Grossraubtiere | Auf Schafalpen im Val d’Anniviers

Wolf reisst innert drei Tagen 28 Schafe

Fotofallenbild eines Wolfes des Augstbord-Rudels vom 22. Juli 2017 im Turtmanntal.
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Fotofallenbild eines Wolfes des Augstbord-Rudels vom 22. Juli 2017 im Turtmanntal.
Foto: Manfred Zeiter

Quelle: WB 5

Auf der Alpe Singlinaz im Val d’Anniviers hat ein Wolf vom Donnerstag bis Samstag letzter Woche insgesamt 28 Schwarznasenschafe gerissen. Die Schäfer haben ihre Tiere inzwischen abgealpt.

Betroffen waren zwei Schäfergruppen aus dem Oberwallis, die ihre Herden im Sommer schon seit Jahrzehnten auf gepachteten Alpen in der Region Alpe Singlinaz bei den Skiliftanlangen im Val d’Anniviers sömmern. Die Alpen sind vom Kanton als nicht schützbar qualifiziert worden. Deshalb wechseln sich die Schäfer jeweils tageweise ab, um nach den Tieren zu schauen.

Zwischen Donnerstag und Samstag sind die beiden Schafgruppen wiederholt von einem, vielleicht aber auch von mehreren Wölfen angegriffen worden. Und haben ein regelrechtes Massaker angerichtet. Innerhalb dreier Tage sind insgesamt 28 Tiere der rund 140 gesömmerten Schwarznasenschafe getötet worden.

Beide Schäfergruppen haben die Tiere am Samstag mit grossem Aufwand zurück ins Tal geholt. Dabei konnten sie auf die Solidarität anderer Schäfer zählen. So konnten die Tiere auf eine Alpe im Nikolaital auf der Höhe von Randa hochgetrieben werden. In diesem Gebiet ist es in den zurückliegenden Jahren noch nie zu Wolfsrissen gekommen.

Bei der kantonalen Jagdververwaltung bestätigt man die Risse. «Allerdings sind beim zuständigen Wildhüter von den Schäfern bislang erst 13 tote Schafe zur Aufnahme vorgezeigt worden», erklärt der Walliser Jagdchef Peter Scheibler. Offenbar war es den Schäfern in der kurzen Zeit noch nicht möglich, alle Kadaver in dem weitläufigen Gebiet dem Wildhüter vorzuzeigen.

Ob bei einer so hohen Anzahl getöteter Schafe bereits eine Abschussverfügung ins Auge gefasst werde, konnte der Scheibler nicht schlüssig beantworten, weil noch nicht alle Fakten zu den Umständen, wie die Tiere zu Tode kamen, auf dem Tisch lägen. «Zudem liegt die betroffene Alpe im Streifgebiet eines Rudels, also kommt ein Einzelabschuss zurzeit nicht in Frage, sondern würde über eine Rudelregulation erfolgen.»

Der Fall wird derzeit auch bezüglich des Herdenschutzes abgeklärt. «Bei den betroffenen Alpen handelt es sich um kleine Gebiete. Inwieweit den Schäfern hier Herdenschutz zugemutet werden kann, wird derzeit untersucht», erklärt der kantonale Herdenschutzverantwortliche André Summermatter.

zen

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Kommentare

  • Kurt Anliker, Bächli - 621

    Auf srf.ch sind es 16 Schafe. 5 Tote und 11 wurden zum Tierarzt gebracht ...
    Journalismus ist kein einfacher Job, speziell wenn Emotionen im Spiel sind.

  • Markus Haupt, Zürich - 846

    Selber schuld wenn man Tiere auf nicht schützbaren Alpen hält. Auf der Autobahn geht es ja auch nicht. Also was soll das Geheule um Mehraufwand. War ja von Anfang an klar.
    Einzig komisch der Umstand, dass jetzt im Nachgang geprüft witd, ob Herdenschutz zumutbar ist.
    Ist es denn den Schafen zumutbar, dass ihr Schutz nicht sichergestellt ist? Tierschutz? Tierliebe?
    Die "Walliserlösung" ist aber, wie so oft, zu kurz gedacht. Aber dort sind ja auch Pferdequäler Tierschützer.
    Benehmt Euch oder Ausgleichszahlungen stoppen. So einfach.

  • Adrian Venetz, Stalden - 14733

    Sehr geehrte Jagdverwaltung es reicht. Den Bauern muss jetzt Unbürokratisch schnell geholfen werden. Die Entschädigung für die Tiere ist das eine, der Mehraufwand die Tiere auf eine andere Alp zu treiben und weiter zu machen das andere. Lobenswert ist Eurer Entscheid, nicht ein Wolf abzuschiessen, sondern das ganze Rudel zu entfernen. Ob da Herr Gerke mit seinen Wolfsfanatikern einverstanden ist spielt für uns Walliser keine Rolle.

    • Ricco Renn, Zürich - 548

      Tierhafter müssen Schafe eben SCHÜTZEN - beispielsweise mit HERDENHUNDEN, Elektrozäunen mit Flatterbändern und so weiter. Informiert euch. Man kann eben Schafe nicht unbeaufsichtigt auf den Alpen lassen und jedesmal "Wolff!!!" kreischen, wenn Schafe abstürzen oder wegen Vernachlässigung verrecken! Und jetzt ärgert euch mal - ihr schlafffffi Walliser!

    • Doni Seiler, Seckach - 5510

      Ob das so zu verstehen ist? Es sollte mich freuen. Aber bisher regiert noch die Zweiklasseneinteilung. Wölfe sollen, warum auch immer, "wertvoll" sein. 10 gerissene oder übel zugerichtete, sterbende Schafe werden billigend hingenommen, "ist halt Natur", aber EIN geschossener Wolf, welch ein Aufschrei...

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