Open Air Gampel | Wie der Zufall so spielt - ein Treffen mit zwei Weltreisenden

«Wir müssen unglaublich viel verarbeiten»

Happy. Thomas und Lea sind per Zufall am Open Air Gampel gelandet.
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Happy. Thomas und Lea sind per Zufall am Open Air Gampel gelandet.
Foto: 1815.ch

Thomas Schlittler ist Kolumnist und hat seine Weltreise per Autostopp schriftlich festgehalten.
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Thomas Schlittler ist Kolumnist und hat seine Weltreise per Autostopp schriftlich festgehalten.
Foto: 1815.ch

Quelle: 1815.ch 1

Thomas Schlittler und Lea Wagner waren am Freitag die wohl glücklichsten Besucher des Open Air Gampel. Nach zwei Jahren Weltreise per Autostopp brachte sie der Daumen am Strassenrand direkt backstage ans Tote-Hosen-Konzert.

«Entschuldigung, weißt du, wie das Wetter heute Abend wird?» Ein gleichaltriger Mann, der vor wenigen Minuten neben mir im Medienbereich Platz genommen hat, schaut mich an. «Es soll regnen», so meine Antwort. «Kann es sein, dass ich dich kenne?», frage ich nach kurzem Zögern. Neben mir sitzt Thomas Schlittler, sein Gesicht kenne ich aus der Kolumne «Per Autostopp um die Welt», neben ihm seine Freundin Lea. «Du bist erst die Zweite, die mich seit meinem Reiseantritt erkennt.»

Thomas und Lea haben die letzten zehn Monate gemeinsam auf Weltreise verbracht. «Es war schon immer mein Traum, eine Weltreise zu machen. Also habe ich vor zwei Jahren damit gestartet», erklärt Thomas. Lea, die seit acht Jahren seine Freundin ist, hat ihn immer mal wieder auf der Reise begleitet, bis sie für die letzten zehn Monate komplett dazu gestossen ist.

Ein Höhepunkt nach dem anderen

«Wir wollten heute von Chamonix zur zweitletzten Etappe antreten. Von dort aus haben uns zwei Amerikaner mitgenommen, anschliessend ging es mit dem Sportdirektor des HC Sion weiter. Da dachten wir schon: Wow nicht schlecht, ein ehemaliger Hockeyprofi nimmt uns mit. Wir wussten ja noch nicht, was danach kommt. Unser 1007. Fahrer war ein Moderator des Radio «RhoneFM». Er erzählte uns vom Open Air, dass er dort hingehe und die Toten Hosen spielen würden», erzählt Thomas.

Kurzum besorgte ihnen der Radiomacher zwei Backstagepässe für den Freitag, damit Thomas seine absolute Lieblingsband live sehen kann. «Geplant war eigentlich dass der Freitag der letzte Tag der Weltreise sein sollte. Nun wird es ein Tag mehr», so Lea. Thomas schrieb während seinen 26 Monaten auf Tour immer wieder Kolumnen über seine Erlebnisse und Bekanntschaften, die er machte. «Lea schrieb auch eine und zwar die meistgelesenste. Aber ich bin drüber hinweg», lacht Thomas.

Prägende Momente und Begegnungen

Gemeinsam bereisten die beiden 50 Länder. Am Ende angelangt, erwartet sie im Oktober ihre eigene Hochzeit. «Wenn wir unseren Weggefährten davon erzählten, sagten viele, sie wollen bei der Hochzeit dabei sein. Ein Bekannter aus Mexiko wird dies nun tatsächlich tun», freut sich Lea. Auch sonst hatte die Reise viel zu bieten, die Sprachbarrieren im asiatischen Raum wurden mit Händen und Füssen sowie Google-Translator überwunden.

Und das wohl ausserordentlich sympathisch, denn wie die beiden erzählen, wurde ihnen das schönste Hotelzimmer ihrer Reise von einem Chinesen gesponsert. «Thomas hat während der Reise übrigens Spanisch gelernt. Wir sind jetzt echt gut im Smalltalk», so Lea. Generell waren die Begegnungen positiv. «Wir durften sogar mit auf eine Hochzeit. Wenn die Leute, die uns mitnahmen, etwas vorhatten, wurden wir meist dazu eingeladen», sagt sie.

Emotionales Durcheinander am Ende der Reise

Das Reisen per Autostopp sei fast wie Reisen mit dem Bus. «Man kann gut steuern, wohin der Weg geht und wo man einen Aufenthalt macht. So habe ich meine Eltern in Alaska und einmal Lea in China treffen können, das war sehr leicht zu timen.» Am Dienstag waren die beiden noch in Barcelona, davon sollte auch die letzte Kolumne von Thomas handeln, diese fällt wegen den aktuellen Geschehnissen vor Ort nun aus.

«Barcelona ist momentan von Touristen überfüllt. Und ich schrieb in der Kolumne darüber, dass man Barca mal eine Pause gönnen soll. Wir mussten in einem Park nächtigen, da sämtliche Hotels ausgebucht waren», betont Thomas. «Erst unser letzter Fahrer hat uns über die Terroranschläge der vergangenen Tage informiert. Das ist ein komisches Gefühl. Vor allem weil wir jetzt hier an diesem Festival sind, wo alle so glücklich sind. Es ist gerade viel zu verarbeiten.» Nichts destotrotz freuten sich die beiden am Freitagabend auf das Hosen-Konzert und wollten es auch geniessen, wie sie versicherten.

Zu den Kolumnen von Thomas geht’s hier.

noa

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Kommentare

  • Zehnder Damian, Zermatt - 813

    Alles gratis auch das Open Air? Das glaubt keinen Hund.

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