Saas-Fee | Wetteifern um beste Variante

So hart kämpfen die Saaser für ihre Hannigbahn

Rinaldo Andenmatten arbeitet an einer möglichen Alternative (kl. Bild) für die neue «Hannigbahn» in Saas-Fee.
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Rinaldo Andenmatten arbeitet an einer möglichen Alternative (kl. Bild) für die neue «Hannigbahn» in Saas-Fee.
Foto: RZ/zvg

Quelle: RZ 0

Die Hannigbahn soll in den nächsten Jahren ersetzt werden. Doch wer die Ersatzanlage bezahlt, ist unklar. Derweil entbrennt ein heftiger Wettbewerb um mögliche Ideen zu Linienführung und Betriebskonzept.

«Wir Saaser dürfen nicht den gleichen Fehler noch einmal machen und dieses Mal auf ortskundige Fachleute hören», sagt Rinaldo Andenmatten, welcher zu den grössten Einzelaktionären der Saastal Bergbahnen AG (STBAG) zählt. Er meint damit den Bau der Spielbodenbahn vor drei Jahren, welche in seinen Augen «die wohl grösste Todsünde ist, welche in Saas-Fee je konstruiert wurde». Das Konzept mache weder Sinn noch sei es nachhaltig. Deshalb hofft er bei den derzeitigen Überlegungen für den anstehenden Bau einer Ersatzanlage auf die «Hannig» auf mehr Sensibilität.

Kein Geld der Bergbahnen

Der Reihe nach: Besagte «Hannig» ist als Ausflugsberg und Alternative zum Skifahren das ganze Jahr über beliebt. Die Konzession der gleichnamigen Gondelbahn aus dem Jahre 1969 wurde vor Kurzem für mehrere Jahre verlängert – der Betrieb ist somit vorläufig gesichert. Doch für den langfristigen Erhalt ist eine Ersatzanlage unvermeidlich, sonst droht die Betriebsschliessung. Dazu will man es im Dorf nicht kommen lassen. Gleichzeitig aber beteiligt sich die STBAG, mit den Mehrheitsaktionären Familie Schröcksnadel, nicht an deren Finanzierung. Darum der Plan: Eine Mischung aus öffentlicher und privater Hand gründet ausserhalb der STBAG eine neue Gesellschaft, welche die Finanzierung organisiert, die Bahn baut und diese der STBAG zum Betrieb vermietet. Angedacht sind zwei Möglichkeiten: eine Ersatzanlage auf der bestehenden Linienführung und eine Alternative mit neuer Linie mit Talstation im Gebiet «Kalbermatten» und Zwischenstation «oberer Stafelwald». Und da hakt Andenmattens Kritik ein.

Pläne bereits erarbeitet

«Eine neue Bahn auf dem gleichen Trassee wie bisher ist von der Ertragsseite her zum Scheitern verurteilt», ist er überzeugt. Und die neue Linienführung mit Zwischenstation sei mit geschätzt gut 16 Millionen Franken zu teuer. Andenmatten weiss, wovon er spricht. Als Bauingenieur weist er schweizweit eine langjährige Erfahrung beim Bau von Seilbahnen aus. Deshalb hat er sich Gedanken zu einer möglichen Alternative gemacht: Die Talstation soll direkt beim Parkplatz «P1» am Dorfeingang zu stehen kommen. «Als Bahntyp kommt wirtschaftlich nur eine mittelgrosse Pendelbahn mit einer einzigen Stütze infrage, welche führerlos betrieben werden kann», sagt er. Damit könnten auch die Betriebskosten tief gehalten werden. Erste konkrete Pläne stehen und diesen zufolge kostet die Anlage rund zehn Millionen Franken. «Und auch das Bergrestaurant Hannig muss zwingend gekoppelt in die neue Gesellschaft überführt werden.» Nur eine gemeinsame Führung mache das Ganze finanziell tragbar. «Der ganze Berg soll mit baulichen und gastronomischen Massnahmen aufgewertet werden», so Andenmatten.

«Offen für Alternativen»

Unabhängig von der Frage, welche Bahn schliesslich gebaut wird, steht fest, dass im Dorf das Interesse am Weiterbestand der Bahn gross ist. «Wir erkennen den volkswirtschaftlichen Wert für die gesamte Destination», sagt der CEO von Saastal Tourismus Matthias Supersaxo. Entsprechend intensiv wird an einer Lösung gearbeitet, doch sind noch viele Fragen offen. «Aus welchen Personen sich die Arbeitsgruppe für die Ersatzanlage zusammensetzt und wer den Lead hat, wird sich nächstens zeigen», so Supersaxo. Da vorgesehen ist, dass die STBAG wie eingangs erwähnt die neue Anlage mieten und betreiben würde, nimmt Bergbahndirektor Simon Bumann «integrierend und beratend» an den laufenden Gesprächen teil. «Die Anlage muss vom Konzept und den technischen Ausführungen her Sinn machen, sonst kommt eine Miete gar nicht infrage», sagt er. Entsprechend offen ist er gegenüber alternativen Linienführungen. «Diese sollten jedoch realistisch und finanzierbar sein.» Doch zuallererst muss die Finanzierung stehen, wobei auch auf die Gemeinde geschielt wird. «Aus der laufenden Rechnung ist das nicht zu stemmen», sagt Gemeindepräsident Roger Kalbermatten. Schliesslich aber habe die Bevölkerung das letzte Wort.

Peter Abgottspon

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