Olympica | Schliessung kostet Sportcenter und Wellnesshotel Olympica mindestens 300000 Franken pro Monat

"Eine schallende Ohrfeige"

Gähnende Leere. Geschäftsführer Marco Fux (links) und sein Partner Yoann Freysinger im Restaurant des Sportcenters und Wellnesshotels Olympica.
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Gähnende Leere. Geschäftsführer Marco Fux (links) und sein Partner Yoann Freysinger im Restaurant des Sportcenters und Wellnesshotels Olympica.
Foto: mengis media / andrea soltermann

Quelle: 1815.ch /fm 0

Die vorübergehende Zwangspause infolge der Corona-Krise reisst monatlich ein Loch von mindestens 300000 Franken in die Kasse des Sportcenters und Wellnesshotels Olympica. Geschäftsführer Marco Fux und sein Partner Yoann Freysinger versuchen, den finanziellen Schaden über die Betriebsausfallversicherung und durch die Einführung von Kurzarbeit für die 46 Mitarbeitenden zu begrenzen.

Die Massnahmen, mit denen Bund und Kanton die weitere Ausbreitung des Coronavirus eindämmen wollen, treffen das «Olympica» besonders hart. Denn Fux und sein Kompagnon haben den Betrieb erst zum Jahresbeginn übernommen. Und März und April sind die umsatzstärksten Monate des Jahres. «Wir sind voller Zuversicht gestartet und kassierten jetzt eine schallende Ohrfeige», sagt Marco Fux.

Obwohl sich eine Verschärfung der Schutzmassnahmen abzeichnete, konnten sich Fux und Freysinger am vergangenen Freitag noch nicht vorstellen, was da auf sie zukommen könnte. Er habe am Samstag noch bei der Polizei nachgefragt, ob und in welcher Form der Betrieb weitergeführt werden könne, berichtet Yoann Freysinger. Da es zu dem Zeitpunkt noch keine Einschränkungen gab, seien die Sportanlagen und das Hotel samt Gruppenunterkunft übers Wochenende geöffnet geblieben. Gelaufen sei allerdings nichts mehr.

Betriebsschliessung auf eigene Initiative

Am Montagmorgen um 10.00 Uhr machten Fux und Freysinger schliesslich den Laden dicht. Sie schlossen auf eigene Initiative die Sportanlagen und Wellnesseinrichtungen ebenso wie das Hotel und die Gruppenunterkunft, «weil wir uns um die Gesundheit unserer Gäste sorgten», wie Marco Fux anmerkt. Mit dieser drastischen Massnahme kam die Geschäftsleitung dem Kanton und dem Bund zuvor, die gleichentags für das Wallis und kurz darauf für das ganze Land den Notstand erklärt hatten.

Zwar hätte der Hotelbetrieb aufrechterhalten werden können. Doch hätte die Beherbergung von höchstens 50 Gästen angesichts des dafür notwendigen Personalaufwands gemäss Fux keinen Sinn gemacht. Das «Olympica» verfügt über 150 Hotelbetten und 80 bis 100 Betten in der Gruppenunterkunft.

Schadensbegrenzung

Die vollständige Betriebsschliessung in der besten Zeit des Jahres habe ihm «im Herzen wehgetan und wird wohl noch länger wehtun», sagt Marco Fux. 40 bis 50 Sportgruppen blieben jetzt aus, Seminare seien abgesagt worden und die durchschnittlich 800 Tagesgäste fehlten.

Ohne diese Einnahmen seien die monatlichen Kosten von «mindestens 300000 Franken für Löhne und Lieferantenrechnungen» nicht zu decken, gibt der Geschäftsführer zu bedenken. Sollte der Notstand bis Ende April andauern, dürfte sich das Loch in der Kasse auf bis zu 800000 Franken vergrössern, befürchtet Fux. Dazu kämen aktuelle Ausstände von etwa 150000 Franken. Wann und ob er zu diesem Geld komme, sei angesichts der schwierigen Lage ungewiss. Entmutigen lassen sich der Geschäftsleiter und sein Partner dennoch nicht. Fux und Freysinger setzen auf Schadensbegrenzung. Um die Lohnzahlungen sicherzustellen, haben sie für die 46 Mitarbeitenden Kurzarbeit beantragt. Zudem glaubt Fux, den finanziellen Schaden über die Betriebsausfallversicherung mindern zu können. Eine Deckungszusage steht zurzeit allerdings noch aus.

Trotzdem versucht das Duo, der momentan schwierigen Situation auch etwas Positives abzugewinnen. So biete die Zwangspause Gelegenheit, ein wenig herunterzufahren und zu entschleunigen. Die Krise könne auch die Hilfsbereitschaft und Solidarität der Menschen fördern und ihnen ihre grundsätzlich privilegierte Situation bewusster machen, sagt Marco Fux.

Im Betrieb selber gebe es jede Menge administrative Arbeiten zu erledigen, für die sonst die Zeit fehle, so Fux weiter. Sein Vater Hans geht ihm dabei zur Hand und hilft auch mit bei gewissen Unterhaltsarbeiten am Gebäude. Es gelte, die Zeit gescheit zu nutzen, «um bereit zu sein, wenn es wieder losgeht».

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