Bildung | Nur 13 Prozent der Lehrpersonen in Oberwalliser Primarschulen sind Männer

«Bessere Gender-Balance wäre wünschenswert»

Lösungen gesucht. Christophe Darbellay und das Bildungsdepartement.
1/1

Lösungen gesucht. Christophe Darbellay und das Bildungsdepartement.
Foto: Walliser Bote

Quelle: 1815.ch /dab 11.04.18 0
Artikel teilen

Derzeit unterrichten an den Oberwalliser Primarschulen 560 Frauen. Und 88 Männer. Der Bildungsdirektor ist alarmiert. Das Ungleichgewicht der Geschlechter dürfte sich in naher Zukunft noch verschärfen.

Die Ausgangslage ist seit Langem bekannt. Und Bildungsdirektor Christophe Darbellay hat sie in seinem ersten Amtsjahr bei öffentlichen Auftritten mehrfach erwähnt: In den hiesigen Primarschulen unterrichten fast ausschliesslich Frauen. Ein Problem?

Wer Geschlechter-Debatten anstösst, begibt sich auf ­politisches Glatteis. Das weiss auch Darbellay. «Die Lehre­rinnen machen ihren Job ausgezeichnet. Nichtsdestotrotz brauchen Kinder auch Männer als Vorbilder», so der Bildungsdirektor im Gespräch. «An den Walliser Schulen wäre eine ­bessere Gender-Balance wünschenswert.»

Viele Lehrer gehen bald in Pension
Die Zahlen könnten deutlicher nicht sein. Der Männeranteil beim Lehrerpersonal in den grossen Talgemeinden kommt nicht über einen Viertel hinaus. Männliche Klassenlehrer an den Primarschulen in Naters (24 Prozent), Brig (19 Prozent), Glis (26 Prozent) oder Visp (22 Prozent) sind in der klaren Minderheit. Im Oberwallis unterrichten derzeit 560 Frauen und 88 Männer in den Primarschulen. Der Männeranteil liegt also gesamthaft bei mickrigen
13 Prozent. Der Bildungsdirektor ist alarmiert. «Die Lage wird sich in naher Zukunft verschärfen, da mit der Baby-Boomer-Generation demnächst auch viele männliche Lehrpersonen in Pension gehen werden.»

Das Ungleichgewicht ist laut Darbellay nicht nur aus pädagogischer Sicht bedenklich. Die anstehenden Abgänge der Jahrgänge, die den Männeranteil nicht ganz ins Bodenlose fallen lassen, würden auch die regionalen Schulleitungen vor grosse administrative Herausforderungen stellen. «Während die Lehrer meist Vollzeit arbeiten, sind ihre Kolleginnen oft in einem Teilzeitpensum eingestellt. Um die grossen Pensen der Baby-Boomer zu ersetzen, wird es also wohl noch mehr Frauen brauchen.» Dieser Entwicklung versucht man heute schon entgegenzuwirken. Das Mindestpensum für angehende Klassenlehrer ist in der Regel auf 50 Prozent festgelegt. In manchen Schulen gilt sogar die inoffizielle Weisung, dass männliche Bewerber für frei werdende Stellen den Vorzug erhalten sollen.

Mangelnde ­Perspektiven?
Doch woran liegt es? Im Gegensatz zur «Generation Lehrer-Semi» sind heute weniger PH-Abgänger mehr bereit, den Rest ihres Lebens in der Primarschule zu unterrichten. Auch in anderen Branchen planen Arbeitnehmende zwar ihre Karriere sprunghafter als früher. Aber mit mehr Perspektiven?

Darbellay: «Zusammen mit der PH müssen wir nach Lösungen suchen, um den Primarlehrerberuf für Männer wieder attraktiver zu machen. Ich habe die Dienststelle für Unterrichtswesen angehalten, entsprechende Überlegungen in diese Richtung anzustellen.»

