfügung gestellt, sobald die archäologische Grabung erste Erkenntnisse zulassen würde.
Gemäss Albert Bass steht man betreffend weiteres Vorgehen in Kontakt mit dem Kanton. Es würden Diskussionen geführt. Eine Sitzung mit der zuständigen Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten sei für die übernächste Woche terminiert.
Das bestätigt die Chefin des Departements für Gesundheit, Soziales und Kultur auf Anfrage. Sie steht in engem Kontakt mit der zuständigen Archäologin und stellt in Aussicht, dass an der Sitzung das konkrete Vorgehen angesprochen und mögliche Varianten für den weiteren Verlauf geprüft würden: «Aus meiner Sicht müssen wir genau hinschauen, was für eine Bedeutung dieser Standort hat.» Es gebe Vermutungen, dass bedeutende Gegenstände im Untergrund lägen mit Hinweisen fürs Neolithikum im Oberwallis. Deshalb gelte es, das weitere Vorgehen an der vereinbarten Sitzung abzuklären.
Falls die Ausgrabungen tatsächlich relevante Funde in Aussicht stellen würden, werde die Situation neu beurteilt, sagt Bass. Geplant ist eine Bauphase von rund einem Jahr für den Anbau des Hauses St. Michael.
Was die Arbeiten für die zweite Etappe betrifft, führt Bass aus: «Für diese ist das Baugesuch noch nicht eingereicht und etwa die Parkplatzsituation ist noch nicht abschliessend geregelt.» Deshalb sei es noch verfrüht, konkrete Angaben zum aktuellen und weiteren Verlauf zu machen: «Dies wird sich erst konkretisieren nach der Sitzung mit der Staatsrätin.»
Daniel Zumoberhaus








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