Kinderbetreuung | Auch im Wallis werden Krippenplätze «heiss gehandelt»

Gemeinden und Unternehmen bei Kinderbetreuung gefordert

An die zehntausend Menschen werden in den nächsten Jahren neu ins Oberwallis ziehen. Auch im Blick auf die Kinderbetreuung eine Herausforderung.
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An die zehntausend Menschen werden in den nächsten Jahren neu ins Oberwallis ziehen. Auch im Blick auf die Kinderbetreuung eine Herausforderung.
Foto: zvg

Quelle: 1815.ch 0

Der Bedarf an Betreuungsplätze für Kinder wird in den kommenden Jahren im Oberwallis massiv wachsen. Die Gemeinden sind sich der diesbezüglichen Verantwortung bewusst.

Seit 17 Jahren unterstützt der Bund die Schaffung von Krippenplätzen, Tagesschulen und anderen familienergänzenden Angeboten. Im Kanton Wallis wurden 137 Gesuche bewilligt. Dies entspricht 4 Prozent aller bewilligter Gesuche in der Schweiz. Insgesamt wurden 3463 Gesuche bewilligt. Davon betrafen 1890 Kindertagesstätten, 1447 Einrichtungen für die schulergänzende Betreuung, 123 den Bereich der Tagesfamilien und 3 Projekte mit Innovationscharakter.

Ein Blick in die Statistik zeigt zudem: Der Bedarf ist nicht überall gleich gross. Gemäss Auswertung des Bundesamts für Sozialversicherungen haben Kantone mit grossen Städten wie Zürich, Basel, Bern, Waadt und Aargau die Unterstützung am stärksten in Anspruch genommen. Gemessen an der Anzahl Kinder haben Basel, Neuenburg, Zürich, Waadt und Zug am meisten neue Plätze geschaffen.

Doch auch im Wallis werden Krippenplätze und weitere familienergänzenden Angebote "heiss gehandelt". Im August öffnet beispielsweise die Kita "Wundernasa" in Ried-Brig ihre Türen. Für die Gemeindeverantwortlichen ist klar: Mit dem neuen Angebot will man sich als attraktiver Wohnort positionieren, wo Familie und Beruf unter einen Hut passen. Ganz nach dem "Willen" des ersten umfassenden kantonalen Familienberichts, den das Departement für Gesundheit, Soziales und Kultur in Auftrag gegeben hat. Auch dieser besagt, dass es den Eltern ermöglicht werden muss, ihr Berufs- und Familienleben zu vereinbaren. Hierzu gilt es unter anderem günstige Rahmenbedingungen zu schaffen, die egalitäre Teilung der familiären Aufgaben zu fördern oder eben auch den Zugang zu ausserfamiliären Betreuungsmöglichkeiten zu gewährleisten. Die Studie zeigt, dass sich eine Familie im Wallis kaum mehr von einer in einem anderen Kanton unterscheidet. Es sticht aber besonders hervor, dass rund 70 Prozent der Mütter im Arbeitsprozess integriert sind. Dies auch wenn sie kleine Kinder oder solche bis 25 Jahre haben. Dem muss gemäss Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten Rechnung getragen werden. Auch sie stösst ins gleiche Horn. Stichwort Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben. "Dazu gehören Krippenplätze, ausserfamiliäre Betreuungsmöglichkeiten sowie die Nachholbildung und die berufliche Eingliederungen von Personen mit Kinderbetreuungsaufgaben", so Waeber-Kalbermatten bei der Präsentation der Studie.

Diskussionen über eine Kita laufen derweil auch im Spitalzentrum Oberwallis. Ein Drittel der Beschäftigten arbeitet dort Teilzeit. Darunter auch viele Mütter. "Wir haben bis jetzt das Problem, dass die öffentliche Kita den Bedürfnissen unserer Schichtmitarbeiter nicht gerecht wird", erklärte Pflegedirektor des Spitalzentrums Wallis Kilian Ambord im Interview. Die neue Kita soll an die Schichtarbeit angepasst sein und damit die momentane Lücke füllen.

Fakt ist, es braucht entsprechende Angebote - gerade mit Blick auf das rasante Bevölkerungswachstum. 4000 gut ausgebildete Fachkräfte sollen innerhalb der nächsten Jahre neu in die Region ziehen; zusammen mit deren Familien. Dass damit auch die Nachfrage nach zusätzlichen Betreuungsplätzen steigt, liegt auf der Hand. Ein ausreichendes Angebot an externen Betreuungsplätzen für die Kinder ist gemäss Esther Schlumpf vom Regions- und Wirtschaftszentrum Oberwallis essenziell. Im Rahmen des Regionalentwicklungsprogramms WIWA ist sie die Verantwortliche für das Teilprojekt Kinderbetreuung. "In diesem Thema ist momentan sehr viel in Bewegung. Die Dynamik ist gross." Schlumpf führt aus: "Während des letzten Schuljahres wurden mehrere Angebote eröffnet. Beispielsweise die Tagesschule in Münster oder in Baltschieder." In der Agglomeration seien die Gemeinden sehr bestrebt, ihre Angebot strukturell zu optimieren. "Für die Schaffung der Angebote sind die Gemeinden verantwortlich. Und sie sind sich der Verantwortung eigentlich bewusst und nehmen diese wahr", so Schlumpf.

ip

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