Grossraubtiere | Nach Wolfs-Attacke in Unterbäch

Herdenschutz GmbH eilt Augstbord-Schäfern zu Hilfe

Nachtpferch in Unterbäch. Dieser wurde am Montagnachmittag von der Herdenschutz GmbH mithilfe eines Schäfers erstellt, der gleichentags drei Lämmer an den Wolf verlor.
1/1

Nachtpferch in Unterbäch. Dieser wurde am Montagnachmittag von der Herdenschutz GmbH mithilfe eines Schäfers erstellt, der gleichentags drei Lämmer an den Wolf verlor.
Foto: zvg

Quelle: 1815.ch 29

Am Montag tötete ein Wolf in Unterbäch drei Lämmer. Noch gleichentags erstellte man in der betroffenen Weide einen herdenschutzkonformen Nachtpferch.

In der Frühjahrsweide in Unterbäch, wo am Montag drei tote Lämmer gefunden wurden, soll so verhindert werden, dass der Besitzer der 50-köpfigen Schwarznasenherde weitere Tiere an den Wolf verliert. «Der Nachtpferch ist am Montagnachmittag mit Hilfe des Schäfers erstellt worden», sagt Helmut Bitz am Dienstag auf Anfrage. Er ist Mitglied der Herdenschutz GmbH. Diese ist im letzten Jahr unter der Geschäftsführung von CVP-Grossrat Manfred Schmid aus Ausserberg gegründet worden und wird vom Kanton Wallis finanziell unterstützt. Sie soll Schäfern in Gebieten mit Wolfspräsenz helfen, die Herdenschutzmassnahmen, wie sie Bund und Kanton vorsehen, umzusetzen.

«Die Frühjahrsweide in Unterbäch ist sehr ausgedehnt und von Wegen und Bachläufen durchzogen, sodass das vor den Rissen elektrifizierte metrige Flexinet an diesen Stellen dem Wolf etliche Schlupflöcher bot, ungehindert in die Weide einzudringen», sagt Bitz, der am Dienstag zusammen mit dem Schäfer in Unterbäch weitere Massnahmen traf, um den Zaun der Weide möglichst wolfssicher zu machen.

Bei dieser Hilfestellung der Herdenschutz-GmbH wird es nicht bleiben. «In dieser Woche werden wir zusammen mit Schäfern in Ergisch, Eischoll und Bürchen weitere Herdenschutzprojekte umsetzen. Viele Tierhalter haben zwar schon viel in den Herdenschutz investiert. Zum Teil aber liegt es an Kleinigkeiten, die es dem Wolf dennoch ermöglicht in die Weiden einzudringen und Schaden anzurichten», sagt Bitz, der selber Schafe hält. Und seit Jahren mit dem Einsatz von Herdenschutzhunden seine Herden schadlos hält.

Schäfer aus der Augstbord-Region können sich für Hilfestellung an die Herdenschutz GmbH wenden. Das Zaunmaterial wird den Schäfern von der Herdenschutz-GmbH gratis zur Verfügung gestellt. «Aber natürlich ist es Pflicht, dass der Schäfer selber Hand anlegt, um die Zäune zu stellen», so Bitz. «Und wir wollen nicht nur Notfallmassnahmen wie am Montag in Unterbäch umsetzen, sondern auch präventiv handeln, um Wolfsrisse zum Vornherein zu vermeiden», so Bitz.

zen

Artikel

Kommentare

  • epeter schlachter - 1342

    es ist ganz einfach: moegrlichst wenig aufwand betreiben und dafue moeglichst viele subventionen beziehen.
    den wolf einfach abschiessen ist ebenfalls die massnahme mit dem geringsten aufwand.
    aber es ist doch super, wie man sieht geht es auch anders

  • Wolfsfreund - 1541

    Es ist erschreckend dass wir Menschen uns das Recht nehmen und entscheiden welche Tiere auf der Erde Leben dürfen.

  • Briggi - 324

    Endlich mal eine gute sofort lösung für die schäfer und vorallem die schafe!!!
    Trotzdem,,,, es ist nich so einfach die tiere jede nacht einzupfärchen.
    Erstens gehen sie vom fleisch ab ( gibt ja leute die nur fleischrassen züchten)
    Zweitens haben sie viel mehr ansteckende krankheiten ( lähme etc)
    :-((

    • lynx - 1133

      an "Briggi" Für die Schafhalter, die offenbar nun schon seit über zehn Jahren "geschlafen" und nichts bezüglich Schutz der eigenen Tiere unternommen haben. Nun sollen es externe richten, vom Bund "bezahlt" (unterstützt).
      Was den Gewichtsverlust betrifft, so liegt es nun am Tierhalter, den "Nachtpferch" halt ständig zu verschieben, das heisst Zeitaufwand. Doch wenn einem das Wohl der Tiere am Herzen liegt, so nimmt man das gerne in Kauf.
      Zu den Krankheiten: es liegt halt wirklich am Tierhalter, seine eigenen auch wirklich zu beobachten und zu kontrollieren und dies nicht nur durch einen sporadischen Besuch pro Woche. Denn nur so kann man auftretende Krankheiten wie Moderhinke und Gämsblindheit frühzeitig erkennen und behandeln. Somit verbreiten unsere Tiere diese auch nicht auf unsere Alpweiden und stecken damit auch die Wildtierpopulation an.

