Parteien | Nur Pfister will CVP-Präsident werden

Gerhard Pfister ist der einzige Kandidat für Darbellay-Nachfolge

Er will CVP-Präsident werden: Gerhard Pfister (Archiv).
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Er will CVP-Präsident werden: Gerhard Pfister (Archiv).
Foto: Keystone

Quelle: SDA 15.02.16 0
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Nun ist es offiziell: Der Zuger Nationalrat Gerhard Pfister ist der einzige Kandidat für die Nachfolge des abtretenden CVP-Präsidenten Christophe Darbellay. Das spreche für Pfister, findet der Präsident der Findungskommission.

Bis (gestern) Sonntag um Mitternacht konnten sich Interessenten bei der Findungskommission melden. Für das Amt des Präsidenten ging nur eine Kandidatur ein - jene von Pfister, wie die CVP-Findungskommission am Montag mitteilte.

Der Präsident der Findungskommission, der Luzerner Ständerat Konrad Graber, ist nicht enttäuscht darüber. "Es spricht für Pfister, dass keine Gegenkandidatur eingereicht wurde", sagte Graber auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Das sei ein gutes Zeichen und eine gute Ausgangslage für Pfister.

Das Anforderungsprofil für das Amt schränke den Kreis möglicher Kandidaten bereits stark ein, gab Graber zudem zu bedenken. Es sei aber ein offener Prozess gewesen. Er habe noch am Sonntag ein letztes Gespräch geführt mit einem Interessenten - mit wem, wollte er nicht verraten.

Prominente Absagen

Gewählt wird der neue Parteipräsident am 23. April an der Delegiertenversammlung in Winterthur. Dass Pfister der einzige Bewerber sein dürfte, hatte sich in den vergangenen Wochen abgezeichnet. Andere mögliche Anwärter wie etwa der Solothurner Ständerat Pirmin Bischof und der Bündner Nationalrat Martin Candinas hatten abgesagt. Beide führten unter anderem zeitliche Gründe ins Feld.

Öffentlich über eine Kandidatur nachgedacht hatte der Berner Gemeinderat Reto Nause. Er entschied schliesslich jedoch, auf eine Kandidatur zu verzichten, weil sein Mandat als Berner Gemeinderat nicht mit dem Präsidium einer grossen Schweizer Partei vereinbar sei.

Buttet als Gegengewicht zu Pfister

Der 53-jährige Pfister gehört dem Nationalrat seit 2003 an und gehört zum rechten Flügel der Partei. Das passt nicht allen in der CVP. Der Walliser Nationalrat Yannick Buttet gab jüngst seine Kandidatur für das Vizepräsidium der CVP bekannt. Er sieht sich explizit als Gegengewicht zu Pfister.

Dass Pfister dem rechten Flügel der CVP angehört, werde Bestandteil der Gespräche sein, welche die Findungskommission noch mit ihm führen werde, sagte Graber. Bis am 31. März werde die Kommission ihre Empfehlungen aussprechen.

Der Walliser Buttet dürfte als Vizepräsidenten auf den Freiburger Dominique de Buman folgen, der nicht mehr zur Wiederwahl antritt. De Buman ist dieses Jahr zweiter Vizepräsident im Nationalrat und wird turnusgemäss 2018 den Nationalrat präsidieren. Das lasse sich schlecht vereinbaren mit dem Amt als CVP-Vizepräsident, begründete CVP-Sprecher Thomas Jauch das Abtreten von de Buman.

Zur Wiederwahl antreten will hingegen die zweite Vizepräsidentin der CVP, die Luzerner Nationalrätin Ida Glanzmann. Weitere Kandidaten für die beiden Vizepräsidenten-Posten gibt es nicht, wie die Findungskommission am Montag bekannt gab.

Kampf um "gewöhnliche" Präsidiumsplätze

Umkämpft sind hingegen die übrigen Plätze im Parteipräsidium, dem neben Präsident, Vizepräsidenten und Fraktionschef sieben Personen angehören. Neu im Präsidium Einsitz nehmen möchten der Berner Reto Nause, der Waadtländer Nationalrat Claude Béglé und der Präsident der Jungen CVP, Tino Schneider. Auch die CVP Frauen erheben Anspruch auf einen Sitz im Präsidium.

Die Bisherigen stellen sich alle zur Wiederwahl: Ständerat Pirmin Bischof (SO), die Nationalräte Martin Candinas (GR) und Stefan Müller-Altermatt (SO), Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter (BL), die Aargauer Kantonsrätin Marianne Binder-Keller und die Urner Regierungsrätin Heidi Z'graggen.

Der amtierende Präsident der CVP, Christophe Darbellay, tritt nach zehn Jahren nicht mehr als Parteipräsident zur Wiederwahl an. Wegen einer Amtszeitbeschränkung war er auch nicht mehr für die nationalen Wahlen angetreten. Er sehe seine politische Zukunft im Wallis, hatte Darbellay in Interviews gesagt.

15. Februar 2016, 10:19
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