Landwirtschaft | Mehrere Fälle der Rinderseuche BVD im Oberwallis festgestellt. Kontrollen werden intensiviert

Virus verunsichert Oberwalliser Viehzüchter

«Wir müssen einen grossen Effort leisten»
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«Wir müssen einen grossen Effort leisten»
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Virus. Oberwalliser Viehzüchter sind gefordert. Der Kantonstierarzt verlangt konsequente Tierverkehrsmeldungen.Symbolbild WB
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Virus. Oberwalliser Viehzüchter sind gefordert. Der Kantonstierarzt verlangt konsequente Tierverkehrsmeldungen.Symbolbild WB
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Quelle: 1815.ch 0

Oberwallis | Im Kanton Wallis gibt es in diesem Jahr schweizweit am meisten BVD-Fälle. Auffallend viele finden sich im deutschsprachigen Kantonsteil.

Armin Bregy

Auf der Alpe Bel bei der Belalp haben sich im vergangenen Jahr verschiedene Rinder mit dem Bovine Virus-Diarrhoe (BVD) angesteckt. Mehrere Tiere mussten geschlachtet werden. Ungeklärt blieb, wie der Virus auf die Alpe gelangt ist – eine frustrierende Situation mit weitreichenden Folgen für die Züchter, die ihre Kühe auf der Alpe sömmerten. Denn der ansteckende Virus wurde von der Alpe Bel nun in andere Regionen verschleppt, wie Eric Kirchmeier bestätigt. Im Oberwallis wurden 2019 bis jetzt zehn BVD-Fälle festgestellt, insgesamt 17 Kälber mussten geschlachtet werden. Im Unterwallis ist ein Fall bekannt, wie der Walliser Kantonstierarzt mitteilt.

«Für die betroffenen Bauern ist dies ein harter Schlag», sagt Kirchmeier, «denn es kann sogar um das Überleben eines landwirtschaftlichen Betriebes gehen.»

Der Tierverkehr

Wo genau die verschiedenen BVD-Fälle festgestellt wurden, lässt Kirchmeier offen. Es gehe darum, die Tierhalter zu schützen. Auffallend: Mehr als 99 Prozent der Betriebe in der Schweiz sind BVD-frei. Doch gibt es Regionen, wo dies nicht der Fall ist. Betroffen ist insbesondere das Oberwallis. Der Kanton Wallis weist derzeit schweizweit am meisten BVD-Fälle auf, wobei im Unterwallis in diesem Jahr nur eine Ansteckung bekannt geworden ist. «Das Virus ist ansteckend und verursacht grosse wirtschaftliche Schäden», sagt Kirchmeier. «Müssen Tiere geschlachtet werden, erhält der Bauer zwar eine finanzielle Entschädigung. Dies ist bei den entstehenden Zusatzarbeiten indes nicht der Fall.» Ein Pro­blem sei weiter, dass betroffene Bauern ihre Rinder nicht sömmern dürfen, was wiederum mit Mehrkosten verbunden sei. Er könne als Kantonstierarzt zwar Sonderbewilligungen für das Sömmern erteilen, dies sei jedoch mit Risiken verbunden, so Kirchmeier weiter.

Die Verbreitung der Seuche hängt insbesondere mit dem Tierverkehr zusammen. Infizierte Tiere, die mit anderen Rindern in Kontakt kommen, können das Virus weitergeben. Hauptansteckungsquelle sind jedoch Kälber, die sich im ­Mutterleib mit BVD-Viren anstecken: Sie können lebenslang Viren streuen. «Nicht die Landwirte sind Schuld, wenn ihre Tiere am BVD-Virus erkranken», betont Kantonstierarzt Kirchmeier denn auch. «Sie können aber durch konsequente Tierverkehrsmeldungen viel dazu beitragen, um die Kontaminationsquelle zu eruieren.»

Der Massnahmenplan

2008 wurden in der Schweiz 4469 BVD-Fälle registriert. In der Folge wurden die Massnahmen verstärkt. 2016 waren es noch 118 BVD-Fälle, 2017 gab es einen sprunghaften Anstieg – es wurden 258 Fälle festgestellt. Deshalb wurden in der Folge die Bekämpfungsmassnahmen weiter verstärkt. «Wir müssen einen grossen Effort leisten, wollen wir die Krankheit in den Griff bekommen», sagt Kirchmeier, «und dazu müssen Landwirte, Tierärzte und das kantonale Veterinäramt eng zusammenarbeiten.»

Auch der Bund will die Überwachung in diesem Jahr weiter intensivieren. Mit Tankmilchproben respektive Blutproben sollen kranke Tiere aufgespürt werden. Kirchmeier hofft, dass sich die BVD-Situation in den kommenden Monaten im Oberwallis entschärft.

«Wir müssen einen grossen Effort leisten»

Eric Kirchmeier
Kantonstierarzt

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