Beruf | Gibt es Kita-Räumlichkeiten oder nicht? Im März fällt der Entscheid

Diskussionen um eigene Kita im neuen Spitalzentrum Oberwallis

Das Spitalzentrum Oberwallis beschäftigt in der Pflege insgesamt 700 Personen. Ein Drittel arbeitet in Teilzeit.
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Das Spitalzentrum Oberwallis beschäftigt in der Pflege insgesamt 700 Personen. Ein Drittel arbeitet in Teilzeit.
Foto: Keystone

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Viele Mütter im Spitalzentrum Oberwallis arbeiten in Teilzeit. Probleme beim Organisieren des Familienalltags sind vorprogrammiert. Beim Spital diskutiert man nun über eine Kita.

Das Spitalzentrum Oberwallis beschäftigt in der Pflege insgesamt 700 Personen. Zwei Drittel von ihnen arbeiten zwischen von 80 bis 100 Prozent. Ein Drittel arbeitet in Teilzeit. Darunter auch viele Mütter. Je nach Abteilung gelten Mindestprozentsätze und es gibt weder fixe Wochenarbeitstage, noch eine freie Auswahl der Arbeitstage. Im Spital sei die Berücksichtigung von fixen Tagen tatsächlich ein Problem, erläutert der Pflegedirektor des Spitalzentrums Wallis Kilian Ambord. Ein Beispiel: Aufgrund gesellschaftlicher Strukturen könne es etwa vorkommen, dass viele Mitarbeiterinnen am gleichen Mittwochnachmittag frei haben möchten. Das sei jedoch nicht möglich.

Als ein weiteres Problem für Frauen in Teilzeitarbeit erweisen sich die Mindestprozentsätze, die vom Spital verlangt werden. Auf manchen Abteilungen müssen frischgebackene Mütter nach dem Mutterschaftsurlaub mindestens 50 Prozent im Beruf weiterarbeiten, wie Ambord sagt. Dies festzulegen, liege zum einen im Ermessen der Abteilungsleiter. Zum anderen habe dieses Vorgehen aber auch einen plausiblen Grund, denn die Halbwertszeit von medizinischem, pflegerischem sowie technischem Wissen sei sehr kurz. «Im Halbjahresrhythmus erscheinen neue Medikamente, Behandlungsarten oder Untersuchungstechniken.» Da sei es wichtig, dass der Mitarbeiter auf dem Laufenden bleibt. «Je innovativer und schneller dieser Zyklus auf der Abteilung ist, umso schwieriger ist es, tiefprozentig zu arbeiten», so Ambord.

Diskussionen um eine eigene Kita im Spitalzentrum Oberwallis. (Quelle: rro)

Viele Familien stellt genau dieses «Auf-Abruf-Light» vor organisatorische Probleme in der Kinderbetreuung. Denn viele Frauen wissen zwar, dass sie bei einer 50-Prozent-Anstellung zweieinhalb Tage in der Woche arbeiten, aber nicht wann, weil es nicht fix ist. Der Kita-Platz kann deswegen nicht reserviert und das Umfeld nicht rechtzeitig informiert werden. Das Problem wird grösser, wenn sich die Angehörigen oder das Umfeld nicht um die Kinder kümmern können. Frauen in solchen Situationen bleibt vielfach keine andere Wahl als die Kündigung. Sie scheiden gänzlich aus dem Arbeitsmarkt aus. Der Wiedereinstieg nach dem Grosswerden der Kinder erweist sich bekanntlich als schwierig.

Im Januar wurde bekannt, dass im Oberwallis nun auch Jobcafés angeboten werden. Diese helfen unter anderem Frauen, die den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben schaffen möchten oder Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie suchen. Ein erster Schritt.

Doch nicht nur beim Kanton macht man sich Gedanken. Auch beim Spitalzentrum Oberwallis. Dort ist die Problematik der Vereinbarkeit von Beruf und Familie von teilzeitarbeitenden Müttern bekannt. Es wird deshalb auch über eine Kita nachgedacht. «Auf verschiedenen Ebenen laufen da Gespräche», bestätigt Ambord gegenüber rro. Im Rahmen des Wiwa-Projekts der RW Oberwallis suchen die Gemeinden Brig, Visp und Naters zusammen mit den Unternehmungen Lonza, MGBahn, Bosch/Scintilla und Valais/Wallis Promotion nach einer gemeinsamen Lösung. «Wir haben das Problem, dass die öffentliche Kita den Bedürfnissen unserer Schichtmitarbeiter nicht gerecht wird.» Die neue Kita soll an die Schichtarbeit angepasst sein und damit die momentane Lücke füllen. Denn öffentliche Kitas in der Gemeinde schliessen ihre Türen gegen 19 Uhr – zu früh für einen Schichtbetrieb.

Der Gemeinde Brig-Glis, in welcher sich das Spitalzentrum Oberwallis in ein paar Jahren befindet, kommt die Idee teilweise entgegen, sagt Stadtrat Werner Jordan. «Für die Gemeinde Brig-Glis wäre es sicher idealer, wenn es einen Betreiber gebe. Wir könnten Synergien nutzen.» So könnten etwa Kosten beim Personal oder in der Administration gespart werden. «Die Regelung von einem Betreiber wäre für alle günstiger und besser.» Aber die Gemeinde sei offen, so Jordan. Es liege in der Hand des Spitals.

Die Frage nach dem Betreiber wird in den nächsten zwei Jahren beantwortet. Der Entscheid, ob es im neuen Spitalzentrum Oberwallis überhaupt Räumlichkeiten für eine Kita geben wird, bereits im März.

sr

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