Naturschutz | Alpen und ihre Bewohner leiden besonders unter dem Klimawandel

Protestanlass ohne traditionelles Mahnfeuer

Ein Mahnfeuer auf der Rigi (Archiv)
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Ein Mahnfeuer auf der Rigi (Archiv)
Foto: Keystone

Quelle: SDA 0

Die Alpen-Initiative, CIPRA Schweiz und Mountain Wilderness Schweiz haben am Samstag ihren traditionellen Protestanlass gegen die Zerstörung der Alpen durchgeführt, der dieses Jahr auf Pardiel ob Bad Ragaz stattfand: Die Alpenschutzorganisationen setzten im aktuellen Hitzesommer ein Zeichen gegen die Ursachen des Klimawandels.

«Es ist allerhöchste Zeit, dass wir Massnahmen ergreifen, um die Erwärmung des Klimas zumindest zu bremsen», sagte Marina Carobbio Guscetti, Vizepräsidentin der Alpen-Initiative und Vizepräsidentin des Nationalrats auf Pardiel. Versiegte Quellen, Kühe, die auf den Alpen per Helikopter mit Wasser versorgt werden müssen: Für die Alpenschutzorganisationen nimmt das Thema «Klimawandel» angesichts des extremen Hitzesommers, der wärmsten Periode seit Messbeginn 1864, noch an Dringlichkeit zu.

Der Verkehr heizt den Klimawandel zusätzlich an: Hier ist auch der stärkste Zuwachs an CO2-Emissionen zu verzeichnen. Die Alpen-Initiative forderte, dass die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene weiter vorangetrieben und der CO2-Ausstoss auch beim Strassentransport massiv reduziert wird, indem etwa auch für Lastwagen CO2-Reduktionsziele gelten.

«Es ist aber nicht nur an der Politik, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen», so Carobbio Guscetti. «Wir alle können etwas tun: Ein wichtiger Beitrag ist der Kauf von lokal hergestellten Produkten.» Kurze Transportwege würden helfen, die Belastung für das Klima zu reduzieren. «Beim Freizeitverkehr müssen wir zudem vermehrt auf Bahn, Bus und Alpentaxi setzen», ergänzte Maren Kern, Geschäftsleiterin von Mountain Wilderness Schweiz. «Heute reisen immer noch 80 Prozent der Leute mit dem Auto in die Berge – und die Fahrten an die 'Bergfrische' dürften angesichts der zunehmenden Hitzesommer noch ansteigen».

Jedes Grad Temperaturerhöhung mit fatalen Folgen

Wie die drei Alpenschutzorganisationen auf Pardiel zeigten, sind die Alpen ein äusserst sensibles Ökosystem und leiden besonders unter der Klimaerwärmung: Die Temperaturen steigen hier doppelt so schnell an wie im globalen Durchschnitt. Der Klimawandel hat auch gesundheitliche Folgen. Für die Bevölkerung in den Alpen ist der Klimawandel durch die direkten Auswirkungen auf die Lebens- und Wirtschaftsweise und das erhöhte Risiko von Naturkatastrophen besonders stark spürbar.

«Viele Infrastrukturen sind zudem auf Permafrostböden gebaut – und diese tauen rasant schnell auf», so Kern. In heissen Sommern wie diesem steige das Steinschlagrisiko massiv an. «Jedes Grad Temperaturerhöhung hat zudem fatale Folgen für die Gletscher und die stark an ihren extremen Lebensraum angepassten Pflanzen und Tiere. Es bleibt die Flucht nach oben – soweit möglich».

Aufgrund des Feuerverbots konnte auf Pardiel kein traditionelles Mahnfeuer entzündet werden: Doch wie am Pizol versammelten sich an rund 30 Orten im ganzen europäischen Alpenraum Aktivisten. Die «Feuer in den Alpen» setzen seit 30 Jahren ein Zeichen zum Schutz des einzigartigen Natur- und Kulturerbes der Alpen. «Sie sind ein Manifest zur sorgsamen und gemeinsamen, europaweit getragenen Entwicklung in den Alpen, wider die industrielle Zerstörung und den engen, nationalen Blick», sagte Kaspar Schuler, Mitbegründer «Feuer in den Alpen» und Geschäftsführer CIPRA International.

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