Der Tageskommentar | Zur teuren «Studentenfreizügigkeit»
Ausgleich
Fabio Pacozzi, WB-Redaktor
Foto: Walliser Bote
2014/15 zahlte das Wallis 38 Mio. Franken ans Studium «seiner» Studenten ausserhalb des Kantons. Zu wenig, finden die Universitätskantone. Sie wollen den Walliser Beitrag erhöhen. Weshalb sich Bildungsdirektor Christophe Darbellay wohl vergeblich wehrt.
Die Revision der interkantonalen Universitätsvereinbarung IUV bedeutet für viele kantonale Finanzminister nichts Gutes. Am stärksten betroffen ist das Wallis, das bald fünf Millionen mehr bezahlen soll. Ein jährlicher Betrag, der sich trotz eines milliardenschweren Kantonsbudgets bald einmal summiert.
In der Vernehmlassung kritisierten Darbellay und Konsorten unter anderem, dass der Wechsel von fixen Beiträgen pro Student hin zu einer schwammigen Formel die finanzielle Planungssicherheit unterlaufe. Verständlich: Wer kontrolliert denn schon die Bücher von Dutzenden Dekanaten, in denen berechnet wird, wie viel ihre «effektiven Kosten» pro Student sind? Dass ein Dekan mit Leidenschaft für seine Disziplin diese so hoch wie möglich ansetzt, kann man ihm nicht vorwerfen. Mit fixen Tarifen wären die Wissenschaftler hingegen einem strikten finanziellen Korsett unterworfen. Sind die grossen Universitätskantone vor Gier also blind geworden?
Kommt ganz auf die Sichtweise an. Soll jeder Kanton die vollen Kosten für seine Studenten übernehmen, dann muss das Wallis in den sauren Apfel beissen und die Bildungsstätten kräftig mitfinanzieren. Sollen hingegen die Standortvorteile der Universitätskantone stark gewichtet werden, so müssten Studenten aus ländlichen Gebieten günstig studieren können.
Schlussendlich geht es um die ewige Frage nach dem gerechten Ausgleich zwischen strukturstarken und -schwachen Regionen. Wenn Erstere jetzt ihren Willen durchsetzen können, darf nicht vergessen werden, dass Letztere die vergangenen 20 Jahre mit der IUV gut gelebt haben.
Fabio Pacozzi








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