Umwelt | Zermatt testet innovativen Asphalt – eine Schweizer Premiere

Strassenbelag aus Plastik

Ein Mitarbeiter von MacRebur füllt in der Asphaltaufbereitungsanlage der Ulrich Imboden AG Restplastik ein.
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Ein Mitarbeiter von MacRebur füllt in der Asphaltaufbereitungsanlage der Ulrich Imboden AG Restplastik ein.
Foto: Walliser Bote

Quelle: 1815.ch 3

In Europa ist er schon weit verbreitet, in der Schweiz kennt ihn indessen noch niemand. Die Rede ist von Asphalt, der teilweise aus nicht recyclierbarem Kunststoff hergestellt wird. Ein Pilotprojekt in Zermatt.

Das schottische Unternehmen MacRebur hat einen innovativen Weg gefunden, um mit Hilfe von Kunststoffabfällen einen besseren Asphalt herzustellen.

Konkret verwendet das Unternehmen dazu Kunststoffe, die für die Deponierung oder Verbrennung besteimmt sind, und verarbeitet diese zu einer Asphaltmischung, um das Bitumem in dieser Mischung zu verlängern. Der Plastikanteil beträgt 3 Prozent.

Wie Kirk Tinham, Direktor von MacRebur Switzerland, erklärt, wird der Asphalt durch die Plastikbeigabe flexibler und damit langlebiger.

Zermatt wurde als Pilotprojekt gewählt, weil es dort grosse Temperaturschwankungen gibt. In Schottland hält der Kunststoffasphalt laut Tinham 60 Prozent länger als herkömmlicher Asphalt. Wie dieser Wert in der Schweiz aussehe, werde die Pilotphase zeigen.

Als Baupartner in Zermatt setzt MacRebur auf die Ulrich Imboden AG. Diese verlegt heute Nachmittag beim Hotel Ginabelle in Zermatt den neuartigen Strassenbelag. Rund 60 Tonnen werden dabei verarbeitet. Laut Olivier Imboden ändert sich sowohl beim Herstellungsprozess als auch beim Verlegen des Asphalt nichts im Vergleich zur herkömmlichen Arbeitsweise. Auch optisch sieht das Material genau gleich aus wie normaler Asphalt.

Mehr zum Thema im WB vom 15. Juni 2019

mk

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Kommentare

  • Urs Blaser, Pierre de Bressse - 82

    Solange die Plastikteilchen von Bitumen umgeben ist, stimmt ihre Argumentation. Bei Abrieb des Strassenbelages werden die Teichen freigesetzt. Abnützung des Strassenbelages kann nicht verhindert werden. Auch ihre Firma bringt keine chemische Verbindung Plastik/Bitumen zustande.
    Dass für den verwendeten Plastik ansonsten keine Verwendung finden würde, macht die Angelegenheit nicht besser.
    Den Gemeinden kann man nur raten - Hände weg von solchen Produkten. Diese finanzielle Einsparung hebt die Umweltbelastung nicht auf.

  • Laura Tinham, Zermatt - 78

    Wir führen an jedem von uns verwendeten Standort Bindemittelrückgewinnungstests durch, um sicherzustellen, dass unsere Produkte vollständig im Asphalt homogenisiert sind. Dies stellt sicher, dass keine verbleibenden Kunststoffmikroteilchen freigesetzt werden, da diese vollständig in den Asphalt integriert sind. Am Ende des Straßenlebens können diese Materialien wieder im Rahmen von RAP verwendet werden, einer der größten Erfolgsgeschichten im Baurecycling.
    Wir haben auch Auslaugungstests durchgeführt und festgestellt, dass unsere Produkte nicht aus dem Straßenweg auslaugen.

    Der Prozess, die Tests und unser Qualitätskontrollsystem wurden alle von der Scottish Environment Protection Agency genehmigt. Diese Genehmigung hat 2 Jahre gedauert und bedeutet, dass wir (soweit wir wissen) das einzige Unternehmen in Europa sind, das die Genehmigung zur Umwandlung von Kunststoffabfällen in ein Produkt zur Verwendung im Straßenbau erhalten hat.

    Es ist auch sehr wichtig zu beachten, dass wir Produkte verwenden, die ansonsten auf dem Land gefüllt oder verbrannt worden wären. Die Verwendung auf diese Weise schafft eine neue Kreislaufwirtschaft, liefert eine hochwertige Oberfläche und kann helfen, Geld zu sparen.

  • Urs Blaser, Pierre de Bressse - 114

    Hat sich jemand bei dieser Idee überlegt: Was passiert mit den Plastikteilchen beim Abrieb durch mechanische Einwirkung. Sie werden sie im Wasser wiederfinden. D.h. Fische und andere Lebewesen werden die Teilchen aufnehmen. Später gelangen sie in den menschlichen Körper! Ist dieser Belag wirklich eine gute Idee??

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