Archäologie | Weitere 2500 Quadratmeter sollen in den nächsten Jahren ausgegraben werden

5700 Jahre alt: Menschliche Siedlung beim Natischer Seniorenzentrum

Die archäologischen Arbeiten kosten Bund und Kanton knapp acht Millionen Franken. (Bild: Archäologen graben in Naters Pfostenlöcher aus.)
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Die archäologischen Arbeiten kosten Bund und Kanton knapp acht Millionen Franken. (Bild: Archäologen graben in Naters Pfostenlöcher aus.)
Foto: Archeodunum/KAA

Quelle: 1815.ch 0

Wie im «Walliser Boten» bereits berichtet wurde (1. Februar und 22. Februar), ist man im Rahmen der Erweiterung des Seniorenzentrums in Naters auf archäologische Funde gestossen. Jetzt teilten die Verantwortlichen des Kantons mit, dass es sich dabei um Funde einer menschliche Besiedlung im vierten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung handelt.

Wie es vonseiten des Kantons hiess, haben Archäologen eine Siedlung des Mittelneolithikums (3700-3350 v. Chr.) ausgegraben. Sie dehne sich über eine Fläche von 2500 Quadratmetern aus. Es handle sich um die umfangreichste Fundstelle dieser Periode im Oberwallis.

Die Fundstätte wurde 2004 beim Neubau des Hauses St. Michael entdeckt und kurz untersucht. Die geplante Vergrösserung des Seniorenzentrums habe im Februar und März 2020 die Gelegenheit geboten, eine Fläche von 100 Quadratmetern freizulegen und die restliche Siedlung auszugraben. Diese bestehe aus mehreren Gebäuden.

Diese Untersuchungen hätten bedeutende Funde geliefert, darunter dekorierte Keramik, verschiedene Silexobjekte, sowie Werkzeuge aus Bergkristall, wie Klingen oder Bohrer, welche charakteristische Zeugnisse für die betreffende Periode seien. Die Überreste der Siedlung bestehe aus Pfostenreihen, welche sich nur in den Negativen ihrer Hölzer abzeichnen. Ausserdem aus Herdstellen und Gruben für die Abfallentsorgung oder Vorratshaltung.

In den nächsten Jahren würden weitere 2500 Quadratmeter ausgegraben. Eine Vereinbarung zwischen der Stiftung Zentrum Rund ums Alter und dem Kantonalen Amt für Archäologie werde derzeit ausgearbeitet. Darin sollen die Etappen der Ausgrabung mit jenen des Bauprojekts abgestimmt werden.

Die Kosten aller archäologischen Arbeiten seien auf «knapp acht Millionen Franken» veranschlagt worden. Die Finanzierung erfolge über Bund und Kanton. Dem Bund könnten ausserordentliche Kreditanträge vorgelegt werden, sobald die Bedeutung der Fundstätte durch Fachpersonen des Bundesamtes für Kultur bestimmt worden ist. Ein Antrag für einen Verpflichtungskredit wird im Herbst dem Grossen Rat vorgelegt.

Das Wallis hebe sich für diese Periode bereits heute auf internationaler Stufe hervor und die Ausgrabung in Naters werde die wissenschaftlichen Kenntnisse zu den neolithischen Gesellschaften weiter voranbringen. Eine Anfrage um die Klassierung der Fundstätte wurde ausserdem dem Bundesamt für Kultur vorgelegt.

Dank dieses Projekts und der Ausgrabungen im Rahmen des Autobahnbaus zwischen Siders und Susten werde das Oberwallis in den nächsten Jahren zu einem «äusserst wichtigen Ort für die Archäologie».

pd/tma

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