Landwirtschaft | Schädlinge bedrohen Baumkulturen

Schwieriges Jahr für Walliser Baumkulturen

Feuerbrand im Vormarsch
1/1

Feuerbrand im Vormarsch
Foto: zvg

Quelle: 1815.ch 0

Die Baumkulturen im Wallis mussten 2019 gegen Krankheiten und Schädlinge ankämpfen. Zu schaffen machten neben dem Feuerbrand auch Bakteriose, Schorf, Kirschessigfliegen und Schildläuse.

Im letzten Jahr gestaltete sich der Pflanzenschutz in den Wallliser Baumkulturen vor allem wegen den besonderen Wetterbedingungen schwierig, wie die am Montag publizierte Bilanz 2019 aufzeigt. Ein kalter und feuchter Frühling sowie punktueller Starkregen im Sommer und Herbst förderten die Entstehung von Krankheiten und das Auftreten von Schädlingen in den Kulturen. So hat der Feuerbrand 32 Hektaren Obstkulturen befallen und führte zur Auszahlung von Entschädigungen in Höhe von 740'000 Franken. Gemäss Mitteilung des Kantons wurde für das Wallis der Bundesstatus eines Feuerbrandsschutzgebiets für 2020 verlängert. Dies bedeutet, dass die Kontrollen verstärkt werden, um eine sanierte Situation ohne Schäden wiederherzustellen. Die Produzenten erhalten Empfehlungen zu Anbaupraktiken, die präventiv umgesetzt werden müssen.

Frühlingshafte Bedingungen führten in gewissen Steinobstkulturen wegen Flecken auf dem Obst zum Verlust fast der ganzen Ernte. Diese werden von Bakterien wie Xanthomonas oder Pseudomonas verursacht. Da Xanthomonas eine Quarantänekrankheit ist, verlangt das Amt für Obstbau vom betroffenen Produzenten, die befallenen Bäume zu eliminieren.

Die starken Regenfälle im Sommer und Herbst führten zu einem verspäteten Befall mit Schorf, einem Pilz, der sich hauptsächlich auf Äpfeln ausbreitet und sich durch kleine schwarze Flecken bemerkbar macht. Die Bio-Obstbauern sowie all jene, die eine drastische Reduktion der synthetischen Wirkstoffe anpeilen, mussten grosse Mengen Obst für die Industrie deklassieren.

Die Kontrolle der Kirschessigfliegenpopulationen zeigte eine starke Zunahme der Individuen unter frischen und feuchten Sommerbedingungen. Ihr Befall der Aprikosenbäume war derart stark und explosiv, dass die Produzenten oftmals die Obstlese vollständig einstellen mussten. Die Entwicklung der Populationen kann stark eingedämmt werden, wenn die Parzellen von kaputten, überreifen oder befallenen Früchten gesäubert werden. Die Forschung wird ihre Arbeit im Bereich der biologischen Bekämpfung und Verwirrmethoden intensivieren.

2018 verursachte die Schmierlaus aus Asien bei gewissen Obstbauern grosse Ertragseinbussen, da sie einen Grossteil ihrer Äpfel, Birnen oder Aprikosen deklassieren mussten. Schutzstrategien von Experten zeigten 2019 zwar Erfolge, doch die biologische Bekämpfung mit der Einführung von zwei Hilfsstoffen funktionierte nicht und führte in biologischen Anbauparzellen zu enormen Verlusten. Das Bundesamt für Landwirtschaft entschied sich deshalb, ein gemeinschaftliches Forschungsprojekt von Agroscope und CABI über drei Jahre mitzufinanzieren.

Der Kanton erinnert daran, dass die neue eidgenössische Pflanzengesundheitsverordnung 2020 in Kraft tritt. Sie wird vom Kanton mehr Überwachung verlangen, um das erste Auftreten von Schädlingen in den angrenzenden Ländern aufzuspüren, noch bevor sie in der Schweiz sind, wie beispielsweise den asiatischen Moschusbockkäfer oder das Feuerbakterium./wh

Artikel

Kommentare

Noch kein Kommentar

Kommentar

schreiben

Loggen Sie sich ein, um Kommentare schreiben zu können.

zum Login

Artikel

Empfehlungen

Aktuelle Verkehrsmeldungen

Heute im WB

In der aktuellen RZ

Kolumne | Diese Woche zum Thema:

Entfremdung durch Technik

Peter Bodenmann und Oskar Freysinger schreiben in der Rhonezeitung.

RZ | Der ehemalige SP-Schweiz-Präsident und Hotelier Peter Bodenmann und Alt-Staatsrat und [...]

Oberwalliser Baby-Galerie

Eliah CinaAngelina PaskuljevicCharlotte Tschan
zur Baby-Galerie
Anmeldung - WB Newsletter

Walliser Bote - Newsletter

1815.märt - Jetzt inserieren

Hier können Sie Ihre Inserate direkt, günstig und flexibel im Walliser Bote und der Rhone Zeitung aufgeben.

Rotten Verlag News

Sitemap

Impressum

MENGIS GRUPPE

Pomonastrasse 12
3930 Visp
Tel. +41 (0)27 948 30 30
Fax. +41 (0)27 948 30 31