Bergregionen | Tourismus-Experte Hansruedi Müller zu «Disneylandisierung», Zeitwohnungen und Biker
«Biker sind kein Allheilmittel»
Tourismus-Experte Hansruedi Müller engagiert sich für Bergregionen.
Foto: Keystone
Hansruedi Müller ist Tourismus-Experte und setzt sich im Rahmen der Berghilfe für Randgebiete ein. Im Interview mit dem «Bund» spricht er über die «Disneylandisierung» der Alpen, die Fehlentwicklung Zweitwohnungen und das Allheilmittel Biker.
«Unsere Welt ist nicht mehr dieselbe wie vor 50 oder 100 Jahren. Wir dürfen nicht einfach die Hände in den Schoss legen, wir brauchen Highlights. Die 'Disneylandisierung' sollte aber konzentriert und in hoher Qualität an einzelnen Standorten stattfinden», so Hansruedi Müller im «Bund»-Interview.
Die grösste Fehlentwicklung im Tourismus der Bergregionen sieht er nicht bei den Bergbahnen oder den Hotels, sondern im jahrelangen, schleichenden Bau von jährlich Tausenden von Zweitwohnungen. «Diese Strukturen werden bleiben, ein Gesundschrumpfen ist kaum möglich.» In der Schweiz gebe es rund zehnmal so viele Betten in Zweitwohnungen als in Hotels. Nun sei es wenigstens möglich, Neubauten zu verhindern. «Wenn der Zweitwohnungsbau gestoppt wird, geht es auf Dauer auch der Hotellerie besser.»
Dass viele Bergregionen im Sommertourismus auf Biker setzen, betrachtet Müller kritisch: «Ich bin stets skeptisch, wenn etwas zum Allerheilmittel stilisiert wird. Plötzlich setzen alle auf Mountainbikes. Es reicht aber nicht für alle. Der Andermatt-Investor Samih Sawiris hat gesagt, dass keine Gruppe mehr als zehn Prozent der Gäste betragen dürfe. Es kommt auf den richtigen Gästemix an.»
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