Kultur | Monumentale Intervention im Schloss Majoria

Manor-Kulturpreis zeichnet Künstlerduo Barbezat-Villetard aus

Das Künstlerduo Barbezat-Villetard
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Das Künstlerduo Barbezat-Villetard
Foto: Barbezat-Villetard

Quelle: 1815.ch 0

Der Kulturpreis der Warenhauskette Manor wird im Wallis zum vierten Mal verliehen. Dieses Jahr wird das Künstlerduo Matthieu Barbezat und Camille Villetard ausgezeichnet. Vom 28. November bis zum 3. April 2016 präsentiert das Kunstmuseum Wallis ihr Projekt «a dissident room», eine spektakuläre Intervention.

Das Künstlerduo, bestehend aus Camille Villetard (Paris, 1987) und Matthieu Barbezat (Nyon, 1981), hat diesen renommierten Förderpreis für eine reflektive Arbeit an Raum und ornamentaler Geometrie erhalten, sowie für das Engagement, das die beiden durch Ausstellungen in der Schweiz und im Ausland unter Beweis stellen.

Seit den ersten gemeinsamen Arbeiten im Jahr 2010 verwenden die Kunstschaffenden in ihren Ausstellungen so verschiedenartige Materialien wie Stroh, Neonleuchten, Glas, Holz oder Plastik. Häufig nutzen sie architektonische Eigentümlichkeiten für ihre Arbeit und spielen mit Grenzen von Territorien, Disziplinen und Begrifflichkeiten.

Spektakuläre Spiegelinstallation

Ausgehend von der Idee, das Schloss Majoria – d. h. das halbe Walliser Kunstmuseum – in eine Installation einzubeziehen, hat sich das Duo Barbezat-Villetard für eine ebenso aufwendige wie radikale Geste entschieden: eine monumentale Intervention vor Ort.

Auf Grundlage einer eingehenden Erkundung des Gebäudes haben die Künstler das Projekt «a dissident room» entwickelt. Eine spiegelnde Metallplatte, die eine Verlängerung der Gebäudefassade zu sein scheint, spaltet der dissident room - die Majoria - in ihrer ganzen Höhe in zwei Teile. Das Kunstmuseum wird so durch die Illusion einer riesigen Klinge, im Äusseren und im Inneren quasi zerschnitten, was zu einer Vielzahl von Spiegelungen führt. Dieser Spiegelungseffekt zersplittert Sichtfeld und Raumwahrnehmung und definiert dadurch die Perspektive auf diesen ehemaligen Bischofssitz von Sitten neu. Das Publikum ist eingeladen, die labyrinthischen Gänge zu erkunden und sich dabei zu reflektieren, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.

Künstlerbuch als «Broschüre der Möglichkeiten»

Ein Ausstellungskatalog ist, neben dem Preisgeld und der Beherbergung einer Ausstellung im Kunstmuseum, Bestandteil des Manor Kulturpreises. Daher begleitet das Kunstmuseum Wallis die Künstler bei der Veröffentlichung eines Kataloges oder Künstlerbuches. Villetard und Barbezat entschieden sich für eine Publikation, die sich irgendwo zwischen Skizzenbuch und Ausstellungskatalog ansiedelt.

Ihre sogenannte «Broschüre der Möglichkeiten» zeigt die Entwicklung eines entstehenden Werkes auf. Die Ausgabe enthält einige farbige Illustrationen, eine Reihe von Zeichnungen, welche die Ideen zu a dissident room veranschaulichen. Daneben erhält die Leserin oder der Leser anhand von fünf Texten von ausgewählten Kunsthistorikern zusätzlichen Einblick in den Entstehungsprozess eines Werkes.

Der Manor-Kulturpreis ist im Bereich der zeitgenössischen Kunst eine der wichtigsten Auszeichnungen in der Schweiz. Er wurde 1982 von der Manor-Warenhauskette zur Förderung talentierter, aber noch wenig bekannter Schweizer Nachwuchskünstler ins Leben gerufen. Der Preis wird durchschnittlich alle zwei Jahre in den zwölf beteiligten Kantonen vergeben. Im Wallis wurde der Preis 2007 an Martina Gmür, 2010 an Joëlle Allet und 2013 an das Kollektiv JocJonJosch vergeben.

pd/map

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