Bildung | Disziplinarverfahren gegen Chef der Dienststelle für Berufsbildung eingeleitet

Will Darbellay Dienstchef Pottier abservieren?

Auf Distanz. Bildungsdirektor Christophe Darbellay und Claude Pottier, Dienstchef für Berufsbildung.
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Auf Distanz. Bildungsdirektor Christophe Darbellay und Claude Pottier, Dienstchef für Berufsbildung.
Foto: Keystone

Quelle: 1815.ch /dab 26.04.19 0
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Staatsrat Darbellay will in seinem Departement Wirtschaft und Bildung verbinden. Nun kommt es in der hierfür entscheidenden Dienststelle zu einem erbarmungslosen Hahnenkampf.

Der Entscheid fällt Ende Februar: Christophe Darbellay, der Vorsteher des Departementes für Volkswirtschaft und Bildung, leitet ein Disziplinarverfahren ein gegen Claude Pottier, Chef der Dienststelle für Berufsbildung. Dies zeigen Recherchen des «Walliser Boten».

Darbellays Vorwürfe: Die Beziehungen zwischen Pottier und den Handels- und Fachmittelschulen im Kanton seien «schwierig» und die Berufsfachschulen würden die Haltung ihres Chefs als «distanziert» wahrnehmen. Weiter wird Pottier bezichtigt, seinen Laden nicht im Griff zu haben. Organisatorische Probleme werden ebenso moniert wie die Qualität der Dossiers, die aus der Dienststelle für Berufsbildung auf dem Pult von Darbellay landen.

Gemäss Informationen dieser Zeitung stört sich der Staatsrat aber vor allem an den Aussagen, die Pottier im Januar gegenüber dem Lokalsender «Canal9» gemacht hatte. Der Dienstchef wollte im Unterwallis den Pilot-Bildungsgang GESOplus (Fachfrau/-mann Gesundheit bzw. Betreuung mit integrierter Berufsmatura) kurzerhand stoppen, was bei den betroffenen Schülern und deren Eltern zu heftigen Protesten geführt hatte. Gegenüber «Canal9» begründete Pottier den geplanten Marschhalt damit, lediglich nach den Empfehlungen des Departementschefs gehandelt zu haben. Durch diese Aussage habe ihn ­Pottier aber in aller Öffentlichkeit blossgestellt, soll Darbellay getobt haben.

Darbellay hat Pottier die Leistungsprämie gekürzt

Pottier seinerseits weist die Vorwürfe entschieden zurück. Er habe im beanstandeten Interview lediglich die Wahrheit gesagt. Und das Einvernehmen mit den Mittelschulen, für die seine Dienststelle zuständig ist, sei gut. Zu diesem Schluss kommt im vergangenen November im Übrigen auch ein interner Bericht des zuständigen Inspektors.

Pottier legt nun Rekurs ein gegen Darbellays Entscheid und geht in die Gegenoffensive. Die Anschuldigungen würden nicht den Tatsachen entsprechen und allein das Verfahren würde seinem Ruf als Dienstchef unwiderruflich schaden. Pottier selbst wollte sich auf Anfrage nicht zum Verfahren äussern. Darbellay verwies seinerseits lediglich auf die allgemeinen Dienstpflichten, deren Verletzung zu einem Disziplinarverfahren führen könne.

Die Aussage-gegen-Aussage-­Situation zwischen den beiden Alpha-Männern ist für Aussenstehende schwer zu beurteilen, lässt aber Fragen offen. Reichen die vorgeworfenen Unstimmigkeiten zwischen der Dienststelle und deren Partner-Schulen sowie eine Majestätsbeleidigung am Lokalfernsehen aus, um ein Verfahren zu eröffnen? Hätte man diesen Konflikt nicht einfacher und vor allem kostengünstiger regeln können? Schon zum jetzigen Zeitpunkt sind zahlreiche Juristen sowie der Zentralverband des Staatspersonals in das Verfahren involviert.

Der Streit zwischen den beiden schwelt indes schon länger. So könnte Pottier nun von seiner Vergangenheit als kläglich gescheiterter FDP-Kandidat für den Staatsrat eingeholt werden. Er nahm sich damals eine Auszeit von mehreren Monaten. So wurden Dossiers innerhalb der Dienststelle zwangsläufig vernachlässigt. Kommt nun also Darbellays Quittung für eine ungeordnete Amtsführung? Zudem hatte sich Pottier während der Kampagne zu einem kurzen Flirt mit Oskar Freysingers Rechtsbündnis verleiten lassen. Nach dem ersten Wahlgang war der Chefbeamte dann abgeschlagen auf dem letzten Platz. Darbellays CVP verständigte sich auf den ­anderen FDP-Kandidaten Frédéric Favre, um Freysingers SVP sowie einen zweiten SP-Sitz zu verhindern. Auch hierfür dürfte Pottier nun Busse tun müssen. Darbellay wird nachgesagt, vormalige Widersacher nicht so schnell zu vergessen. Bereits im letzten Jahr setzte er die Leistungsprämie des Dienstchefs herunter. Es war ein erster Warnschuss.

David Biner
26. April 2019, 21:08
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