Internationaler Skiverband | Kritisierter FIS-Boss entschuldigt sich

Ein Kasper-Theater

FIS-Präsident Gian Franco Kasper bei seiner Rede bei der Eröffnungszeremonie der Ski-Weltmeisterschaften in Are.
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FIS-Präsident Gian Franco Kasper bei seiner Rede bei der Eröffnungszeremonie der Ski-Weltmeisterschaften in Are.
Foto: Keystone

Quelle: SDA 0

Das Theater um den FIS-Präsidenten Gian Franco Kasper und dessen in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» gemachten Aussagen über Diktaturen und den Klimawandel findet seine Fortsetzung.

Kasper, seit 1998 Präsident des Internationalen Skiverbands, unterstellte am Freitag in einem weiteren Interview mit dem deutschen TV-Sender ARD dem «Tages-Anzeiger» eine falsche Wiedergabe seiner Zitate. «Wir müssen schon den Tatsachen ins Auge schauen und schauen, was ich wirklich gesagt habe - nicht, was nachher herausgekommen ist.»

Als Reaktion veröffentlichte die Zeitung aus Zürich auf ihrer Website umgehend die Audio-Datei mit den fraglichen Passagen des insgesamt über eineinhalb Stunden dauernden Gesprächs zwischen dem 75-jährigen Kasper und zwei Journalisten. Diese Gesprächsauszüge beweisen, dass der FIS-Boss nicht ungenau zitiert worden ist.

Unter anderem hatte Kasper dem «Tages-Anzeiger» Ende Januar gesagt: «Es ist nun einmal so, dass es für uns in Diktaturen einfacher ist. Vom Geschäftlichen her sage ich: Ich will nur noch in Diktaturen gehen, ich will mich nicht mit Umweltschützern herumstreiten. Diktaturen können solche Veranstaltungen mit links durchführen, die müssen nicht das Volk befragen.»

Kasper beklagte in der ARD zudem die Feststellung, er leugne die Klimaerwärmung. «Das habe ich sowieso nicht gesagt. Ich glaube nicht an die Klimaerwärmung, aber ich glaube den Fakten, die uns einfach ganz klar zeigen, dass wir im Moment eine Erwärmung haben», sagte er. «Aber ich wehre mich dagegen vorauszusagen, das heisst, dass in zehn Jahren kein Schnee mehr existiert. Das können wir nicht entscheiden, das ist Spekulation», meinte er und sprach davon, dass eine «Klimakrise» nicht zu bezweifeln sei.

Vor einigen Tagen hatte sich der Engadiner, der vor seiner Zeit als Präsident bereits über 20 Jahre auch FIS-Generalsekretär war, in seinen veröffentlichten Grussworten zur WM in Are entschuldigt. Seine Aussagen seien nicht wortwörtlich gemeint gewesen, aber er übernehme die Verantwortung für die Missverständnisse.

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