  • Realist - 2414

    mein Vorschlag an die Befürworter des Wolfskonzeptes: Zäune durch Betonmauern ersetzen.... Gut, die Anfangskosten wären etwas höher; aber auf die durchschnittliche Lebenserwartung hochgerechnet, käme es sicher billiger als alle Jahre die Zäune zu modernisieren.....

  • kalaschnikov - 328

    Dieser Zaun zeigt nur da Wirkung wo kein Wolf ist, es ist reine Geld und Zeitverschwendung,und wenn dann nichts passiert wird die GMBH hochgelobt.

  • lynx - 943

    Offenbar sind die Tierhalter in dieser Region selbst nicht fähig, für den Schutz ihrer eigenen Tiere genügend zu sorgen und brauchen dazu noch externe Hilfe. Was sind das für Tierhalter ? Auch frage ich mich, wie Tiere durch einen „gesicherten Zaun“ entweichen können ? Dazu kommen noch unterschiedliche Aussagen bezüglich vermisster Tiere: nach der ersten Aussage des Tierhalter fehlte ein Tier – nach Aussage des Wildhüters deren drei….was stimmmt nun ???? Lest diesen Bericht auf rro nach (http://www.rro.ch/cms/in-unterbaech-hat-wieder-ein-wolf-zugeschlagen-und-drei-laemmer-gerissen-der-wildhueter-bestaetigte-die-risse-85182#pos

    Ich frage mich auch, welcher der zwei Berichte (rro oder wb bezüglich des gestrigen Risses) nun wirklich den Tatsachen, der Wahrheit entspricht ? Die Aussage des Tierhalters oder die des Wildhüters ???
    Nach eigenen Recherchen ist dies der Bericht des rro, des Tierhalters.
    Es liegt nun an euch Lesern, selber zu entscheiden, wer wirklich objektiv berichtet.

    Offenbar haben es immer noch nicht alle Tierhalter für notwendig erachtet, ihre Tiere genügend zu schützen. Sie haben jetzt mehrere Jahre dazu Zeit gehabt, doch nichts unternommen und die Subventionen in den Sack gestrichen. Doch jetzt, da endlich auch die Vorschriften durchgesetzt werden und nicht mehr jeder "Riss" einfach blanko vergütet wird, bemüht man sich langsam, die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, doch leider viel zu spät.
    Man hat einfach auf die Polemik durch die Presse und die C- und SVP-Parteien gezählt. Doch nicht mit der Politik des Bundes gerechnet.
    Wenn man sich dieser nicht fügen will, soll man doch den Austritt aus dem "Schweizerischen Staatenbund" geben. So kann man seine eigenen Gesetze aufstellen und ausführen. Ich würde zu gerne sehen, wohin das führen würde. Doch leider liegt mir das Wallis zu sehr am Herzen.

    • Melanie - 173

      Lynx und hattest du auch schon Risse ?wenn ja geht es dir wie mir trotz Hirte Schutzhunden ectr. Und da steigt mir die Galle hoch ich hege und pflege Sie beim Lammern schaue ich x mal nach sollte es nicht gehn rufe ich den Tierarzt , die Glöögeli stören die Kranken Menschen , und auf der Alp der Wolf heutzutage ist es nicht mehr schön ein Schaf zu sein

    • lynx - 315

      an Melanie, ja....mit all seinen Konsequenzen......

    • Gattlen hagi - 221

      Lieber lynx,einmal bist du dafür, das wir zaunhilfe annehmen,dann wieder dagegen.
      Glaube langsam es geht dir nur um die aufhetze so schön vom bürostuhl aus.

    • Illusion - 191

      Wer gibt Ihnen das Recht über die Arbeit und die Tierhaltung der Schäfer zu urteilen? Sind Sie Schäfer? Hatten Sie uberhaupt schon einmal ein "Schlegel und en Stida" in der Hand? Wie können Sie davon ausgehen, dass Schäfer schlechte Tierhalter wären? Dann würden sich die vielen Diskussionen erürbrigen und wir Schäfer würden unsere Tiere vollkommen dem Wolf überlassen. Was haben die zwei unterschiedlichen Berichte mit der wirklichen Problematik zu tun? Was möchten Sie mit Ihrer Aussage bewirken? Haben Sie einen effizienten Lösungsvorschlag damit Schäfer und Wolfsbefürworter zufrieden sind - denn beide haben das Recht dazu. Und haben Sie überhaupt eine Vorstellung warum die Landwirten Subventionen erhalten? Wie Sie sehen, sagt Ihr Bericht für mich nicht aus. Aber auf eine Stellungsnahme bin/wäre ich gespannt...

    • Melanie - 243

      Dort wo du deine schafe hälst befindet sich dort in der Region auch ein Wolf ??? Lynx

  • kalaschnikov - 264

    Hallo Leo wer glaubt wird seelig !

