Hochwasser Triftbach | Es fliesst immer noch viel Wasser aus dem unterirdischen Gletschersee

«Gefahr ist noch nicht gebannt» 

Aufräumarbeiten. In Zermatt hofft man, dass die Sandsäcke nicht mehr zum Einsatz kommen.
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Aufräumarbeiten. In Zermatt hofft man, dass die Sandsäcke nicht mehr zum Einsatz kommen.
Foto: Walliser Bote

Schäden. Rund ein halbes Dutzend Häuser sind betroffen.
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Schäden. Rund ein halbes Dutzend Häuser sind betroffen.
Foto: Walliser Bote

Geröll und Schlamm. Das Wasser schwemmte Unmengen Material hinunter ins Tal.
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Geröll und Schlamm. Das Wasser schwemmte Unmengen Material hinunter ins Tal.
Foto: Walliser Bote

Gefahr noch nicht gebannt. Der Triftbach steht nun unter permanenter Beobachtung.
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Gefahr noch nicht gebannt. Der Triftbach steht nun unter permanenter Beobachtung.
Foto: Walliser Bote

Quelle: 1815.ch /dab 0

Am Tag nach dem der Triftbach über die Ufer lief, ist man in Zermatt mit Aufräumarbeiten beschäftig. Die Keller von rund einem Dutzend Wohnhäuser müssen ausgepumpt, Geröll und Schutt beseitigt werden. Derweil ist es noch zu früh, Entwarnung zu geben. Der Triftbach steht nun unter permanenter Beobachtung.

«Die Gefahr ist noch nicht gebannt», sagt Christian Studer, Ingenieur Naturgefahren bei der kantonalen Dienststelle für Wald, Flussbau und Landschaft. «Derzeit fliesst immer noch viel Wasser aus dem unterirdischen See im Triftgletscher.» Die hohen Temperaturen, die am Donnerstag sowie am Freitag in Zermatt erwartet werden, könnten den Aufluss weiter begünstigen. Entsprechende Massnahmen wurden eingeleitet.

So wurden zwei Beobachgtungsposten mit je zwei Mann eingerichtet, sagt die Gemeindepräsidentin Romy Biner-Hauser. Einer beim «Vieliboden», just unter den beiden Gletscherseen, die aufgrund der ausgebrochenen Seetasche im Gletscher am Mittwochabend schwallartig über die Ufer traten. Und ein zweiter Posten weiter unten bei der Brücke Edelweiss, wo der Triftbach aufgrund des steilen Gefälles so richtig Fahrt aufnehmen kann. Zudem bleiben die Bagger im Dorf weiterhin am Ufer des Triftbachs stationiert. Der schnelle Einsatz der Maschinen war schon am Mittwochabend wichtig, um Schlimmeres zu verhindern.

Das plötzliche Hochwasser am Mittwochabend ist auf eine sogenannte Seetasche zurückzuführen. Ganz offensichtlich hat sich im Inneren des Triftgletschers im Zug der Gletscherschmelze ein unterirdischer See gebildet. Aufgrund der entsprechenden Topografie ist das Wasser ausgetreten und schwemmte dabei viel abgetragenes Moränematerial mit.

Es ist kein neues Phänomen, aber nur schwer vorauszusagen. «Das Innere des Gletschers bleibt für uns in weiten Teilen eine Black Box», sagt dazu Studer. Solche Seetaschen könnten auch bei tiefen Temperaturen, etwa im Winter, platzen. «Aber dieses Ereignis wurde von den hohen Temperaturen sicherlich beschleunigt.»

Entgegen des Eindrucks, der aufgrund der Bilder der zahlreich kursierenden Videos entstehen konnte, ist nur ein ganz kleiner Teil des Dorfes vom Hochwasser betroffen. Die entsprechenden Häuser dafür umso mehr. Im Bereich hinter dem Gemeindehaus und dem alten Pfarrhaus, wo das Bachbett eine scharfe Kurve Richtung Friedhof nimmt, lief der Bach über die Ufer. Rund eine Handvoll Keller dürften betroffen sein. Verschiedene Einsatzkräfte teilen diese Einschätzung. Arbeiter der Gemeinde, von privaten Bauunternehmen sowie Einsatzkräfte des Zivilschutzes sind derzeit mit den Räumungsarbeiten beschäftigt.

Glück im Unglück hatte das Wirtenpaar Jules und Barbara Zumtaugwald-Stuber vom Restaurant «Chez Gaby». Die Terrasse am Bachufer kurz vor der Kirchstrasse ist schon fast wieder vollständig vom Schlamm befreit. Der Keller sei nicht allzu sehr in Mitleidenschaft gezogen worden, sagen die beiden. Kommt dazu: Seit jeher ist im «Chez Gaby» am Mittwoch Ruhetag. Normalerweise ist die Terrasse abends voll, just zur Zeit, als der Triftbach an diesem Mittwochabend Hochwasser führte.

David Biner

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