Familienpolitik | Besteuerung von Eheleuten ist weiter Thema

Befürworter und Gegner wollen gerechtere Besteuerung

Trotz dem Nein zur Abschaffung der Heiratsstrafe, wird die Besteuerung von Ehepaaren die Politik weiterhin beschäftigen. (Symbolbild)
1/1

Trotz dem Nein zur Abschaffung der Heiratsstrafe, wird die Besteuerung von Ehepaaren die Politik weiterhin beschäftigen. (Symbolbild)
Foto: Keystone

Quelle: SDA 28.02.16 0
Artikel teilen

Nach dem äussert knappen Nein zur CVP-Initiative für die Abschaffung der Heiratsstrafe sind sich Gegner und Befürworter einig, dass die "ungerechte Besteuerung" abgeschafft werden muss. Doch wie eine Lösung aussehen könnte ist umstritten.

Für den Basler SP-Nationalrat Beat Jans vom überparteilichen Nein-Komitee liegt der Ball nun bei SP, FDP, Grünen und GLP. Diese müssten sich im Parlament einig werden. "Auf jeden Fall geht es in Richtung Individualbesteuerung", sagte Jans gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Gemäss Jans herrscht Einigkeit, dass ein gerechteres Steuersystem nötig ist. "Aber eine Lösung ist schwierig zu erreichen". Das grösste Hindernis seien die schlechten Aussichten der Bundesfinanzen. Trotzdem hofft er, dass bis in einem Jahr ein Vorschlag zur Diskussion vorliegen wird.

Ganz anders sehen das die Abstimmungsverlierer. CVP-Präsident Christophe Darbellay sagte im Fernsehen SRF, das Ständemehr sei ein klares Bekenntnis von 20 Kantonen gegen die Individualbesteuerung. "Das Schweizer Stimmvolk hat dem Bundesrat und dem Parlament ein starkes Signal gegeben, der Diskriminierung ein Ende zu setzen."

"Individualbesteuerung keine Option"

Die Individualsteuerung sei keine Option und ein "Bürokratiemonster", sagte er in der Sendung "Forum" des Westschweizer Radios RTS. Er versprach ausserdem, wenn nötig eine neue Initiative zu diesem Thema zu lancieren.

Auch das Ja-Komitee deutet das Ständemehr als "klares Zeichen für eine gemeinsame Besteuerung von Ehepaaren". Die Partei werde sich deshalb weiterhin für das Begehren einsetzen, hiess es in einer Medienmitteilung. Der Auftrag an Bundesrat und Parlament bleibe der gleiche: Die Heiratsstrafe müsse abgeschafft werden. Das habe das Bundesgericht bereits 1984 entschieden.

CVP-Nationalrätin Ida Glanzmann-Hunkeler bezeichnete das Resultat gar als Erfolg für ihre Partei. Denn die CVP habe im Abstimmungskampf als einzige Partei mobilisiert. Nur die Städte hätten die Initiative abgelehnt, weil dort die Diskussion über den Ehebegriff im Zentrum gestanden sei.

Schwulen und Lesben erleichtert

Die Mobilisierung habe in den urbanen Gebieten gut funktioniert, pflichtet ihr Bastian Baumann von der Schwulenorganisation Pink Cross bei. Im Gegensatz zu ihr zeigte er sich aber erleichtert, "dass das Stimmvolk diese Mogelpackung erkannt hat".

Aus Sicht der Lesbenorganisation Schweiz (LOS) zeigt der heutige Entscheid ausserdem, dass die Bevölkerung für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung einstehe. Nun sei es an der Zeit, den Zugang zu Ehe und eingetragener Partnerschaft für alle zu ermöglichen, schreibt die Organisation in einer Mitteilung.

"Kein Milliardenloch"

Die Gegner der Initiative zeigten sich ausserdem erleichtert, dass die Bundes- und Kantonsfinanzen nicht zusätzlich durch Milliardenausfälle bei den Steuereinnahmen belastet werden. Für den Schweizerischen Gewerbeverband hat das Volk mit der Ablehnung der CVP-Initiative "einen zusätzlichen Verwaltungsaufwand und damit unnötige Regulierungskosten" verhindert.

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund sieht im hohen Ja-Stimmenanteil aber auch ein Zeichen, dass die Deckelung der AHV-Ehepaarrenten als ungerecht empfunden wird. Das Renteneinkommen für Eheleute müsse deshalb verbessert werden.

