Autobahnbau | Diskussionen um Mehrkosten beim A9-Tunnel Eyholz

ARGE fordert 60 Millionen Franken

Teurer. Für den Bau des Tunnels Eyholz der A9 stellen die Bauunternehmen Nachforderungen in der Höhe von 60 Millionen Franken.
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Teurer. Für den Bau des Tunnels Eyholz der A9 stellen die Bauunternehmen Nachforderungen in der Höhe von 60 Millionen Franken.
Foto: Keystone

Quelle: 1815.ch 7

Erneut sorgen happige Kostenüberschreitungen auf einer Baustelle der A9 für Schlagzeilen. Diesmal steht der Autobahntunnel Eyholz im Fokus.

«Hier verlochen Walliser Beamte unsere Steuermillionen», lautete eine Schlagzeile des «SonntagsBlicks» vom Wochenende. Stein des Anstosses: Der Kanton habe zum Teil Nachforderungen der am Bau des Eyholztunnels beteiligten Bauunternehmen in der Höhe von 40 Millionen ungerechtfertig ausbezahlt. In Rechnung gestellt wurden die Forderungen von der bernischen Frutiger AG (Federführung) und ihren Konsortiumpartner Interalp AG aus Visp, CSC aus Lugano und die österreichische Jäger GMBH (ARGE AHE).

«Nichts Aussergewöhnliches»

Unterschlagen hat der «SonntagsBlick» seinen Lesern, dass es sich um insgesamt 60 Millionen Franken handelt, welche die Firmen über die vereinbarte Projektsumme über 400 Millionen einforderten, wie eine Nachfrage des «Walliser Boten» beim A9-Chef Martin Hutter am Montag ergab. «Seitens der Arbeitsgemeinschaft wurde drei Nachforderungen in der Grössenordnung von je 20 Millionen eingereicht. Dabei handelt es sich um Nachforderungen im Bereich Geologie, Beton und gestörter Bauablauf, also insgesamt rund 60 Millionen Franken.» Begründet wurden die Forderungen mit Bestellungsänderungen, zusätzlichen Leistungen sowie einer unterschiedlichen Geologie.

Für den A9-Chef kein Novum: «Was die Nachforderungen betrifft, ist dies meiner Meinung nach nichts Aussergewöhnliches und heute praktisch bei jedem Baulos oder Mandat einer Grossbaustelle mit gleichen oder ähnlichen Herausforderungen anzutreffen.» Bei den vorliegenden Geschäften seien die Leistungen durch die ARGE AHE unbestrittenermassen erbracht worden und die Bauleistungen sind somit erfolgt, so Huttter. «Unterschiedliche Ansichten bestehen über die Höhe der dafür geschuldeten Vergütung.»

Externe Gutachten

Das Amt für Nationalstrassenbau (ANSB) gab deshalb externe Gutachten in Auftrag. «Die von angesprochenen Forderungen und Geschäfte sind noch nicht abgeschlossen und stehen zurzeit zwischen dem ANSB und dem ASTRA noch in Diskussion, wo das Finanzinspektorat des ASTRA die Nachforderungen überprüft.»

Aus diesem Grund wurden den Forderungen der ARGE bislang nur in einem kleinen Teil Folge geleistet. «Für den Bereich Geologie erfolgte im November 2013 eine Akontozahlung von 8,6 Millionen Franken und für die Nachbesserungen im Bereich Beton wurde im August 2014 eine eine Akontozahlung von 4,4 Millionen Franken ausgelöst. Kein Geld floss bisher für die 20-Millionen-Nachforderung gestörter Bauablauf.»

ASTRA schluckte 87-prozentige Kostenüberschreitung

Anzumerken ist in diesem Zusammenhang, dass die Firmen Frutiger und Interalp erst vor Kurzem mit massiven Kostenüberschreitungen für Schlagzeilen im Zusammenhang mit Arbeitsvergaben durch das Bundesamt für Strassen (ASTRA) am Simplon sorgten. Seit 2009 wird die Simplonpassstrasse saniert. Frutiger/Interalp erhielt vom ASTRA Aufträge für 139 Millionen Franken, während die Walliser Unternehmen mit einem Auftragsvolumen von 34 Millionen abgespeist wurden. Weil sie zu teuer offeriert haben.

So hat das ASTRA 2012 an Frutiger/Interalp den Zuschlag für die Sanierung eines halb offenen Tunnels, der sogenannten Kaltwassergalerie, vergeben. Das Konsortium bekam den Auftrag, weil es mit 12,4 Millionen Franken das tiefste ­Angebot eingereicht hat. Schon ein Jahr später forderte es massiv mehr Geld. Das ASTRA räumte ein, dass es dem Konsortium schliesslich statt 12,4 Millionen 23,1 Millionen Franken bezahlt hat. Eine Kostenüberschreitung von 87 Prozent.

Kurz zuvor ein ähnliches Szenario am Simplon: Frutiger/Interalp hatten den Beschaffungswettbewerb für die Sanierung des Kulmtunnels auf dem Simplon gewonnen. Offerierter Preis: 22,9 Millionen Franken. Das Astra zahlte in der Schlussrechnung 28,2 Millionen Franken – 5,3 Millionen Franken respektive 24 Prozent mehr als vereinbart.

zen

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Kommentare

  • petschi - 53

    An Herrn G. BREGY:
    Ihrer Antwort nach könnte man denken,dass sie ein Spezialist bei ASTRA sind oder etwas damit zu tun haben. Sorry.

  • petschi - 82

    Kann mir jemand erklären warum erstens für die A9 im Oberwallis so viele Tunnels gebohrt wurden ,und zweitens, haben die Geologen wirklich gute Arbeit für teures Geld gemacht???Für die Ganze Planung und Realisierung der A9 Oberwallis habe ich da gewisse Zweifel.

    • G. Bregy - 29

      Es wurden ganz einfach so viele Tunnel gebohrt, weil wir (Walliser) es so wollten. Es handelt sich um ein genehmigtes Bauprojekt. Hätten wir es nicht gewollt, so hätte man einsprechen können und eine andere Bauvariante wählen können. So einfach ist Ihre Frage zu beanworten. Und wenn Sie Zweifel an der Realisierung der A9 haben, so können Sie sich als Spezialist beim ASTRA melden, gute Fachleute sind wie überall hoch willkommen.

  • Schütze - 104

    Euch allen ist aber schon klar dass solche Nachforderungen von JEDER Unternehmung gestellt worden wäre?

  • Stefan - 109

    Also der Herr Hutter wird sicher dafür sorgen, dass die Kosten möglichst tief bleiben. Denn es handelt sich ja um unser Steuergeld. Kann mir nicht vorstellen, dass die Baufirmen Geld ausbezahlt bekommen welches ihnen nicht zusteht. Die Kontrollorgane werden dort sicherlich funktionieren! Hoffe ich...

  • hugo - 596

    Und wir maßen uns ab und zu an über Korruption in 3 Weltländern zu urteilen. Welche Arroganz!

  • Fritz - 408

    Ach so. Alles ist gut.
    Weiter so!

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