Wildtiere | Im Val d’Hérens hat vermutlich der Wolf zugeschlagen

Heftige Attacken auf Schafe in Gitterverschlägen

Kommt es im Wallis zur Bildung eines Wolfsrudels, dem zweiten in der Schweiz neben jenem im Calandagebiet?
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Kommt es im Wallis zur Bildung eines Wolfsrudels, dem zweiten in der Schweiz neben jenem im Calandagebiet?
Foto: zvg

Quelle: 1815.ch 2

Bei Les Haudères im Val d’Hérens sind 23 Schafe gerissen worden. Beim Angreifer geht man von einem Wolf aus. Beobachtet wurden Wölfe auch im Oberwallis.

Die Schafsömmerung hat im Wallis kaum begonnen, beklagen Walliser Züchter bereits etliche wahrscheinlich durch einen Wolf gerissene Tiere. Laut Peter Scheibler, Chef der Walliser Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere, wurden die Tiere bei zwei Angriffen Mitte und Ende letzter Woche getötet. «Wie üblich, haben wir auch in diesem Fall eine DNA-Analyse in Auftrag gegeben», erklärt Scheibler.

Gitterverschläge ohne Elektrifizierung

Die Schafe sollen laut Scheibler in einer Frühjahrsweide beim Weiler Villa bei Les Haudères in Gitterverschlägen ohne Elektrifizierung gehalten worden sein. «Das Gebiet ist wild und zerklüftet und deshalb wohl auch kaum für eine Einhagung mit Elekrozäunen geeignet.» Diesbezügliche Abklärungen in Bezug auf den Herdenschutz würden derzeit vom Amt für Landwirtschaft des Kantons vorgenommen.

«Bereits im August 2014 wurden auf der gegenüberliegenden Talseite des Val d’Hérens auf der Alpe Arpille eine ganze Reihe Schafe getötet», weiss Scheibler. Von der Wölfin F14, die dazumals erstmals im Wallis nachgewiesen wurde, wie DNA-Analysen ergaben. Sie wurde in der Folge im September 2014 bei Unterbäch als Angreiferin auf eine Schafherde nachgewiesen. Die Wölfin F14 ist im Übrigen nicht der erste weibliche Wolf im Wallis. Bereits in den Jahren 2003, 2006, 2010 und 2011 streiften weibliche Tiere durch den Kanton.

Zugewandert aus Italien?

Welcher Wolf hinter den Attacken im Val d’Hérens steckt, ist unklar. «Das Val d’Hérens gehört im Mittelwallis wie das Val d’Illiez und das Entremont zu den Haupteinwanderungsachsen von Wölfen aus Italien, wie Zuwanderungen aus der Vergangenheit belegen. Demzufolge könnte es sich um einen neuen Wolf im Wallis handeln», so Scheibler.

Kaum hinter den Angriffen stecken wohl die beiden Wölfe M46 und F14, die nach wie vor in der Augstbord-Region vermutet werden. «In der vergangenen Woche sind bei St. Niklaus und im Nanztal je ein einzelner Wolf beobachtet worden. Hinweise von Passanten im Gebiet, wurden nach Überprüfung von Wildhütern vor Ort bestätigt.»

Wildhüter sind auf Hinweise angewiesen

Am vergangenen Montag meldete überdies ein Jäger in der Region Eischoll die Beobachtung gleich zweier Wölfe, eines kleineren und grösseren. «Allerdings will er sich nicht zu erkennen geben, demzufolge konnten seine Beobachtungen nicht überprüft werden», bedauert Scheibler. «Werden den Wildhütern Risse, Kotspuren oder Beobachtungen gemeldet, wird das ernstgenommen und wo möglich von den Wildhütern überprüft. »

Die unbestätigte Beobachtung in Eischoll wiederum lässt Raum für die Spekulation, dass in der Augstbord-Region das Wolfspaar M46 und F14 für Nachwuchs sorgen könnte. «Sollten sich die beiden Tiere im Frühjahr tatsächlich gepaart haben, ist mit einer Beobachtung von Jungwölfen wohl frühestens im Juli oder August zu rechnen», sagt der Walliser Jagdchef.

zen

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Kommentare

  • Hans - 2282

    Endlich das erste Rudel - ich freue mich.

    • Hermi Plump - 205

      Lieber Hans,
      Ich kenne Sie nicht, doch ich frage mich, wie kann man so leichtsinnig und blauägig sein.
      Sind Sie schon einmal einem Wolf begegnet. Schauen Sie einmal einen Wolf in dei Augen. Sie werden nur das weisse Gebiss wahrmehmen und das Weite suchen.
      Dann wird die Freude blitzartig verschwinden. Ichhabe es erlebt, ich weiss von was ich schreibe.

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