Bildung | Die Wirtschaftsolympiade lockte Schüler aus 13 Ländern nach Moskau

Junge Unternehmer messen sich am Kreml

Das Schweizer Team in Moskau (von links): Gabriele Mattioli Bloch, Vincent Strobos (Bronze), Laila Zurbriggen (Bronze) und Thomas Schneiter (Coach).
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Das Schweizer Team in Moskau (von links): Gabriele Mattioli Bloch, Vincent Strobos (Bronze), Laila Zurbriggen (Bronze) und Thomas Schneiter (Coach).
Foto: International Economics Olympiad

Quelle: 1815.ch 0

Die Kollegiumsschülerin Laila Zurbriggen holte an der Wirtschaftsolympiade die Bronzemedaille. Der Wettbewerb sei eine spannende Erfahrung gewesen. Die Welt der Wirtschaft sieht sie aber nicht nur positiv.

Die letzten Kaffeekapseln sind geliefert, die Finanzen sind abgeschlossen. Und das Ergebnis kann in der nächsten Woche den Partizipanten vorgestellt werden. Und diese dürfen sich freuen.

Ein Jahr lang haben vier Kollegiumsschüler die YES-Unternehmung «Caffè unico» geführt. Sie produzierten Kaffeekapseln in der Region. Und waren damit erfolgreich. Am schweizweiten Wettbewerb holten sie sich den zweiten Platz. Und die Marketing-Chefin Laila Zurbriggen die Einladung an die erste Wirtschaftsolympiade in Moskau.

Von Philips-Kurven und Case Studies

In der vergangenen Woche massen sich dort Talente aus insgesamt 13 Ländern. Die 18-jährige Laila Zurbriggen aus Visp war eine davon und brachte gleich noch eine Bronzemedaille mit nach Hause. «Ich wusste nicht genau, worauf ich mich mit der Einladung einlasse und konnte mich nicht speziell vorbereiten. Deshalb bin ich umso glücklicher mit meiner Leistung»», sagt sie nach der Rückkehr.

An der Olympiade mussten die Schüler drei verschiedene Prüfungen absolvieren. Der erste Teil war eine Finanzprüfung. «Das war wie ein Spiel organisiert. Wir hatten ein Grundkapital und mussten es dann in Aktien, Anlagen oder Banken investieren. Und dadurch das Kapital vergrössern», sagt Zurbriggen. Der zweite Teil widmete sich der Volkswirtschaft. Hier mussten sich die Schüler den Fragen zu verschiedenen Theorien stellen. So etwa zu der Philips-Kurve. Und im dritten Teil kümmerten sich die einzelnen Nationen- Teams um eine Case Study, eine betriebswirtschaftliche Fallstudie.

Die Aufgabe bestand darin, junge Kunden für eine Bank zu gewinnen und sie zu binden. «Mit einer App wollten wir den jungen Kunden die Budgetplanung vereinfachen. Alle Ausgaben werden darin festgehalten und auf einen Blick sieht man, wie viel man für Kleider oder für Essen ausgibt», erklärt Laila Zurbriggen.

Mit Leuten in einer Gruppe zu arbeiten, die man noch nicht kennt, sei gar nicht so einfach gewesen. Aber eine «besondere Herausforderung», sagt sie. Zudem sei es eine andere Art von Prüfung gewesen, als man dies von der Schule aus gewöhnt sei. «In der Schule arbeitet man zu wenig im Team. Dabei ist dies sowohl an der Universität als auch in der Arbeitswelt sehr wichtig», sagt Zurbriggen.

Sogar eine Olympia-Stimmung sei aufgekommen. «Es war spannend zu sehen, wo die Schüler aus anderen Ländern mit ihrem Wissen stehen», sagt Zurbriggen. «Wir durften erfahren, dass auch unterschätzte Länder wie Lettland etwas auf dem Kasten haben.»

Mit der Wirtschaft die Welt verstehen

Ein Jahr amtete sie als Marketingchefin der Mini-Unternehmung. Und nun der Erfolg an der Wirtschaftsolympiade in Moskau. Wie geht es nun weiter für Laila Zurbriggen nach der Matura? «Die Olympiade hat die Leidenschaft für Wirtschaft bei mir entfacht», sagt sie. Die vielen Zusammenhänge in der Wirtschaft zu verstehen, sei äusserst spannend. «Mit der Wirtschaft kann man das ganze Weltgeschehen erklären. Und auch viele psychologische Faktoren spielen mit: Wieso entscheidet sich jemand für ein gewisses Produkt?»

Doch auch ein Studium der Philosophie oder Germanistik kann sie sich vorstellen. «Meine persönliche Ethik lässt sich nicht mit der Wirtschaftswelt vereinbaren. Das ist ein Grund, weshalb ich noch unsicher bin», sagt sie. «In der Wirtschaft geht es nur ums Geld. Und erst später kommt die Frage der Moral.»

Am kommenden Dienstag dürfen sich die Partizipanten im Briger Kollegium auf ihre Dividende freuen. Mit zehn Prozent Gewinn dürfen sie nach Hause gehen. Und mit einem guten Gewissen – dem moralischen Zückerchen für nachhaltige Investitionen aus der Region.

mgo

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