David Biner
11. April 2018, 17:25
Artikel teilen

Artikel

Kommentare

Noch kein Kommentar

Kommentar

schreiben

Loggen Sie sich ein, um Kommentare schreiben zu können.

zum Login
Corona Infoseite

Wallis: Abgesagt oder verschoben wegen Corona

Veranstaltungen

  • Hier ansehen.
  • Newsticker
  • Meistgelesen
  • 20:00 Ab morgen ein neues News-Portal für das Oberwallis
  • 19:45 Polizei löst Party auf
  • 17:00 Eine Region – ein News-Portal
  • 16:21 Update: Flächenbrand in Törbel verläuft glimpflich
  • 12:47 Staubtrockene erste Aprilhälfte
  • 09:58 Türkischer Präsident Erdogan lehnt Rücktritt seines Innenministers ab
  1. «Wir mussten aus Paraguay fliehen»
  2. Wahlbetrug: Wann löst die Staatsanwaltschaft das Rätsel auf?
  3. Fotografen zelten fürs perfekte Bild illegal am Stellisee
  4. 20 Prozent mehr Jet-Flüge am Militärflugplatz Emmen
  5. Die höchstgelegene Käserei
  6. «Der Beruf ist abwechslungsreicher, als viele denken»
Aktuelle Verkehrsmeldungen

Kolumne | Diese Woche zum Thema:

Offene Fragen zur Corona-Pandemie

Peter Bodenmann und Oskar Freysinger schreiben bis auf weiteres im Walliser Bote.

RZ | Der ehemalige SP-Schweiz-Präsident und Hotelier Peter Bodenmann und Alt-Staatsrat und [...]

Oberwalliser Baby-Galerie

Valentina Heidi StuderMelina BellwaldOskar Derk Ottenkamp
zur Baby-Galerie
Anmeldung - WB Newsletter

Walliser Bote - Newsletter

    Täglich informiert mit dem WB-Newsletter!
  • Jetzt registrieren unter: www.1815.ch/newsletter

1815.märt - Jetzt inserieren

Hier können Sie Ihre Inserate direkt, günstig und flexibel im Walliser Bote und der Rhone Zeitung aufgeben.

Logo WalliserBote
  • Walliser Bote - Stellen
  • Walliser Bote - Immobilien
  • Walliser Bote - 5 Liber
  • Walliser Bote - Fahrzeuge
  • Walliser Bote - Diverses
  • Walliser Bote - Erotik
Logo Rhonezeitung
  • Rhone Zeitung - Inserate
  • Rhone Zeitung - 5 Liber
  • Rhone Zeitung - Baby Galerie - Kostenlos

Publikationen 2020

  • WB Publikationen 2020 [PDF]
  • RZ Publikationen 2020 [PDF]
Tweets von @1815_online
Rotten Verlag News

Kultur Wallis

    mehr

    Kursangebote

    Fehler beim laden der XML Datei

    mehr

    Das Walliser Erlebnismagazin

    Bergluft

    • Bergluft Nr. 30 [PDF]
    • Bergluft Nr. 29 [PDF]
    • Bergluft Nr. 28 [PDF]
    • Bergluft Nr. 27 [PDF]
    • Bergluft Nr. 26 [PDF]
    • Bergluft Nr. 25 [PDF]
    • Bergluft Nr. 24 [PDF]
    • Bergluft Nr. 23 [PDF]
    «Bessere Gender-Balance wäre wünschenswert» | 1815.ch
    • Login
    • ePaper
    • Babies
    • Umfragen
    • Videos
    • Bilder
    • Wetter
    • Suchen
    • 1815 Märt
    • Abo
    • Werbung
    • Newsletter
    • Impressum
    • Kontakt
    • Leser-Reporter
    Mengis Gruppe: Pomona Media AG
    Rotten Verlags AG
    Alpmedia AG
    1815.ch
    Wetter-Cam
    : °/°
    • Login
    • Abo
    • Werbung
    • Newsletter
    • Kontakt
    • Leser-Reporter
    • Babies
    • Umfragen
    • Bilder
    • Videos
    • Sie sind hier:
    • Home
    • News
    • Newsletter
    • wb
    • «Bessere Gender-Balance wäre wünschenswert»

    Sitemap

    Impressum

    NEWS

    • Wallis
    • Schweiz
    • Ausland
    • Sport

    ABONNEMENTS

    • Aboservice
    • Alle Aboangebote
    • Probeabo
    • Ferienumleitung
    • Adresse ändern

    VERLAG & SERVICES

    • Regio Info
    • RSS
    • Werbung
    • Tarifdoku: WB, RZ, 1815

    MENGIS GRUPPE

    Pomonastrasse 12
    3930 Visp
    Tel. +41 (0)27 948 30 30
    Fax. +41 (0)27 948 30 31
    • Kontakt

     

    • Mengis Druck und Verlag AG
    • Rotten Verlags AG
    • Alpmedia AG

    © 2026 Mengis Druck und Verlag AG - Alle Rechte vorbehalten | Kontakt | Impressum | Datenschutzerklärung | AGB Abo | AGB Werbung | AGB 1815.club | AGB Rotten Verlags AG

    Website by update AG, Zürich