Oscars | Mit elf Nominierungen ist die düstere Comic-Charakterstudie «Joker» der grosse Favorit

Auch im Oberwallis blickt man auf die Hollywood-Avademy

Renée Zellweger kann auf ihre zweite Oscar-Trophäe hoffen, sagt Stefan Oester, Chef des Visper Kinos Astoria.
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Renée Zellweger kann auf ihre zweite Oscar-Trophäe hoffen, sagt Stefan Oester, Chef des Visper Kinos Astoria.
Foto: mengis media

Quelle: 1815.ch 0

In der Nacht auf Montag werden in Los Angeles die goldenen Oscar-Trophäen verliehen. Stefan Oester vom Kino Astoria in Visp verrät seine Favoriten.

«Parasite», «Once Upon a Time… in Hollywood» oder «Joker». Sie alle gehören für Stefan Oester, Chef des Kino Astoria in Visp, bereits im Vorfeld der 92. Oscar-Nacht zu den grossen Gewinnern. Sein persönlicher Favorit ist jedoch «1917».

Das sind die diesjährigen Oscar-Favoriten: der psychisch kranke Batman-Gegenspieler Joker, eine Handvoll Mafiosi um den Gangster «The Irishman», zwei abgehalfterte Schauspieler im Hollywood der 1960er Jahre und zwei junge britische Soldaten in den Schützengräben vom Ersten Weltkrieg. Diese männerlastigen Themen - mit weissen Schauspielern besetzt - holten die meisten Oscar-Nominierungen. Dass Frauen vor und hinter der Kamera so wenig berücksichtigt wurden, sorgte sofort für heftige Kritik im Internet.

Mit elf Nominierungen ist die düstere Comic-Charakterstudie «Joker» der grosse Favorit. Das Werk hat Chancen in der Top-Sparte «Bester Film». Ausserdem sind Regisseur Todd Phillips und Hauptdarsteller Joaquin Phoenix nominiert, der für die Rolle stark abnahm und sich ein schrilles Lachen antrainierte. Nach früheren Nominierungen für «Gladiator», «Walk The Line» und «The Master» könnte Phoenix nun endlich seinen ersten Oscar in Empfang nehmen.

Renée Zellweger kann auf ihre zweite Oscar-Trophäe hoffen. Dieser Meinung ist auch Oester. Nach dem Nebendarsteller-Preis für das Drama Cold Mountain ist sie nun Favoritin für den Hauptdarstellerinnen-Oscar für ihre Darstellung der Schauspielerin Judy Garland in dem Film «Judy».

ip

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Nachgefragt bei Stefan Oester

«Wir prüfen die Oscar-Gewinner»

Stefan Oester, ist eine Oscar-Prämierung ein Verkaufsargument?
«Manchmal schon. Da geht es dann aber natürlich vor allem um Filme, die gerade laufen. Letztes Jahr war das bei ‹Green Book› der Fall, der als ‹Bester Film› abschnitt und nach den Oscars nochmals anzog. Den haben wir dann verlängert. Dieses Jahr könnte das vielleicht mit ‹1917› passieren, falls er etwas abräumt. Da reden wir aber normalerweise nicht von Filmen, die bei uns in die Top Zehn kommen.»

Werden Gewinner-Filme nach den Verleihungen speziell ins Programm aufgenommen?
«‹Once Upon a Time in Hollywood› lief schon im August, den erhält man inzwischen schon über andere Kanäle, da macht es nicht so viel Sinn. Aber es ist schon so, dass wir die Gewinner nach den Oscars prüfen. In die Entscheidung lassen wir aber auch andere Faktoren einfliessen, so sehen wir uns etwa an, wie ein Film in der restlichen Schweiz gelaufen ist. ‹Parasite› könnte so ein Kandidat sein. Der lief bei uns einmal als ‹Besonderer Film› und könnte je nachdem nochmals programmiert werden. Ein Film wie ‹Jojo Rabbit› würde bei uns aber durchfallen, weil er zu sehr polarisiert und von manchen falsch verstanden werden könnte.»

Gibt es Parallelen zwischen Verkaufsschlagern und OscarGewinnern?
«Das kann sein, muss aber nicht. Einen ‹Once Upon a Time in Hollywood› sehen sich die Leute in erster Linie ja an, weil sie einen Tarantino sehen wollen, nicht weil er einen Oscar gewonnen hat. Dasselbe bei ‹Joker›. Da geht es um den Joker, weniger um die Preise. In unseren Top Zehn 2019 befindet sich zum Beispiel nur ein Film, der für die kommenden Oscars nominiert wurde: ‹Joker›. ‹Avengers› ist letztes Jahr viel besser gelaufen als ‹Black Panther› im Jahr davor. ‹Avengers› hat keine Nominierungen erhalten, ‹Black Panther› auf der anderen Seite ist siebenmal nominiert worden und konnte drei Oscars verbuchen. Dieses Jahr ist ‹Parasite› für den besten Film und die beste Regie nominiert. Das ist ganz sicher auch kein Kassenschlager.»

 

Und wie verkaufen sich europäische Filme?
«Die Oscars sind ein amerikanischer Filmpreis. Bei uns laufen aber natürlich auch viele europäische Produktionen. ‹Das perfekte Geheimnis› lief im abgelaufenen Kinojahr zum Beispiel unerwartet sehr gut. Ich war überrascht. Das zeigt, dass sich bei uns nicht nur amerikanische Produktionen gut verkaufen. Es geht bei Filmen immer vorrangig darum, was die Leute berührt. So haben wir auch hiesige Produktionen, die zu Verkaufsschlagern werden, wie letztes Jahr ‹Zwingli› oder aktuell ‹Platzspitzbaby›.»
Interview: Marcel Theler

 

TOP 10 KINO ASTORIA 2019

 1. König der Löwen
 2. Joker
 3. Avengers Endgame
 4. Das perfekte Geheimnis
 5. Star Wars 9
 6. Frozen II
 7. Jumanji
 8. ES
 9. Last Christmas
10. Shaun das Schaf

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