Standpunkt | Peter Abgottspon

Zermatt frisst unter dem Zaun

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In der jüngsten Studie der Konjunkturforschungsstelle BAKBASEL ist Zermatt nicht mehr unter den ersten 15 «schlagkräftigsten» Winterdestinationen des Alpenraums zu finden. Damit ist Zermatt auf dem internationalen Parkett offenbar weg vom Fenster. Macht ja nichts, wurden doch aus dem Matterhorndorf für das letzte Jahr fast vier Prozent mehr Logiernächte vermeldet. Ein Preisvergleich zeigt: Übernachten in Zermatt ist teils nicht mehr teurer oder sogar günstiger als anderswo im Wallis. Wohlverstanden, der Markt bestimmt den Preis und nicht der Verkäufer. Gleichzeitig rüstet man sich seit Jahren mit hohen Investitionen für die Zukunft. Der Ort ist damit noch attraktiver geworden – Chapeau! Heisst aber auch: Zermatt ist damit für Gäste aus Leukerbad, dem Aletsch Gebiet, Goms, Grächen und dem Saas erschwinglich. Die sinkenden Logiernächtezahlen im Oberwallis zeigen es. Ein erstes Opfer dieses «Saugeffekts» zeigt sich leider aktuell am Beispiel der maroden Torrentbahnen. Weitere werden folgen – der Eurokurs lässt grüssen. Der Gast wird auf dem regionalen Markt abgesaugt. Somit frisst Zermatt seit Jahren unfreiwillig unter dem Zaun durch und das schadet dem ganzen Kanton. Meinte doch unlängst der Tiroler Landestourismusdirektor Josef Margreiter im österreichischen Servus TV: «Der Gast mit hoher Wertschöpfung will bei uns Komfort von A bis Z.» Damit ist sicher auch die Anreise gemeint. Und siehe da: Aus seiner Region sind in der BAKBASEL-Studie neun (!) Destinationen unter den ersten 15 vertreten. Der langen Rede kurzer Sinn. Für alle Walliser «Tourismuspolitiker» gilt: Wenn Ihnen ernsthaft etwas am Tourismus liegt, öffnet endlich die Strasse nach Zermatt. Weg mit der Hürde, damit Zermatt die Gäste auf dem internationalen Markt absaugt, beispielsweise im Tirol und nicht im Wallis. Die «Mattini» wären an sich stark genug um diese Gäste zu holen. Dafür aber brauchen sie eine starke Bahn und eine öffentliche Strasse. Nicht entweder oder! So viel zu den vielgepriesenen Rahmenbedingungen. Nicht nur für ein florierendes Zermatt, sondern vorallem für eine florierende Region und den Steuereinnahmen zuliebe. Entweder erkennen das unsere Politiker (endlich) oder aber sie müssen wie die alte DDR-Garde ausgetauscht werden. Zu ihr sagte Gorbi 1989 kurz vor dem Mauerfall: «Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!»

Peter Abgottspon

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