Weinwirtschaft | Zukunft des Walliser Weinhauses ist gesichert

Fenaco investiert 50 Millionen Franken in die Sanierung von Provins

Übernahme. Christian Consoni, MItglied Fenaco-Geschäftsleitung und Provinsdirektor Otmar Hofer (rechts) informieren die Medien.
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Übernahme. Christian Consoni, MItglied Fenaco-Geschäftsleitung und Provinsdirektor Otmar Hofer (rechts) informieren die Medien.
Foto: Walliser Bote

Quelle: 1815.ch 0

Provins kann den Konkurs abwenden. Und erhält neue Eigentümer. Fenaco wird Mehrheitsaktionärin von Provins werden. Die Walliser Traditionsmarke bleibt bestehen.

Es hat sich in den letzten Tagen abgezeichnet, nun ist sicher: Fenaco übernimmt das Walliser Weinhaus Provins. Was der WB heute berichtete, wird derzeit an einer Medienkonferenz in Sitten bestätigt. Die Berner Agrargenossenschaft machte das Rennen. Rouvinez, der zweitgrösste Akteur auf dem Walliser Weinmarkt, zeigte ebenfalls Interesse an Provins (siehe WB vom 10 März), konnte den Verwaltungsrat dem ­Vernehmen nach indes nicht vollumfänglich überzeugen. So wird Provins Teil des Fenaco-Konzerns.

Provins wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Nach einer Aktienkapitalerhöhung erhalten die Genossenschafter pro Anteil eine Aktie. Der Fenaco-Konzern übernimmt 70 Prozent von Provins, den Genossenschaftern verbleiben 30 Prozent. Der Vorteil der Lösung: Die Marke Provins bleibt bestehen, die Produktion im Wallis ist gesichert. Und vor allem: Fenaco überweist sämtliche ausstehenden Beträge per sofort an die Winzer. Aufgrund von Liquiditätsproblemen war der grösste Weinproduzent der Schweiz seit Längerem mit den Auszahlungen im Rückstand, was für viele Winzer existenzbedrohend war. Der Fenaco-Deal kommt so auch den Weinbauern zugute. Denn klar ist: Ohne Genossenschafter wird die Transformation zu einer Aktiengesellschaft nicht möglich sein. De Kredite will Fenaco ab 2021 zurückzahlen. Insgesamt will Fenaco 50 Millionen Franken in die Sanierung von Provins investieren.

Der Wechsel von einer Genossenschaft zu einer privaten AG ist das Kernstück der neuen Strategie. Die Umwandlung hätte zur Folge, dass Provins nicht mehr wie bis anhin verpflichtet wäre, jeweils die ganze Ernte seiner Genossenschafter aufzukaufen. An der Generalversammlung von Mitte Dezember wurde dies noch abgeschmettert – obwohl Provins arg am Taumeln war: Die Verschuldung des grössten Schweizer Weinproduzenten belief sich Ende 2019 auf rund 52 Millionen Franken, bei Eigenmitteln von knapp über 30 Millionen Franken. Und weil Provins seine Weine derzeit nicht verkaufen kann, bleiben die Lager voll und die Kassen leer. Dabei erreichen die Lagerbestände in den Walliser Kellereien Rekordwerte. Ende 2018 waren die Reserven um elf ­Prozent höher als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Alleine Provins soll sieben Millionen Liter unverkauften Wein in seinen Tanks haben.

In diesem Umfeld liegen die Vorzüge von Fenaco auf der Hand: Die Fenaco-Gruppe beschäftigt gut 10 000 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von 6,77 Mrd. Franken. Die Genossenschaft hat über 80 Tochterfirmen, unter anderem das Nahrungsmittelunternehmen Frigemo, den Fleisch- und Fleischwarenhersteller Ernst Sutter oder den Getränkehersteller Ramseier Suisse. Vor allem aber betreibt Fenaco die Detailhandelsketten Volg, Landi sowie die TopShop-Tankstellenshops. Dies ermöglicht neue Marktzugänge, insbesondere in der Deutschschweiz – dort, wo Potenzial für Walliser Weine vorhanden ist.

Zum Fenaco-Konzern gehört auch die DiVino SA, die die Caves Garnier und Volg-Weinkellereien vereint. Während Caves Garnier einer der grössten Anbieter von Westschweizer Weinen ist, sind die VolgWeinkellereien auf Weine aus der Ostschweiz spezialisiert. Vor einem Jahr hat die DiVino SA zudem ein neues Weinangebot lanciert, das die Regionalität und das traditionelle Handwerk der Traubenproduzenten hervorhebt. Einige Vorteile, die für Fenaco sprechen – und gegen Rouvinez.

bra

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