28. Februar 2016, 20:04
Artikel teilen

Artikel

Kommentare

Noch kein Kommentar

Kommentar

schreiben

Loggen Sie sich ein, um Kommentare schreiben zu können.

zum Login
Corona Infoseite

Wallis: Abgesagt oder verschoben wegen Corona

Veranstaltungen

  • Hier ansehen.
  • Newsticker
  • Meistgelesen
  • 20:00 Ab morgen ein neues News-Portal für das Oberwallis
  • 19:45 Polizei löst Party auf
  • 17:00 Eine Region – ein News-Portal
  • 16:21 Update: Flächenbrand in Törbel verläuft glimpflich
  • 12:47 Staubtrockene erste Aprilhälfte
  • 09:58 Türkischer Präsident Erdogan lehnt Rücktritt seines Innenministers ab
  1. «Wir mussten aus Paraguay fliehen»
  2. Wahlbetrug: Wann löst die Staatsanwaltschaft das Rätsel auf?
  3. Fotografen zelten fürs perfekte Bild illegal am Stellisee
  4. 20 Prozent mehr Jet-Flüge am Militärflugplatz Emmen
  5. Die höchstgelegene Käserei
  6. «Der Beruf ist abwechslungsreicher, als viele denken»
Aktuelle Verkehrsmeldungen

Kolumne | Diese Woche zum Thema:

Offene Fragen zur Corona-Pandemie

Peter Bodenmann und Oskar Freysinger schreiben bis auf weiteres im Walliser Bote.

RZ | Der ehemalige SP-Schweiz-Präsident und Hotelier Peter Bodenmann und Alt-Staatsrat und [...]

Oberwalliser Baby-Galerie

Valentina Heidi StuderMelina BellwaldOskar Derk Ottenkamp
zur Baby-Galerie
Anmeldung - WB Newsletter

Walliser Bote - Newsletter

    Täglich informiert mit dem WB-Newsletter!
  • Jetzt registrieren unter: www.1815.ch/newsletter

1815.märt - Jetzt inserieren

Hier können Sie Ihre Inserate direkt, günstig und flexibel im Walliser Bote und der Rhone Zeitung aufgeben.

Logo WalliserBote
  • Walliser Bote - Stellen
  • Walliser Bote - Immobilien
  • Walliser Bote - 5 Liber
  • Walliser Bote - Fahrzeuge
  • Walliser Bote - Diverses
  • Walliser Bote - Erotik
Logo Rhonezeitung
  • Rhone Zeitung - Inserate
  • Rhone Zeitung - 5 Liber
  • Rhone Zeitung - Baby Galerie - Kostenlos

Publikationen 2020

  • WB Publikationen 2020 [PDF]
  • RZ Publikationen 2020 [PDF]
Tweets von @1815_online
Rotten Verlag News

Kultur Wallis

    mehr

    Kursangebote

    Fehler beim laden der XML Datei

    mehr

    Das Walliser Erlebnismagazin

    Bergluft

    • Bergluft Nr. 30 [PDF]
    • Bergluft Nr. 29 [PDF]
    • Bergluft Nr. 28 [PDF]
    • Bergluft Nr. 27 [PDF]
    • Bergluft Nr. 26 [PDF]
    • Bergluft Nr. 25 [PDF]
    • Bergluft Nr. 24 [PDF]
    • Bergluft Nr. 23 [PDF]
    Befürworter und Gegner wollen gerechtere Besteuerung | 1815.ch
    • Login
    • ePaper
    • Babies
    • Umfragen
    • Videos
    • Bilder
    • Wetter
    • Suchen
    • 1815 Märt
    • Abo
    • Werbung
    • Newsletter
    • Impressum
    • Kontakt
    • Leser-Reporter
    Mengis Gruppe: Pomona Media AG
    Rotten Verlags AG
    Alpmedia AG
    1815.ch
    Wetter-Cam
    : °/°
    • Login
    • Abo
    • Werbung
    • Newsletter
    • Kontakt
    • Leser-Reporter
    • Babies
    • Umfragen
    • Bilder
    • Videos
    • Sie sind hier:
    • Home
    • News
    • Schweiz
    • Politik
    • Befürworter und Gegner wollen gerechtere Besteuerung

    Sitemap

    Impressum

    NEWS

    • Wallis
    • Schweiz
    • Ausland
    • Sport

    ABONNEMENTS

    • Aboservice
    • Alle Aboangebote
    • Probeabo
    • Ferienumleitung
    • Adresse ändern

    VERLAG & SERVICES

    • Regio Info
    • RSS
    • Werbung
    • Tarifdoku: WB, RZ, 1815

    MENGIS GRUPPE

    Pomonastrasse 12
    3930 Visp
    Tel. +41 (0)27 948 30 30
    Fax. +41 (0)27 948 30 31
    • Kontakt

     

    • Mengis Druck und Verlag AG
    • Rotten Verlags AG
    • Alpmedia AG

    © 2026 Mengis Druck und Verlag AG - Alle Rechte vorbehalten | Kontakt | Impressum | Datenschutzerklärung | AGB Abo | AGB Werbung | AGB 1815.club | AGB Rotten Verlags AG

    Website by update AG, Zürich