Spitex | SMZO ergreift Massnahmen – Mitarbeiter zeigen sich solidarisch

Pflegefachkräften wird alles abverlangt

Vorbereitet. SMZO-Geschäftsleiter Willy Loretan und sein Team der Spitex Oberwallis.
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Vorbereitet. SMZO-Geschäftsleiter Willy Loretan und sein Team der Spitex Oberwallis.
Foto: zvg

Quelle: 1815.ch 0

Kaum Erholung, keine Kinderbetreuung und maximale Flexibilität: Den Angestellten in den Gesundheitsberufen wird im Kampf gegen das Coronavirus alles abverlangt. Auch am Sozialmedizinischen Zentrum Oberwallis muss man darauf reagieren, Prioritäten setzen und entsprechend Leistungen herunterfahren.

Das Oberwalliser Pflegepersonal leidet. Während das Coronavirus viele andere Berufsgruppen zum Nichtstun verdonnert, verlangt es den Angestellten der Gesundheitsberufe alles ab. Auch die Arbeitskräfte am Sozialmedizinischen Zentrum Oberwallis (SMZO) müssen sich in der gegenwärtigen Situation von ihrer flexibelsten Seite zeigen, damit elementare Arbeiten wie jene in der ambulanten Pflege gewährleistet bleiben. In der Pflege arbeiten bekanntermassen überproportional viele Frauen. Viele von ihnen in Teilzeit, da sie oft familienintern den Löwenanteil der Kinderbetreuung stemmen. «Das ist momentan unsere grösste Schwierigkeit», betont SMZO-Geschäftsleiter Willy Loretan.

Interne Lösung für Kinderbetreuung

Da der Bundesrat am vergangenen Freitag entschieden hat, alle Schulen und Kitas zu schliessen, hat sich der Aufwand in der Kinderbetreuung vervielfacht. Gerade in einer Zeit, in der Angestellte in Gesundheitsberufen mit die wichtigsten Tätigkeiten ausüben. Der Walliser Staatsrat stellte am Freitag zwar für ebensolche Berufe eine Ausnahmeregelung in Aussicht. Damit Eltern ihrer lebensrettenden Beschäftigung nachkommen können, muss die Gemeinde für ein Betreuungsangebot sorgen, lautet die Weisung. «Wir haben dies übers Wochenende sofort genauer abgeklärt. Dies gilt nur für Familien, in denen beide Elternteile in der Gesundheitsbranche arbeiten», sagt Loretan.

Unter Zugzwang führte das SMZO bei seinen Angestellten noch am Wochenende eine Umfrage durch: Dabei sollte geklärt werden, wer betriebsintern über die Kapazität verfügt, an freien Tagen den Nachwuchs von Mitarbeitenden in Obhut zu nehmen. «Auf diese Weise konnten wir die Situation für den Moment auffangen. Unsere Mitarbeiter zeigen sich sehr solidarisch», so Loretan. Das Problem ist damit aber nicht aus der Welt. «Wir wären der Regierung sehr dankbar, wenn sie diese Regelung rasch anpasst», führt Loretan deswegen aus.

Äusserste Vorsicht

Damit die Qualität der Spitexleistungen nicht unter den erschwerten Rahmenbedingungen leidet, hat das SMZO damit begonnen, die Tätigkeiten zu priorisieren, wie Loretan erklärt. So wird beispielsweise die Hauswirtschaft etwas zurückgestellt, das heisst in grösseren zeitlichen Abständen durchgeführt. «Auf diese Weise werden Kapazitäten für die Grundpflege frei.» Zudem würden Angestellte auch mal ausserhalb ihres angestammten Arbeitsbereichs aushelfen.

Für das Pflegepersonal gilt noch mehr als sonst äusserste Vorsicht, damit es gesund bleibt und nicht selbst zum Überträger des Coronavirus wird und seine Spitexkunden ansteckt. Schliesslich zählen viele davon zur Risikogruppe: über 65-jährig oder Menschen mit einer Vorerkrankung.

Keine Senioren mehr für Mahlzeitendienst

Wo es möglich ist, schränkt das SMZO wie von den Behörden empfohlen den Kundenkontakt auf ein Minimum ein. So sind beim Sozialdienst in Visp bis auf Weiteres keine Beratungstermine vor Ort mehr möglich. «Ausser in Ausnahmefällen wird die Beratung telefonisch durchgeführt», so Loretan. Dies gilt auch im Bereich der sozialpädagogischen Familienbegleitung sowie bei der Schulsozialarbeit.

Gerade auch die Auslieferung beim Mahlzeitendienst musste umorganisiert werden. Für gewöhnlich stehen bei der Verteilung zahlreiche Helfer, viele von ihnen im Pensionsalter, im Einsatz. Da diese zur Risikogruppe zählen, müssen sie vorübergehend durch Personen aus der Hauswirtschaft und freiwillige Helfer ersetzt werden.

Weitere Massnahmen – sollte sich der Pflegebedarf verschärfen – sind bereits angedacht: «In diesem Fall würden wir die Angestellten nach ihrer Bereitschaft fragen, ihre Ferien zu verschieben», nennt Loretan eine Option. Weil man aktuell sowieso nirgendwohin mehr verreisen könne, würde dies den Mitarbeitern womöglich gar in die Karten spielen, so der Geschäftsführer. Ein Ferienstopp sei derzeit hingegen nicht vorgesehen. Eine weitere Überlegung: die Reaktivierung von ehemaligen oder pensionierten Pflegemitarbeitenden.

mas

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