Wahlen 2019 | Nationalratswahlen

Grüne gewinnen laut dritter Hochrechnung 17 Sitze

Die Wirkungsstätte. Das Bundeshaus in Bern. Hier wird die nationale Politik gemacht.
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Die Wirkungsstätte. Das Bundeshaus in Bern. Hier wird die nationale Politik gemacht.
Foto: foto wb

Quelle: SDA 0

Die Grünen sind die grossen Sieger der Nationalratswahlen. Laut der ersten Hochrechnung können sie ihren Wähleranteil um 5,6 Prozentpunkte auf 12,7 Prozent. steigern. Die Grünliberalen legen um 3 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent zu.

Die Grünen haben bei den Nationalratswahlen einen historischen Sieg errungen. Gemäss der dritten Hochrechnung gewinnen sie 17 Sitze und kommen neu auf 28 Sitze. Trotz dieses Erdrutschsiegs bleibt der Nationalrat bürgerlich dominiert.

In einigen Kantonen gehen die Gewinne der Grünen nämlich auf Kosten der SP. Diese muss den Verlust von 5 Sitzen hinnehmen und kommt noch auf 38 Sitze. Bleibt es dabei, verfügt das linke Lager aus SP und Grünen über rund einen Drittel der Stimmen im 200-köpfigen Nationalrat.

Umweltanliegen lassen sich somit nicht ohne bürgerliche Unterstützung durchsetzen. Die Grünliberalen gewinnen zwar 9 Sitze und kommen neu auf 16 Sitze, doch auch damit ist der ökologische Block noch fast 20 Stimmen von einer Mehrheit entfernt. Dennoch dürften es Umweltanliegen nach dieser Klimawahl einfacher haben.

Zünglein an der Waage

Das Zünglein an der Waage wird die CVP bleiben. Diese verliert laut der dritten Hochrechnung 3 Sitze und kommt auch noch auf 25 Sitze. Diese Rolle könnte aber vermehrt auch der GLP zukommen.

Die Kräfteverschiebung dürfte sich auch auf gesellschaftspolitische Anliegen auswirken. Ausserdem könnte die Gleichstellung von Frau und Mann mehr Gewicht erhalten. In der Sozialpolitik dagegen werden es SP und Grüne mit ihren Positionen weiterhin schwer haben.

SVP bleibt stärkste Partei

Mit Abstand stärkste Partei im Land bleibt die SVP. Sie verliert aber ihre 2015 zusätzlich eroberten 11 Mandate und kommt gemäss der Hochrechnung von gfs.bern im Auftrag der SRG noch auf 54 Mandate. Die FDP hat nach dem Verlust von 4 Sitzen noch 29 Sitze. Ob sie trotz oder wegen ihrer grünen Wende verloren hat, werden die Analysen zeigen.

Ein schwarzer Tag ist es auch für die BDP, die 4 Mandate verliert und mit 3 Sitzen keine Fraktionsstärke mehr hat. Die EVP dagegen gewinnt einen Sitz und kommt neu ebenfalls auf drei Sitze.

In Wähleranteilen ausgedrückt kommt die SVP auf 25,8 Prozent (-3,6 Prozentpunkte), die SP auf 16,6 (-2,2), die FDP auf 15,3 (-1,1), die Grüne Partei auf 13 Prozent (+5,9), die CVP auf 11,4 (-0,2), die GLP auf 7,9 (+3,3) und die BDP auf 2,4 Prozent (-1,7).

Die meisten Schlussresultate liegen vor

Inzwischen liegen aus den meisten Kantonen Schlussresultate vor. Im Kanton Graubünden holte das links-grüne Lager einen zweiten Sitz. Die FDP ist nach acht Jahren zurück in der grossen Kammer. Heinz Brand (SVP) und Duri Campell (BDP) wurden nicht wiedergewählt. Magdalena Martullo-Blocher schaffte die Wiederwahl hingegen problemlos.