  • Piero - 7922

    Wieviel zahlt der Staat dieser GmbH? Wer nimmt das Geld und wofür und wie viel? Ist doch alles lächerlich. Der Wolf hat hier nichts verloren, also hat er auch nichts zu suchen. Weg damit. Basta. Während Jahrzehnten ging es bestens ohne diese Bestien.

  • guessler - 1641

    heute abend gibt es lamm & wolf eintopf.

  • Petsch - 27101

    Im Wallis dauert es bekanntlich immer etwas länger. Diese nicht über den Tellerrand schauen können macht mir echt Gedanken, da müssen sich viele Gemeinden und Dörfer nicht fragen warum (Junge) Leute in den Talgrund abwandern.

    • Illusion - 5318

      Das eine hat wohl mit dem anderen nichts zu tun. Aber vielleicht flüchten sich die Talgänger vor der "unnatürlichen" Nähe des Wolfes!

  • Christine Enkerts - 3343

    Super. Ich freue mich das gezeigt wird das es auch anders gehen kann. Daumen hoch

  • Franz J. Strauss - 8543

    Spinnen wir mal die Sache ein bisschen weiter; die Schafe werden in Zukunft geschützt (mit Natostacheldraht, Tretminen oder von einem FA-18 Geschwader), das Wild wird alles gefressen sein - von was ernährt sich dann der liebe Wolf, von Waldbeeren und Pilzen? ...

    • Frank - 2924

      @Franz J.Strauss: Ja was wird der Wolf wohl essen?....er wird sich als Grossmutter verkleiden und kleine Mädchen fressen.....;-)

    • Franz J.Strauss - 314

      @ Nino
      Nein man muss nicht, man muss nur eines hoffentlich noch fernen Tages sterben.
      Da Du -kenne Dich zwar nicht, nehme Dein Du aber gerne an - Dir Mühe machst trotzdem auf meinen -zugegeben teilweise ironischen- Text zu Antworten; wie sieht Deiner Meinung die Nahrungsaufnahme der zukünftigen Wolfsrudel im Wallis aus?

    • Nino - 1448

      Nun... Muss man auf so was wirklich noch eine Antwort geben. Du bist wahrscheinlich auch einer der einfach nur ein wenig "zKopfji" will durchsetzen.
      Und ähm... wenn meine Vermutung stimmt, sollten doch gewisse Kreise wissen, das es dummerweise in der CH keine Tretminen mehr gibt.
      Ich sehe das ganze mal positiv an und Pesimisten lasse ich da mal links liegen. Der Herr wird die seinen schon erkennen.

  • Nino - 6123

    @Peter: Die roten Drücker sind diejenigen welche eigentlich der tot der Schafe wollen. Und sich immer noch noch auf dem eigenen A.... ausruhen wollen. Schade gibt es diese Leute noch. Aber auch die sterben aus. Aber den anderen ein grosses Lob.

  • Walliser - 5628

    Langsam aber sicher darf man wieder stolz sein auf die Schäfer und muss sich nicht mehr fremdschämen... Bravo weiter so! Gratuliere diesen Herren. Und das meine ich absolut nicht ironisch.

    • Walliser - 1512

      Wenn du kein Walliser bist musst du dich ja auch nicht fremdschämen. Merkst du den Unterschied?
      Beim anderen stimme ich dir zu. Leider sind es nach wie vor nicht alle.

    • Schaf - 857

      Ich bin kein Walliser,aber kenne viele Schafzüchter die ihre Sache sehr gut machen im Wallis!möchte Euch auf diesem Wege recht herzlich danken,für die stressige Arbeit,und hoffe das die Schafe einmal wieder friedlich die Alpen abfressen dürfen!!

  • Peter - 5725

    Endlich mal was Vernünftiges zu lesen. Alle welche Daumen nach unten stellen für diese Idee und Herren, zeugen selber das es ihnen an erster Stelle gar nicht um die Schafe geht.

  • Leo - 7727

    Bravo....endlich mal gute Schlagzeilen von der Schäferfront!!! Nur dieser Weg führt zum Erhalt unserer Berglandwirtschaft!!!
    Prädikat: Nachahmenswert.

Kommentar

schreiben

Loggen Sie sich ein, um Kommentare schreiben zu können.

zum Login

Artikel

Empfehlungen

Heute im WB

Aktuell auf 1815.tv

Hommage an Rilke

zum Video

In der aktuellen RZ

Kolumne | Diese Woche zum Thema:

Windsun und Erdverlegung

Peter Bodenmann und Oskar Freysinger schreiben in der Rhonezeitung.

RZ | Der ehemalige SP-Schweiz-Präsident und Hotelier Peter Bodenmann und Alt-Staatsrat und [...]

Anmeldung - WB Newsletter

Walliser Bote - Newsletter

Rotten Verlag News

Oberwalliser Baby-Galerie

Konstantin SchulzMatteo PfammatterEtienne Loretan
zur Baby-Galerie
Aktuelle Verkehrsmeldungen

Sitemap

Impressum

MENGIS GRUPPE

Pomonastrasse 12
3930 Visp
Tel. +41 (0)27 948 30 30
Fax. +41 (0)27 948 30 31