Walliser im Ausland | Andrea Ritler aus Ried-Brig hat es vor einem halben Jahr in den Orient verschlagen

«Auch in Oman leben traditionelle Bergler»

Andrea Ritler lebt seit einem halben Jahr in Muscat, der Hauptstadt des Sultanats Oman.
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Andrea Ritler lebt seit einem halben Jahr in Muscat, der Hauptstadt des Sultanats Oman.
Foto: zvg

Viele Touristen seien fasziniert von der Vielfältigkeit des Landes wie etwa von den Oasen, den Märkten, der Wüste, den Bergen und Schluchten, der Moderne und dem Traditionellen in der Stadt.
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Viele Touristen seien fasziniert von der Vielfältigkeit des Landes wie etwa von den Oasen, den Märkten, der Wüste, den Bergen und Schluchten, der Moderne und dem Traditionellen in der Stadt.
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Walliser und Omanis hätten einige Gemeinsamkeiten, so Andrea Ritler. So gebe es auch in Oman traditionelle Bergler.
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Walliser und Omanis hätten einige Gemeinsamkeiten, so Andrea Ritler. So gebe es auch in Oman traditionelle Bergler.
Foto: zvg

Zum Leben in Oman: «Sicher sollte man sich als Frau in einem islamischen Land anpassen, allerdings ist es durchaus möglich auch hier ein sehr schönes Leben zu führen – wenn man seinen Weg geht, und von sich selbst überzeugt ist.»
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Zum Leben in Oman: «Sicher sollte man sich als Frau in einem islamischen Land anpassen, allerdings ist es durchaus möglich auch hier ein sehr schönes Leben zu führen – wenn man seinen Weg geht, und von sich selbst überzeugt ist.»
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Viele Touristen seien fasziniert von der Vielfältigkeit des Landes wie etwa von den Oasen, der Wüste, den Bergen und Schluchten, der Moderne und dem Traditionellen in der Stadt und von den Märkten.
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Viele Touristen seien fasziniert von der Vielfältigkeit des Landes wie etwa von den Oasen, der Wüste, den Bergen und Schluchten, der Moderne und dem Traditionellen in der Stadt und von den Märkten.
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«Die Schweiz gilt in Oman als freundliches und neutrales Land, welches gut organisiert ist, in dem vieles klappt, wo Menschen frei und glücklich leben können, da sie über das nötige Geld verfügen.»
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«Die Schweiz gilt in Oman als freundliches und neutrales Land, welches gut organisiert ist, in dem vieles klappt, wo Menschen frei und glücklich leben können, da sie über das nötige Geld verfügen.»
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«Dankbarkeit gehört in Oman dazu – wie der Sand in der Wüste.»
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«Dankbarkeit gehört in Oman dazu – wie der Sand in der Wüste.»
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Heimweh hat Andrea Ritler nur selten. «Da ich fast pausenlos unterwegs bin, bin ich beschäftigt genug.»
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Heimweh hat Andrea Ritler nur selten. «Da ich fast pausenlos unterwegs bin, bin ich beschäftigt genug.»
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Im Mai kehrt Andrea Ritler nach acht Monaten Aufenthalt in Oman in die Schweiz zurück. «Wenn mir mein Job weiterhin gefällt, werde ich im September wieder nach Muscat reisen.»
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Im Mai kehrt Andrea Ritler nach acht Monaten Aufenthalt in Oman in die Schweiz zurück. «Wenn mir mein Job weiterhin gefällt, werde ich im September wieder nach Muscat reisen.»
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Impressionen aus dem Sultanat Oman.
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Impressionen aus dem Sultanat Oman.
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Andrea Ritler lebt seit einem halben Jahr in Muscat, der Hauptstadt des Sultanats Oman.
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Andrea Ritler lebt seit einem halben Jahr in Muscat, der Hauptstadt des Sultanats Oman.
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Quelle: 1815.ch 0

Die 35-jährige Andrea Ritler aus Ried-Brig arbeitet als Marketing & Sales Managerin sowie als Tour Guide in Oman, einem Staat im Osten der Arabischen Halbinsel. Im Interview erzählt die Weltenbummlerin von Kardamon-Kaffee mit Safran und einem ursprünglichen Bergvolk.

Andrea Ritler, seit wann leben Sie schon in Oman und was hat sie dorthin verschlagen?

«Seit einem halben Jahr lebe ich nun schon in Muscat, der Hauptstadt des Oman. Seitdem ich das Land während meiner Weltreise im Jahr 2015 besucht habe, bin ich fasziniert davon. Nach meinem zweiten Aufenthalt konnte ich dort glücklicherweise eine Arbeitsstelle finden. Die ersten vier Monate habe ich als Tour Guide gearbeitet, weshalb ich einen Grossteil des Landes sowie dessen Kultur kennengelernt habe. Derzeit bin ich als Marketing & Sales Managerin und zeitweise als Tour Guide tätig, um das Land sowohl Touristen als auch Reiseagenturen näher zu bringen und diesen unter anderem auch Trekking-, Bade- oder Kulturreisen anzubieten. Zu meinem Job gehören aber auch Messebesuche der internationalen Tourismus-Wirtschaft. Somit bin ich für meinen Beruf fast pausenlos unterwegs.»

