Geburten | Engpässe in den Visper Gebärsälen?

«Räumlich und personell für Notfälle gerüstet»

Steigende Geburtenzahlen. Auch im Wallis kommen wieder mehr Kinder zur Welt (Symbolbild).
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Steigende Geburtenzahlen. Auch im Wallis kommen wieder mehr Kinder zur Welt (Symbolbild).
Foto: Keystone

Dr. Franziska Zen Ruffinen: «Dank unserer Pädiatrie können wir Neugeborene ab der 34. Schwangerschaftswoche betreuen.» (Archivbild).
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Dr. Franziska Zen Ruffinen: «Dank unserer Pädiatrie können wir Neugeborene ab der 34. Schwangerschaftswoche betreuen.» (Archivbild).
Foto: 1815.ch

Quelle: 1815.ch 12.08.15 0
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Durchschnittlich werden im Oberwallis pro Jahr jeweils um die 700 Kinder geboren. Tendenz steigend. Immer mehr Paare nehmen gleichzeitig Kinderwunschtherapien in Anspruch.

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Der Monat September wird nicht selten als geburtenreichster Monat angeführt. Neun Monate nach Weihnachten kommen laut internationalen Studien die meisten Kinder zur Welt. Trifft dies auch für das Oberwallis zu und ist gar mit Engpässen in den Visper Geburtssälen zu rechnen? «Es wäre schön, wenn wir sehr viele Geburten erwarten würden», erklärt Dr. Franziska Zen Ruffinen Imahorn, Verantwortliche der Abteilung Frau und Kind im Spitalzentrum Oberwallis (SZO), auf Anfrage. Einen ausserordentlichen Anstieg sieht sie nicht voraus.

Bislang 400 Geburten

Derzeit habe man im Spital Visp eine stabile Geburtenrate und hoffe, auch in diesem Jahr wiederum auf die durchschnittlichen 700 Geburten zu kommen. Bis Ende Juli 2015 wurden bereits über 400 Geburten gezählt. Wie in der übrigen Schweiz nehme die Geburtenrate aber auch im Wallis wieder leicht zu, betont Zen Ruffinen. Ob dabei zu bestimmten Jahreszeiten häufiger Kinder zu Welt kommen, kann die Spezialistin nicht bestätigen. «Das könnte ich über den Daumen gepeilt nicht sagen. Ich führe allerdings auch keine Statistik darüber.»

Man versuche nach Möglichkeit immer alle Frauen, die zur Geburt angemeldet sind, aufzunehmen. «Wir haben einen sehr gut organisierten Gebärsaal mit genügend extrem engagierten Hebammen, die neben den regulären Diensten in einem Pikett-System arbeiten, so dass die Familien immer optimal betreut sind», erklärt Zen Ruffinen. Dasselbe gelte auch bei den Ärzten, welche mit einem Assistenzarzt, einem Oberarzt und einem Chefarzt jeweils zu Dritt einsatzbereit seien.

Notfall-Bett für alle Fälle

Bei Engpässen stehen, so Zen Ruffinen, zusätzlich spezialisierte Pflegefachfrauen bereit, die Frauen nach der Geburt sehr schnell ins Wochenbett übernehmen können, «so dass wir fast nie Probleme mit der Anzahl der Gebärsäle haben». Insgesamt stehen im Visper Spital drei voll ausgestattete Säle und ein Vorbereitungsraum zur Verfügung. In einem zusätzlichen Untersuchungsraum könne als Ausweichmöglichkeit zudem auf ein weiteres Gebärbett für den Notfall zurückgegriffen werden. Man sei sowohl räumlich als auch personell für Notfälle gerüstet.

«Dank unserer Pädiatrie können wir Neugeborene ab der 34. Schwangerschaftswoche und 2'000 Gramm betreuen und haben drei Inkubatorenplätze für Frühgeborene und kranke Neugeborene», erklärt die Frauenärztin weiter. Auch personell bestehe auf der Pädiatrie und der Neonatologie ein Dienst mit spezialisierten Pflegefachfrauen, einem Assistenzarzt und einem Pädiatrie-Facharzt sowie dem Chefarzt.

Bei tatsächlichen Engpässen, vor allem bei der Betreuung für Frühgeburten, habe man zudem eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Geburtshilfe in Sitten. «Im Gegenzug übernehmen wir bei Überlastung der dortigen Neugeborenenintensivstation auch Frauen zur Geburt und zur neonatologischen Betreuung der Kinder.»

Kinderwunsch ein Thema

Die SZO-Abteilung Frau und Kind spielt nicht nur während und am Ende der Schwangerschaft eine wichtige Rolle. Bereits vor einer Schwangerschaft wird künftigen Eltern bei Bedarf Hand geboten. «Kinderwunschpatientinnen sind in den gynäkologischen Praxen und auch in den Praxen und Sprechstunden der Frauenklinik am SZO integriert», erklärt Zen Ruffinen dazu.

«Mit dem zunehmenden Alter der Erstgebärenden nimmt auch der Bedarf an Kinderwunschtherapien zu.» Bei der ersten Geburt seien die Frauen heute in der Regel über 30-jährig, wobei die Fruchtbarkeit statistisch jedoch ab 35 Jahren deutlich abnehme. Es könnten aber auch andere Faktoren mit einer einschränkenden Auswirkung auf die Fruchtbarkeit bei Paaren hinzukommen, wie etwa Gewicht oder Nikotin.

Im Oberwallis durchgeführt werden laut Zen Ruffinen in diesem Zusammenhang hormonelle Untersuchungen, Abklärungen der Eileiter und der Gebärmutterhöhle, Spermiogramme im SZO Labor in Brig sowie Abklärungen zu chronischen Erkrankungen, die zu einer verminderten Fruchtbarkeit führen können. Zur Therapie angeboten werden weiter Stimulationsbehandlungen für die Förderung der Eireifung und Inseminationen (Einführen von aufbereitetem Sperma des Partners in die Gebärmutter). Das Labor am SZO Brig sei im Rahmen der Spermienaufbereitung äusserst flexibel. «Die bisherigen Inseminationen im Haus waren sehr erfolgreich.»

Zusammenarbeit mit Zentren

Bei In-Vitro-Fertilisationen (IVF) arbeitet die Abteilung Frau und Kind des SZO ausserdem mit entsprechenden Zentren ausserhalb des Kantons zusammen, so etwa der Universitätsklinik Bern oder dem Lindenhofspital in Bern. «Damit die Frauen bei der Therapie nicht belastet sind, überwachen wir die IVF-Zyklen unter Anleitung der jeweiligen Zentren», erklärt die Fachfrau in diesem Zusammenhang.

«Ziel ist es, den Frauen eine optimale Abklärung und Therapie vor Ort anzubieten, um Stress durch zeitlichen und örtlichen Aufwand zu vermeiden und somit das Gelingen einer Kinderwunschtherapie zu optimieren.» In seltenen Fällen könne man für Spezialtherapien ausserdem auch Kontakte ins Ausland vermitteln.

pmo
12. August 2015, 07:00
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