Open Air Gampel | Das war der Donnerstag

«Zieht euch alle aus!»

Kein Halten. Marteria lässt die Meute beben.
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Kein Halten. Marteria lässt die Meute beben.
Foto: WB/Andrea Soltermann

Quelle: 1815.ch 0

Gegen 28 000 Festivalbesucher pilgerten an Tag 1 ans Open Air Gampel. Die vorwiegend jungen Menschen verwandelten das Gelände bereits am ersten Abend in ein Tollhaus. Beim Auftritt von Marteria gab es schliesslich kein Halten mehr.

«Und dafür habe ich Urlaub genommen», sagt ein junger Mann zu seinem Kumpel, nicht ohne ironischen Unterton, als er die Treppe der Bahnhofsunterführung in Gampel hochsteigt und auf zwei- bis dreihundert andere junge Menschen blickt, die vor den bereits völlig überfüllten, abfahrtsbereiten Bus drängeln. Der Stimmung tut dies jedoch keinen Abbruch.

Warum auch. Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite und der Alkohol hat bereits auf der Anreise viele Zungen gelockert. Es wird heiter geredet und herumgealbert, bis hin zum Zeltplatzeingang, wo bereits die erste positive Überraschung wartet. Die im letzten Jahr noch ellenlange Menschenschlange ist in diesem Jahr geradezu läppisch klein. Kaum haben sich die Festivalbesucher eingereiht, sind sie auch schon an der Kontrolle vorbei und auf dem Zeltplatz. Das neue Schleusensystem besteht die erste Bewährungsprobe mit Bravour.

Die Early Birds haben ihre Zelte bereits vor ein paar Stunden aufgestellt. Immer mehr Zelte gesellen sich dazu, während auf dem Festivalgelände auf Hochtouren die letzten Vorbereitungsarbeiten laufen. Auf einem Gelände, das nach dem diesjährigen Rekordsommer trostloser denn je daherkommt. Sporadisch blitzen aus all dem Erdreich ein paar Grasbüschel hervor. Der Wind wirbelt Erde auf und treibt Staubwolken vor sich her. Die für Freitag und Samstag angekündigten Regenschauer dürfen das Gelände in ein wahres Tollhaus verwandeln.

Doch so lange wollen die jungen Partygänger nicht warten. Nachdem schon beim Nachmittagskonzert von Death by Chocolate gute Stimmung aufkommt, heizt ihnen der Engländer Yungblud, mit bürgerlichen Namen Dominic Harrison, gehörig ein. Mit seinem hochgezogenen Hosenbund, dem schwarz-rosa gestreiften Pullover, dem feinen Goldkettchen und den stark gegelten, mittellangen Haaren könnte er sich direkt aus einer 90er-Jahre-High-School-Komödie heraus auf die White-Stage verirrt haben, wo er mit seiner Gute-Laune-Musik alle in seinen Bann zieht.

Weiter gehts mit Faber auf der White Stage. Der Platz vor der Bühne füllt sich zusehends mit Festivalgängern. Vom bemitleidenswerten Rasen ist kaum mehr etwas zu sehen, bis um 20.30 Uhr schliesslich der komplette Platz vor mehrheitlich sehr jungen Menschen überquillt. Der deutsche Rapper Marteria hat Gampel im Sturm erobert. Gekreische hebt sich über den Platz. Beinahe alle wippen mit dem Arm, wenn Marteria «Wir sind Alien» rappt. Beim Song «Lila Wolken» hüpfen alle wild durcheinander. Dann fordert Marteria das ­Publikum zum Striptease auf: «Zieht euch alle aus!» Beim nächsten Song wirbeln Tausende T-Shirts durch den Gampjer Nachthimmel. Die Zuschauer toben. Gampel ist zum Tollhaus geworden.

mas

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