Miss Earth | Verena Burgener stellt sich der Jury

«Das perfekte Schönheitsideal hat nicht die Masse 90-60-90»

Verena Burgener: «Vor allem habe ich nicht mehr diesen Drang, mich regelmässig wiegen zu müssen.»
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Verena Burgener: «Vor allem habe ich nicht mehr diesen Drang, mich regelmässig wiegen zu müssen.»
Foto: zvg

«Fitness heisst nicht, den perfekten Body haben zu müssen. Mit Fitness und Sport wird man ohne Zweifel körperlich leistungsfähiger.»
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«Fitness heisst nicht, den perfekten Body haben zu müssen. Mit Fitness und Sport wird man ohne Zweifel körperlich leistungsfähiger.»
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«Schönheit ist doch Ansichtssache. Ich finde, dass jede Person auf gewisse Weise Schönheit ausstrahlt.»
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«Schönheit ist doch Ansichtssache. Ich finde, dass jede Person auf gewisse Weise Schönheit ausstrahlt.»
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Quelle: 1815.ch 0

Am 6. Juni findet in Spreitenbach die zehnte Miss Earth Schweiz Wahl statt. Mitten unter den elf Kandidatinnen ist mit Verena Burgener auch eine junge Oberwalliserin. Das ist nicht selbstverständlich: Vor wenigen Jahren hätte sie die Magersucht noch beinahe in den Tod getrieben.

Die 22-jährige Fitnessinstruktorin aus Saas-Fee will es wissen und beim Finale der Miss Earth Wahlen das begehrte Krönchen holen. Neben gutem Aussehen setzt die Wahl auch persönliches Engagement im humanitären Bereich oder beim Umweltschutz voraus. Ihre Teilnahme ist zugleich aber auch ein Zeichen gegen die Magersucht. Sie will Betroffenen Mut machen und zeigen, dass es ein Leben danach gibt. Im Interview erklärt Verena Burgener, was für sie persönlich Schönheit bedeutet und wie sie heute mit der Magersucht lebt.

1815.ch: Wie sind Sie dazu gekommen, als Kandidatin bei der Wahl zur Miss Earth teilzunehmen?

Verena Burgener: «Ich bin eine hilfsbereite und optimistische Person mit vielen Ideen. Zum einen hat mich die Zusammenarbeit und der Einsatz mit den Organisationen und diversen Projekten angesprochen und zum anderen war es mein Freund. Er ist diplomierter Techniker im Bereich Energie und Umwelt und arbeitet als Projektleiter auf Solaranlagen. Durch ihn konnte ich einiges über erneuerbare Energien lernen.»

Wie reagierte das Umfeld auf die Teilnahme?

«Sehr positiv. Durch meinen ersten Artikel im ‚Blick’ habe ich viele erfreuliche Rückmeldungen erhalten und die Leute finden es gut, dass ich anderen helfen und Mut machen will.»

Man stellt sich bei einer Misswahl auch immer zur Schau und wird dabei bewertet. Was bedeutet Schönheit für Sie persönlich?

«Schönheit ist doch Ansichtssache. Ich finde, dass jede Person auf gewisse Weise Schönheit ausstrahlt. Niemand ist perfekt, doch jeder trägt etwas Spezielles mit sich. Das Aussehen alleine macht nicht schön. Meiner Meinung nach spielt der Charakter eine wesentliche Rolle. Doch vor allem strahlt man Schönheit mit Selbstbewusstsein aus. Wer sich akzeptiert und zu dem steht, was er tut, der hat ein starkes Selbstvertrauen.»

Beruflich sind Sie als Fitnessinstruktorin aktiv. Eigentlich die beste Voraussetzung für einen optimalen Körper?

«Fitness heisst nicht, den perfekten Body haben zu müssen. Mit Fitness und Sport - egal ob Cardio-, Kraft- oder Koordinationstraining - wird man ohne Zweifel körperlich leistungsfähiger. Man verbessert seine Körperhaltung, steigert zudem sein Selbstwertgefühl und ist im Allgemeinen zufriedener.»

Der Titel Miss Earth wird aber nicht nur für gutes Aussehen verliehen, sondern auch für den Einsatz in den Bereichen humanitäre Hilfe und Umweltschutz. Gibt es ein Projekt, für das Sie sich besonders einsetzen?

