Schafsömmerung | Elektro-Flexinet des Nachtpferchs übersprungen

Wolf greift geschützte Herde im Turtmanntal an

In den Südtälern des Kantons Wallis halten sich zurzeit drei bis vier Wölfe auf.
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In den Südtälern des Kantons Wallis halten sich zurzeit drei bis vier Wölfe auf.
Foto: zvg

Quelle: 1815.ch 8

In der Nacht auf Freitag hat ein Wolf eine 550-köpfige Schafherde im Turtmanntal angegriffen. Dabei wurde ein Lamm getötet, ein weiteres verletzt.

«Das tote Lamm wurde am Freitagmorgen von der Hirtin unmittelbar neben einem Nachtpferch gefunden. Das verletzte Tier fand sie innerhalb des Pferchs. Beide wiesen Bisswunden am Kehlkopf auf. Der zuständige Wildhüter, der Tiere in Augenschein nahm, geht von einem Wolf als Angreifer aus», sagt Alp-Chef René Bregy auf Anfrage von 1815.ch.

Laut Bregy befanden sich die 550 Tiere wie jede Nacht in einer elektrifizierten Nachtkoppel aus 90 Zentimeter hohen, elektrifizierten Flexinet in der Grösse eines Fussballfeldes. Bewacht von zwei Herdenschutzhunden. «Ein Netz in dieser Höhe zu überspringen, bereitet dem Wolf keine Mühe», sagt Bregy.

Erstmals Verluste seit 1997

Seit der Aufgabe sämtlicher Schafalpen mit traditioneller Sömmerung im freien Weidegang zwischen der Moosalp und dem Turtmanntal ist der Druck auf die beiden behirteten Herden im Turtmanntal und auf der Moosalp gewachsen. «Beunruhigen lassen wir uns deshalb nicht. Die getroffenen Herdenschutzmassnahmen sind gut. Einen hundertprozentigen Schutz für Schafe in Gebieten mit Wolfspräsenz gibt es nicht. Wären die Tiere ungeschützt gewesen, wäre es wohl nicht bei den beiden Lämmern geblieben», weiss Bregy.

Die Turtmanntal-Schäfer haben ihre Schafsömmerung 1997 auf das Umtriebsweidesystem mit Behirtung umgestellt. Seit letztem Jahr stehen einer deutschen Hirtin mit drei Boarder Collies zusätzlich zwei Herdenschutzhunde zur Seite. Mithilfe der Collies holt sie die Tiere aus einer elektrifizierten Tageskoppel aus Flexinet allabendlich in den Nachtpferch. «Es ist das erste Mal seit 1997, dass wir wegen eines Wolfsangriffs Schafe verlieren. Obwohl im Turtmanntal seit Jahren immer wieder Wölfe auftauchen.»

«Rassen-Mix funktioniert»

In den Herdenschutz der Turtmanntal-Schäfer wurden letzthin auch 120 Schwarznasenschafe integriert. Diese wurden nach Angriffen des Wolfes im benachbarten Meid- und Augsttälli von ihren Besitzern vor zehn Tagen von der Alp geholt. «Die Integration der Schwarznasenschafe in die Herde von Weissen Alpenschafen ist problemlos über die Bühne gegangen. Die Schwarznasen haben sich vom ersten Tag an gut an die Präsenz von Herdenschutzhunden gewöhnt», ist Alp-Chef Bregy zufrieden mit dem Experiment gemeinsamer Sömmerung verschiedener Schafrassen.

