Analyse | Warum sich die PDC von den Oberwalliser C-Parteien eine Scheibe abschneiden sollte

Von der Volks- zur Egopartei

David Biner, stv. Chefredaktor.
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David Biner, stv. Chefredaktor.
Foto: Walliser Bote

Quelle: 1815.ch /dab 12.01.20 0
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Natürlich hat Serge Métrailler recht, wenn er die Idee von Jean-Marie Fournier, die drei C-Sitze in der Regierung mit zwei Oberwallisern zu verteidigen, eine «théorie du carnotzet» nennt. Wenn es die Zeit je gegeben haben sollte, in der politische Schlachtpläne auf Bierdeckeln oder in Weinkellern entworfen wurden, ist diese vorbei. Dass man sich nun im Unterwallis aber ausgerechnet ans Oberwallis und die hiesige CVP klammert, sagt mehr über die Schwäche der einst stolzen PDC denn über die Stärke der «Schwarzen».

Jean-Marie Fournier, der umtriebige Unternehmer von Veysonnaz, steht für die alte CVP im Unterwallis und deren rechtskonservativen Flügel. Dessen Stärke bestand weniger in regelmässigen Messgängen in Ecône und anderswo, als in der Mobilisierung von Stimmen. Diese holten sie über ihre Kunden und Zulieferer, in den Vereinen, den Bistros und womöglich auch in den Carnotzets – der Einfluss dieser analogen Netzwerke drang durch die Clans, von den «4 Vallées» bis hinüber nach Bourg-Saint-Pierre im tiefen Entremont. Nun verschwindet dieser Teil der Partei. Ständerat Jean-René Fournier war der letzte Vertreter, der letzte Mohikaner dieses konservativen Wählerstamms.

Aus Sicht der CVP Unterwallis wäre dieser Verlust zu verkraften, wenn daraus etwas Neues entstanden wäre. Etwa wenn Moderate und Progressive, wenn die Zentristen in der Partei den alten Flügel mit neuen Ideen und Strategien verdrängt hätten. Aber das haben sie nicht. Das rechte Bein der Partei hat man sich selbst amputiert. Ohne Not, dafür mit schmerzhaften Folgen.

Der Chefarzt bei diesem Eingriff war Christophe Darbellay. Auf seinem Weg in den Staatsrat hinterliess er eine offene Wunde. Als er am Ziel seiner persönlichen Träume angekommen war, waren Maurice Tornay, Nicolas Voide oder David Théoduloz alle weg. Statt die rechten Stimmen zu integrieren, wurden sie vergrämt. Die CVP Unterwallis wurde von der Volks- zur Egopartei.

Den tiefen Fall von Yannick Buttet konnte man gerade noch abfedern mit der Wahl von Marianne Maret in den Ständerat. Nationalrätin Géraldine Marchand-Balet, die Darbellay damals gegen Théoduloz aufbaute, liess man nach einer gescheiterten Legislatur in Bern indes fallen.

Nun ist es an Joachim Rausis, dem designierten Parteipräsidenten, die CVP Unterwallis neu aufzustellen und eine passende Strategie für die Staatsratswahlen 2021 auszuarbeiten. Ein Blick ins Oberwallis lohnt sich aber auch für ihn. Hier haben es «Gelbe» und «Schwarze» geschafft, gemeinsam ein breites Spektrum abzudecken. Vom rechtskonservativen Ständerat Beat Rieder bis hin zur progressiven CSP-Vize Danica Zurbriggen: Sie alle gemeinsam passten niemals in ein Carnotzet, aber sehr wohl in eine Volkspartei.

David Biner
12. Januar 2020, 23:01
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