«Unsere Aufgabe war es, ein Konzept zu schreiben, dass der Jury zur Bewertung abgegeben wird. Ich hoffe natürlich, wie jede der Kandidatinnen, dass mein Konzept die Jury anspricht. Der Erlös aus meinem Projekt soll bedürftigen Menschen den Alltag erleichtern. Nachhaltigkeit und soziales Engagement trifft zusammen. Da ich mein Hobby zu meinem Beruf gemacht habe, wird Sport ein Teil davon sein - es wird Gross und Klein Spass machen (lacht).»

Was heisst Umweltschutz für Sie persönlich? Mit dem Zug reisen, Abfall trennen oder sich aktiv für den Erhalt von Naturgebieten einsetzen?

«Umweltschutz umfasst viele Themen. Ich probiere so gut wie möglich mich überall nachhaltig einzusetzen. Als Miss Earth Schweiz Kandidatin möchte ich daher ein Vorbild für meine Generation sein, denn unsere Nachkommen erleben unseren Planeten so, wie wir es ihnen ermöglichen. In den kommenden Tagen wird man daher auf meiner Facebook-Fanseite jeden Tag einen neuen Blogeintrag finden zum Thema ‚Nachhaltigkeit leicht gemacht mit Verena Burgener’.»

Bereits mehrfach wurde in den Medien auch über Ihre frühere Magersucht berichtet, die Sie vor Jahren beinahe in den Tod getrieben hätte. Hat sie einen Einfluss auf die Teilnahme an der Wahl?

«Ja, das hat sie, weil ich den Betroffenen zeigen möchte, dass es ein Leben nach der Magersucht gibt und es sich lohnt zu kämpfen. Ich möchte allen Betroffenen Mut machen und Ihnen helfen, diesen ‚Teufelskreis’ zu besiegen. Erfahrungen haben mir gezeigt, dass es sich lohnt, wenn Betroffene mit mir darüber sprechen können. Vielen fällt es leichter, sich jemandem mit derselben Vergangenheit anzuvertrauen. Es gibt verschiedene Faktoren, warum einen diese Krankheit einholen kann.»

Haben Sie die Magersucht heute im Griff?

«Ich kann heute wieder lachen und geniessen und vor allem habe ich nicht mehr diesen Druck oder Drang, mich regelmässig wiegen zu müssen. Aber ich achte trotzdem sehr darauf, dass ich mich gesund ernähre.»

Schlankheit und Magersucht ist besonders bei Models ein häufig diskutiertes Thema. Oder auch bei Zeitschriften-Covers, wo Personen nicht selten mit Photoshop schlanker gemacht werden. Was halten Sie davon?

«In meinen Augen hat das perfekte Schönheitsideal nicht die Masse 90-60-90, sondern die perfekte Ausstrahlung. Wer seinen Körper liebt, der strahlt auch innere Schönheit aus. Zum Glück kann Photoshop nur das Äussere verändern und nicht unseren Charakter - daran müssen wir schon selbst arbeiten (lacht).»

Im Moment leben Sie in der Deutschschweiz. Zieht es Sie immer noch regelmässig zurück ins Saastal?

«Ja. Diese majestätische Bergwelt mit den bunten Farben im Herbst, der frischen und angenehmen Luft im Sommer und dem glitzernden Schnee im Winter fehlt mir hier unten.»

Wenn Sie am 6. Juni zur Miss Earth gewählt werden sollten, was wäre Ihre erste Amtshandlung?

«Was dann in der Agenda ansteht. Auf jeden Fall würde ich unser Land mit Stolz vertreten und mein Konzept in die Tat umsetzen.»

Was würde Sie in einem allfälligen Amtsjahr erwarten?

«Es wird anstrengend, aber ich dürfte bestimmt viel Spannendes erleben. Ich wäre viel unterwegs, während der Woche und vor allem an Wochenenden. Unter anderem würde die Gewinnerin an den internationalen Miss-Earth-Wahlen teilnehmen, wo über 80 Länder vertreten sind. Zusammen mit der Organisation Plan Schweiz werden wir ausserdem nach Nepal reisen und an Benefizveranstaltungen und Gala-Abenden anwesend sein.»

Eine SMS, eine Stimme: Wer die junge Oberwalliserin bei der Miss Earth Wahl unterstützen will, kann für sie mit einer SMS-Nachricht eine Stimme abgeben. Bei der Wahl vom 6. Juni werden alle erhaltenen SMS als separate Jury-Stimme gewertet. Abgestimmt werden kann noch bis zum 5. Juni um 16.00 Uhr. So geht’s: SMS-Voting mit MES12 an 4636 (0.90 Franken pro SMS).

https://www.youtube.com/watch?v=MwA_nKRtnJA

pmo

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