TENNIS | Interclub 2020 verschoben auf Herbst

Konflikt zeichnet sich ab

Die Tennisszene steht nicht nur in Turtmann, sondern im gesamten Oberwallis still.
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Die Tennisszene steht nicht nur in Turtmann, sondern im gesamten Oberwallis still.
Foto: MENGIS MEDIA / ANDREA SOLTERMANN

Die Tennisszene steht nicht nur in Turtmann, sondern im gesamten Oberwallis still.
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Die Tennisszene steht nicht nur in Turtmann, sondern im gesamten Oberwallis still.
Foto: MENGIS MEDIA / ANDREA SOLTERMANN

Quelle: 1815.ch /ada 0

Für den Tennisspieler als Einzelsportler ist der jährliche Interclub ein unverzichtbarer Reiz. 2020 werden ihn nicht alle erleben können.

In diesen Tagen hätten die Ersten der 14 Oberwalliser Tennisklubs ihre Plätze geöffnet. Und gestern hätte traditionsgemäss der TC Turtmann mit seinem seit Jahren beliebten Hopschil-Doppel-Turnier die regionale Turniersaison lanciert. Nur, auf Turtmanns Anlage herrschte am Sonntag gähnende Leere. Wie in allen anderen Oberwalliser Klubs auch. Bis mindestens 19. April müssen sie geschlossen bleiben und niemand weiss, ob die Stille noch länger anhalten wird.

Das Turtmänner Turnier ist in guter Gesellschaft, was Absagen betrifft. Bis zum Interclub-Start am 2. Mai hätten auch die RTG/TC Simplon in Brig-Glis sowie der TC Raron drei Turniere durchgeführt. Danach hätte – abzüglich des traditionellen Pfingstturniers ebenfalls im Gliser Gstipfji – die Bühne bis Mitte Juni dem Interclub gehört.

Verband entschied zwischen drei Varianten

2020 hätte der Interclub zum 109. Mal stattgefunden, unverändert einer der grössten Breitensport-Wettkämpfe der Schweiz. 4302 Mannschaften aus allen Sprachregionen des Landes bestätigten ihre Teilnahme. Entsprechend umfangreich waren in den letzten drei Wochen auch die Gedankenspiele vom Landesverband «Swiss Tennis», was mit dem Interclub dieses Jahr geschehen soll. «Wir haben verschiedene Szenarien geprüft. Der Interclub ist das Herzstück im Schweizer Tennis, das zeigen auch die vielen Nachfragen, die wir in den letzten Tagen erhalten haben, wodurch man wissen wollte, wann wir die Meisterschaft durchführen würden», so Gregor Hauser, Leiter Breitensport beim Verband.

Variante 1: Der Interclub wird ganz gestrichen und findet erst 2021 wieder statt. Variante 2: Interclub in den Sommerferien. Variante 3: Interclub von Ende August bis Ende September. Die dritte Variante setzte sich durch. «Uns ist wichtig, dass wir mit der Verschiebung ein positives Zeichen setzen. Wir glauben daran, dass sich bis im Spätsommer die aktuelle Krise entspannt. Der Interclub ist eine wichtige soziale Stütze des Klublebens in der Schweiz – und das wollen wir möglichst rasch wieder herstellen», begründet Hauser. Perfekt war keine der Alternativen, aber der Spätsommer noch die beste.

Die unvermeidbaren Doppelspurigkeiten

Ganz unversehrt wird der Interclub aber nicht bleiben. Die Phase zwischen Ende August und Ende September ist in vielen Regionen beliebt für Turniere oder kantonale Meisterschaften. Die Frage, wofür sie sich entscheiden wollen, ist längst bei vielen Klubverantwortlichen wie Spielern angekommen. Auch im Oberwallis. Vereinzelt wäre durchaus möglich, beides zu spielen, die Regel wird es kaum sein.

Ein Beispiel ist das Doppel-Turnier in Steg, das am zweiten Montag im September beginnt und bis und mit Samstag dauert. «Dann müssten wir bereits am Freitagabend die Finalspiele durchführen. Mit über 20 Doppel-Paarungen bräuchten wir auch einen anderen Modus, um das Turnier an fünf Abenden über die Bühne bringen zu können. Machbar ist das schon, wir wollen ja niemandem die Teilnahme am Interclub verwehren», sagt TC-Steg-Präsident Andreas Brenner. Was wiederum bedeutet, man gäbe zwar Raum für den verspäteten Interclub, aber hätte durch eine verkürzte Form des eigenen Turniers, des einzigen im gesamten Vereinsjahr, Mindereinnahmen. Mit denselben Sorgen sehen sich auch der TC Raron (Doppel-Turnier Ende August) und der TC Leuk-Susten (Doppel-Turnier Ende September) konfrontiert. Und das alles immer davon ausgehend, dass bis dahin wieder so etwas wie Normalität herrscht.

Rückzüge und Neuauslosung

Um die Sorgen von Klubs und Spielern weiss der Verband. Mitentscheidend, warum der Interclub 2020 für alle Teams zwischen Nationalliga B und 3. Liga in einer Art «Light-Version» durchgezogen wird. Niemand soll für die Umstände büssen, Auf- und Absteiger gibt es keine, und die Teams behalten für 2021 ihre Liga-Zugehörigkeit. Und wenn sich eine Mannschaft, aus welchen Gründen auch immer, für 2020 zurückziehen will, kann sie das tun. Folgenlos.

Problematisch wird es dann, wenn sich von den 4302 Mannschaften, darunter 55 aus dem Oberwallis, mehr als angenommen abmelden. Dann wird der Verband komplett neu auslosen müssen, was gerade in kleine-
ren Randregionen wie dem Oberwallis deutlich längere Reisen absetzen könnte.

Über ein Dutzend Abmeldungen aus dem Oberwallis?

Seit dem Entscheid, den Interclub zu verschieben, laufen die Drähte in Klubs und Mannschaften rege. Präsidenten und/oder Spielleiter haben Umfragen lanciert. Erste Tendenzen sind sichtbar. Simplon Brig-Glis, Leuk-Susten,
St. Niklaus, Zermatt und Naters dürften mit dem Gros der Mannschaften dabei bleiben, bei genannten Raron und Steg ist ein Komplettrückzug nahe. Allein das gäbe schon acht Mannschaften aus dem Oberwallis weniger. Es zeichnet sich aber ab, dass auf alle 14 Tennisklubs der Region gerechnet am Ende mehr als ein Dutzend Mannschaften fehlen werden.

Dabei wäre 2020 ein lang ersehnter Wunsch vieler Spielerinnen und Spieler, die sich beklagten, dass der Interclub mit vier bis sechs Runden zu schnell vorübergehe, in Erfüllung gegangen. «Swiss Tennis» hätte im Herbst erstmals die Team-Challenge lanciert, ein zusätzlicher, aber vom Interclub unabhängiger Bewerb für Mannschaften. Diese Premiere ist nun verschoben auf Herbst 2021.

Alan Daniele

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