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Medienverwöhnte Amtsträger

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Zu den Hauptaufgaben eines Journalisten zählt die Recherche. Davon selbstredend nicht ausgeschlossen ist allwöchentlich auch die RZ-Redaktion. Dabei sind nachfolgende Vorkommnisse mittlerweile schon fast zur Normalität geworden: Kaum beginnen die ersten Schritte, gehts los mit Drohungen, Beleidigungen, Beschimpfungen oder mit Anfragen, welche einfach ignoriert werden.

Gewichtige Protagonisten des Tourismus meiden mit fadenscheinigen Begründungen eine Einladung zu einem Interview, welches notabene vor Publikation gegengelesen werden kann (!), ein Gemeindepräsident spielt trotz Auskunftspflicht Wunschkonzert und wählt eigenständig aus, mit welchem Journalisten er es zu tun haben will und mit welchem nicht, ein anderer Gemeindepolitiker droht, was das Zeug hält, weitere gestandene Amtsträger belehren und schreiben vor, was zu tun und zu lassen ist. Andere Exponenten knüpfen an eine Publikation Bedingungen, ein anderer verliert nach einer simplen und absolut harmlosen Recherchefrage völlig die Fassung und schaltet entnervt einen Anwalt ein. Und all das innerhalb von nur drei Tagen.

Was ist los im «erfolgsverwöhnten» und strukturschwachen Oberwallis? Sind Medienanfragen etwa unangenehm? Hat man etwas zu verbergen oder ist man schlicht überfordert? Woher stammen diese (bedenklichen) Defizite in Sachen Medienverständnis? Es liegt auf der Hand: Besagte Protagonisten sind verwöhnt und wollen Gefälligkeitsjournalismus. So gehts natürlich nicht. Journalisten sind keine PR- oder Marketingmitarbeiter. Sie haben nachzufragen, nachzuhaken und den Finger auf wunde Punkte zu halten. Einverstanden: Journalisten sind keinesfalls unfehlbar und haben ihre Arbeit permanent zu hinterfragen, was letztendlich auch zur Glaubwürdigkeit beiträgt. Doch bei aller Selbstkritik gilt: Verfügen würdige Amtsträger über Rückgrat, stellen sie sich problemlos kritischen Fragen!

Peter Abgottspon

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