zen

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Kommentare

  • P. Wittwer - 92

    Vielleicht haben die vergangenen schönen Sommertage Sie auch eingeladen, eine Wanderung mit ihren Kindern in den schönen Schweizeralpen zu unternehmen. Aber was, wenn Sie dabei wie ein italienisches Ehepaar von einem Bären angegriffen und verfolgt worden wären? Oder Sie übernachten in einem Ferienhaus und hören, wie ein Bär die Glastüre zertrümmert, in die Speisekammer eindringt und sich an Kartoffeln und Brot gütlich macht? Dies ist leider nicht blosse Angstmacherei, sondern im vergangenen Winter in der Schweiz tatsächlich geschehen. Nun berichtete das Schweizerradio SRF1 in den 8:00-Nachrichten von heute morgen einmal mehr von dem Konflikt zwischen der Bergbevölkerung und den Stadtbewohnern bezüglich der Frage, ob Wölfe und Bären in der Schweiz überhaupt ihren Platz haben sollen. Viele Bergbauern wehren sich gegen das Akzeptieren von Wölfen und Bären, sind sie doch immer wieder damit konfrontiert, dass Tiere ihrer Herden gerissen werden. Der eidgenössische Jagdinspektor Reinhard Schnidrig berichtet im Interview von SRF1, dass damals vor 15-17 Jahren, als der Wolf wieder in die Schweiz zurückkam, nicht nur viele Tiere getötet wurden, sondern es zu „regelrechten Massaker in den Schafherden“ kam. Dennoch rügt der Jagdinspektor einzelne Bergkantone, dass sie - Zitat: „immer noch von der Vorstellung ausgehen, dass „keine Wölfe“ eine Option sei. Das ist aber nicht mehr möglich. Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir mit diesen Wölfen und Bären in Zukunft leben müssen und wollen.“ Zitatende. Da stellen sich dem Bürger ganz klar 2 Fragen: Weshalb eigentlich hat man in der Vergangenheit nie etwas von diesen Massakern gehört? Und wer sind wohl diese Vereinigungen, die solches wollen und Massaker an Tieren und auch Menschen dem Leben vorziehen? Oder glauben wir allen Ernstes, dass sich Wölfe dahingehend verändert haben, dass sie sich heutzutage nur von Gras und Heidelbeeren ernähren? Denn wenn die von besorgten Bauern geforderten Schutzmassnahmen für die Tiere breitflächig umgesetzt werden und greifen, bleibt den hungrigen Wölfen und Bären doch nichts anderes übrig als über Menschen herzufallen. Wer schon erfahren hat, dass sich gewisse Menschen am Tod ergötzen, kommt nicht um die Frage herum, ob hinter all diesen Bemühungen, die Eingliederung von Wölfen und Bären zu fördern, Satanssekten stecken könnten.

  • uli - 132

    Bravo Hr . Bregy !!!!
    Immer schön bei der Warheit bleiben !
    Auch wenn es dem Geldgeber nicht gefällt !!!!

  • Mario - 2440

    Hat man den Wolf mit eingezaunt???

  • Schaf Rosa - 1868

    Seit 1997 der erste Wolfsangriff obwohl der Wolf da ist... Da geht aber bei den anderen Schafsgenossen mächtig etwas schief.... Ich frage jetzt nicht was. Weil die Antwort ist eh immer dieselbe... Obwohl das Turtmanntal etwas anderes beweist, was man dummerweise nicht wiederlegen kann...

    • Paul - 186

      Ja Franziska du sagst es die Welt ist ein trauriger Ort in länder sterben die Menschen an Hunger und Not und bei uns in der Schweiz werden Raubtiere mit Handschuhen angefasst da kommt mir auch ein spruch in den Sinn Vater vergieb ihnen den sie wissen nicht was sie tun

    • Franziska - 1221

      Lieber Lepo.
      Gratuliere zu deiner brillanten Antwort!
      Da ist mir spontan der Bibelspruch "selig sind die geistig Armen, ihnen gehört das Himmelreich" eingefallen. Gut haben solche Menschen wie du einer bist, nichts zu sagen, sonst wäre die Welt ein trauriger Ort..

    • Lepo - 7931

      Stimmt.
      Das Turtmanntal beweisst tatsächlich, dass dieser Herdenschutz nicht geeignet ist.
      Der einzig richtige Herdenschutz hat eine Mündungsgeschwindigkeit 900 m/s und einen Durchmesser von 7mm.

  • Beni - 4964

    Bravo Herr Bregy... Sie muss man jetzt einfach auch mal loben. Guter Job mit einer guten Einstellung... Das ist für mich mal ein Alp-Chef... Einer der nicht der ganze Tag am jammern ist... Bravo!!!

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