Im Kanton St. Gallen holten Grüne und Grünliberale je einen Sitz, die SVP und die CVP verloren je einen, die SP und die FDP konnten ihre Sitze halten. Auch im Thurgau ist die Grüne die Wahlsiegerin. Grünen-Präsident Kurt Egger verdrängt FDP-Nationalrat Hansjörg Brunner. Die SVP behält ihre drei Sitze, CVP und SP halten je ein Mandat.

Rime abgewählt

Im Wallis muss die CVP Federn lassen. Sie verlor einen Sitz an die Grünen. Im Kanton Freiburg gewannen die Grünen einen Sitz auf Kosten der SVP: Der bisherige SVP-Nationalrat Jean-François Rime wurde abgewählt.

Auch im Kanton Neuenburg gewannen die Grünen einen Sitz auf Kosten der SVP. Im Kanton Luzern holt die GLP den vor vier Jahren verlorenen Nationalratssitz zurück: Roland Fischer kehrt in den Nationalrat zurück. SVP und FDP müssen je ein Mandat abgeben.

Frehner abgewählt

Auch in Basel-Stadt nimmt die GLP der SVP einen Nationalratssitz ab, Sebastian Frehner wurde abgewählt. Daneben behält die SP ihre beiden Sitze und die LDP sowie das Grüne Bündnis je einen. Im Kanton Tessin eroberte die Grüne Partei erstmals in der Geschichte einen Sitz im Nationalrat. Die Lega verlor einen ihrer beiden Sitze: Roberta Pantani schaffte die Wiederwahl nicht.

Im Kanton Solothurn muss die SP einen ihrer beiden Sitze an die Grünen abgeben. Zudem wurde der Bisherige Philipp Hadorn von SP-Parteipräsidentin Franziska Roth verdrängt. Die SVP konnte ihre beiden Sitze halten, CVP und FDP verteidigen je einen Sitz. Im Kanton Genf legen die Grünen zwei Sitze zu und halten künftig drei Sitze. Sie sind neu die stärkste Partei im Kanton.

Erste Nationalrätinnen

Im Kanton Zug hat die Alternative - die Grünen (ALG) den Nationalratssitz zurückerobert, den die Partei vor acht Jahren an die FDP abtreten musste. Erstmals schickt der Kanton eine Frau nach Bern. Auch der Kanton Obwalden schickt erstmals eine Frau nach Bern, die SVP-Vertreterin Monika Rüegger.

Die SVP konnte damit einen verlorenen Sitz zurückerobern. In Uri verliert die SVP hingegen ihren einzigen Nationalratssitz. Der 31-jährige CVP-Landrat Simon Stadler löst den Bisherigen Beat Arnold ab.

Verluste für FDP und SVP

Der Kanton Aargau wurde nicht von der grünen Welle erfasst. Grüne und GLP haben weiterhin je einen Sitz. SP und CVP gewannen je einen Sitz, die FDP und SVP verloren je einen. Die BDP musste ihren einzigen Sitz an die EVP abgeben.

In Appenzell Innerrhoden verteidigt die CVP ihren Sitz mit dem ehemaligen Regierungsrat Thomas Rechsteiner. Glarus schickt auch in den nächsten vier Jahren BDP-Chef Martin Landolt als einzigen Vertreter im Nationalrat nach Bern. Keine Verschiebungen gibt es ausserdem in den Kantonen Basel-Landschaft, Schaffhausen, Schwyz, Nidwalden, Appenzell Ausserrhoden und Jura.

Weitere Sitzgewinne für Grüne

Für jene Kantone, für welche erst Hochrechnungen vorliegen, sind teils dramatische Sitzgewinne für die ökologischen Kräfte zu erwarten. In Zürich können die Grünen drei zusätzliche Sitze gewinnen, sie kämen neu auf fünf Sitze.

Die Grünliberalen könnten ebenfalls drei Sitze zulegen und damit insgesamt sechs Mandate holen. Im Kanton Bern können die Grünen gemäss Hochrechnung zwei Sitze zulegen.

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