Werden Sie weiterhin in Oman bleiben oder ist eine Rückkehr in die Schweiz geplant?

«Die angenehmste Reisezeit in Oman ist von September bis Ende April. Deshalb werde ich während den Sommermonaten von Mai bis August von der Schweiz aus arbeiten. Meine Aufenthaltsbewilligung dauert zwei Jahre und wenn mir mein Job weiterhin gefällt, werde ich im September wieder nach Muscat reisen.»

Wie leben Sie in Muscat?

«Zurzeit teile ich mir ein sehr simpel eingerichtetes Appartement mit einer Mitbewohnerin, welche für dasselbe Unternehmen wie ich arbeitet. Die Wohnung befindet sich in unmittelbarere Nähe zu unserem Firmengebäude, da es ohne Auto und ohne ein gut ausgebautes ÖV-Netz nur schwierig möglich ist, sich fort zu bewegen. Im Quartier leben hauptsächlich omanische Familien, es gibt einige Restaurants, ein Fitness Center und eine grössere Shopping Mall.»

In welcher Sprache verständigen Sie sich?

«Mit den Einheimischen und mit meinen Mitarbeitern spreche ich hauptsächlich Englisch. Deutsch oder Französisch brauche ich, wenn ich mit Touristen unterwegs bin oder zur Verständigung mit anderen Tour Guides. Im vergangenen Sommer habe ich als Reise-Vorbereitung einen Arabisch-Kurs besucht, vor allem um die arabische Schrift besser zu verstehen und um diese lesen und schreiben zu können. Allerdings kann ich mich in grösseren Städten und in kleineren Touristenorten in Englisch sehr gut verständigen.»

Welches Wort in der Landessprache brauchen sie am häufigsten?

«Da die Menschen im Land sehr freundlich und tolerant gegenüber Touristen und Ausländer sowie gegenüber uns temporär Ausgewanderten sind, verwende ich das Wort Shukran, welches Danke bedeutet, am meisten. Dankbarkeit gehört in Oman dazu – wie der Sand in der Wüste.»

Was ist ein typisches einheimisches Gericht?

«Eine Spezialität der omanischen Küche ist Shuwa, ein Festtagsgericht, das traditionellerweise nur zweimal im Jahr zubereitet wird. Dabei wird gewürztes Ziegenfleisch in Bananenblätter und Alufolie gewickelt und anschliessend während zwei Tagen in einem Erdofen langsam gegart. Aber auch Reis und Fladenbrot sind Speisen, die es zu jeder Tages- und Nachtzeit zu essen gibt.»

Gibt es besondere Regeln, die im gesellschaftlichen Leben eingehalten werden sollten?

«Wie schon erwähnt sind die Omanis sehr tolerant gegenüber Ausländern und zeigen sich im Gegensatz zu Saudi Arabien offener gegenüber anderen Kulturen und Religionen. Dennoch sollten sich Reisende an einige Regeln halten, wie etwa, dass die Kleider nicht zu freizügig ausfallen. Indem man Schultern und Knie bedeckt, zeigt man Respekt. Auch ist es verboten, in der Öffentlichkeit Alkohol zu konsumieren. Wenn man sich dazu entschlossen hat, in Oman zu leben, befolgt man diese Regeln aber automatisch.»

Würden Sie das Leben im Oman als gefährlich bezeichnen? Gibt es als Frau besondere Herausforderungen in einem muslimischen Land?

«Sowohl in der Stadt Muscat als auch in kleineren Orten ist das Leben nicht gefährlicher als in anderen europäischen Staaten. Bereits von einigen Reisenden aus Europa habe ich gehört, dass sie sich, etwa wenn sie nachts auf den Strassen von Muscat unterwegs sind, sehr viel sicherer fühlen als in ihrem Heimatort. Als Frau habe ich in Oman weitaus mehr positive als negative Erfahrungen gemacht. Sicher sollte man sich als Frau in einem islamischen Land anpassen, allerdings ist es durchaus möglich auch hier ein sehr schönes Leben zu führen – wenn man seinen Weg geht, von sich selbst überzeugt ist und manches nicht so ernst nimmt.»

Wie viel kostet ein Kaffee in Muscat?

«Ein sogenannter Kawa, ein omanischer Kaffe, kostet bei lokalen Shops etwa 0.200 Baizas und bei Starbucks oder Costa etwa 2 Rial, was zirka 5 Franken entspricht. Die Markenkaffees schmecken sehr ähnlich wie jene in der Schweiz. Der lokale Kaffee besteht jedoch aus Kardamon, dem etwas Safran und Rosenwasser beigefügt wird. Es lohnt sich auf jeden Fall diesen Kaffee zu kosten! Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass ein Liter Wasser mehr kostet, als ein Liter Benzin.»

Wie ist das Wetter momentan?

«Da ich warme und heisse Temperaturen mag, empfinde ich das momentane Wetter als angenehm. Nach der Winterzeit wird es nun allmählich wärmer. Tagsüber kann es im März zwischen 24 und 31 Grad warm werden. In der Nacht variiert die Temperatur zwischen 18 bis 23 Grad. Im Sommer – etwa ab Mai – kann es tagsüber allerdings weit über 40 Grad heiss werden.»

Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen den Einwohnern des Omans und den Wallisern?

«Die Walliser und die Omanis haben meiner Ansicht nach einige Gemeinsamkeiten. So gibt es auch hier traditionelle Bergler, welche Jebalis genannt werden. Teilweise leben und arbeiten diese Menschen noch immer sehr zurückgezogen in den Bergen, führen ein urtümliches Leben und sind stark mit ihren Familien verbunden. Nicht ähnlich sind sich Walliser und Omanis allerdings beim Feiern. Der Konsum von Alkohol und von Zigaretten wird bei islamischen Omanis nicht toleriert. Die Feierlichkeiten, etwa bei religiösen Festen, werden komplett anders begangen.»

Welches Bild haben die Einheimischen von der Schweiz?

«Die Schweiz gilt in Oman als freundliches und neutrales Land, welches gut organisiert ist, in dem vieles klappt, wo Menschen frei und glücklich leben können, da sie über das nötige Geld verfügen. Die Omanis erkennen bei Touristen aus der Schweiz und aus anderen europäischen Ländern aber oft auch deren Ernsthaftigkeit und bemerken den Stress, unter dem viele Europäer leiden. Hier wird die Arbeitsweise und das Alltagsleben lockerer gehandhabt.»

Haben Sie manchmal Heimweh?

«Da ich bereits seit einigen Jahren in der Tourismusbranche arbeite und oft auf Reisen war, bin ich das Leben im Ausland gewohnt. Ich habe bereits sechs Monate in Frankreich und in Deutschland gelebt und ein Jahr in den Niederlanden. Dennoch ist mir die Reise in den Oman, in eine mir unbekannte Kultur nicht einfach gefallen, da ich wusste, dass ich für längere Zeit dort bleiben würde. Heimweh hatte ich bis anhin trotzdem wenig, da ich sehr oft mit der Familie oder mit Freunden telefoniere oder aber Besuch aus der Schweiz erhalten habe. Zudem habe ich fast täglich mit Touristen zu tun und ich fühle mich sehr wohl hier. Zwar konnte ich noch nicht viele Freunde finden, jedoch versuche ich nun einige Kontakte zu festigen und da ich fast pausenlos unterwegs bin, bin ich beschäftigt genug.»

Vermissen Sie etwas aus der Schweiz?

«Sicher vermisse ich manchmal meine Familie und meine Freunde. Aber da ich nach acht Monaten für einige Zeit nach Hause zurückkehren kann, fällt es mir leichter, hier für längere Zeit zu leben. Auch sind es manchmal die alltäglichen Situationen in der Schweiz, welche ich vermisse: den Fitnessclub, den Arbeitsweg, die Natur, die diversen Dialekte, die Partys, Alkohol in der Öffentlichkeit trinken zu dürfen, Aromat, Rivella, Zug fahren, kurze Kleider anzuziehen... um nur einige Dinge zu nennen.»

Haben Sie einen oder mehrere Insider-Tipps für Oman-Reisende?

«Dafür bin ich die richtige Ansprechpartnerin, da ich das Land als Tourist und als Tour Guide kenne. Viele Touristen sind fasziniert von der Vielfältigkeit des Landes wie etwa von den Oasen, der Wüste, den Bergen und Schluchten, der Moderne und dem Traditionellen in der Stadt, den Märkten. Sie sind aber auch begeistert von den Menschen und deren Kultur, von deren Freundlichkeit und von der Einfachheit des omanischen Lebens. Es lohnt sich auf jeden Fall in dieses Land einzutauchen und es selber kennen zu lernen.»


Unsere Rubrik «Walliser im Ausland» erscheint in loser Folge. Wir sind immer auf der Suche nach Walliserinnen und Wallisern, die fernab der Heimat leben. Gehören Sie auch dazu oder kennen Sie jemanden? Dann schreiben Sie uns eine Nachricht an [Javascript einschalten um Email zu sehen]. Wir freuen uns auf Ihre Mitteilung.

pan

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