Bergunglück | Kantonspolizei gibt Identität des Opfers bekannt

«Verletzte mussten die Nacht bei eisiger Kälte im Iglu ausharren»

In diesem Iglu auf der Unglücksstelle mussten die Verletzten die Nacht ausharren. Sie wurden von zwei Bergführern betreut.
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In diesem Iglu auf der Unglücksstelle mussten die Verletzten die Nacht ausharren. Sie wurden von zwei Bergführern betreut.
Foto: zvg

Blick auf die Anrissstelle der Lawine bei der Galmilücke am Montagmorgen.
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Blick auf die Anrissstelle der Lawine bei der Galmilücke am Montagmorgen.
Foto: zvg

Quelle: 1815.ch/WB 1

Das Lawinenunglück bei der Galmilücke vom Sonntagmittag war von einer aufwändigen Rettungsaktion begleitet. Sie konnte am Montagmorgen abgeschlossen werden. Inzwischen wurde auch das Opfer identifiziert: Es handelt sich dabei um einen 55-jährigen Berner.

Vom Schneebrett war eine Gruppe von sechs Personen erfasst worden. Drei blieben unverletzt. Ein 55-jähriger Berner fand den Tod. Bei der verunglückten Gruppe handelt es sich um sechs Personen, die mit einem Bergführer im Auftrag einer Alpinschule aus der Deutschschweiz unterwegs waren.

Lange Stunden für die Verunglückten

Die alarmierten Helikopter konnten am Sonntag nach der Alarmierung um die Mittagszeit wegen der schlechten Wetterverhältnisse trotz mehrmaligen Versuchen nicht ins Unfallgebiet fliegen. Deshalb wurde für die Retter unter der Leitung von Rudolf Julier ein rund fünfstündiger Aufstieg über den Fieschergletscher notwendig. Dieser erwies sich bei dichtem Nebel, Neuschnee und schweren Lasten als anspruchsvoll. Auf dem Unfallplatz stiessen die Retter am späteren Nachmittag neben dem Todesopfer auf zwei Verletzte, darunter der Bergführer.

Die Rettungsaktion zog sich in die Länge. «Das Ziel Oberaarhütte erwies sich mit dem Verletztentransport als illusorisch. Vor dem Eindunkeln bauten wir deshalb für die zwei Verletzten ein Schnee-Iglu, wo bei eisigen Temperaturen die Nacht auf den Montag verbracht wurde», sagt Julier gegenüber dem «Walliser Boten». Sie wurden von zwei Bergführern der 14-köpfigen Rettungskolonne betreut.

Die Unverletzten stiegen mit dem Hauptharst der Rettungskolonne zur Oberaarhütte auf, wo sie die Nacht verbrachten.

Vergebliche Flugversuche der Rega und der Air Zermatt

Wegen des schlechten Flugwetters gestaltete sich auch für die Piloten der Air Zermatt der Einsatz sehr schwierig. «Bei Eingang des Alarms um 11.30 Uhr herrschten in der Region, wo sich das Unglück ereignete, derart schlechte Sichtverhältnisse, dass die Piloten die Retter nicht auf den Unglücksplatz fliegen konnten», sagt Dominic Andres, Einsatzleiter bei der Air Zermatt, auf Anfrage von 1815.ch. Gleichzeitig habe aber auch die Rega vergeblich versucht, von der Berner Seite zur Galmilücke zu fliegen.

Tour trotz schlechter Prognosen

Am Monntagmorgen hellte das Wetter im Unfallgebiet glücklicherweise auf, was die Evakuation der Verletzten, der anderen Bergsteiger und Retter via den Luftweg zurück nach Fiesch möglich machte. «Zuvor haben die Piloten während der Nacht nach zwei weitere Versuche gestartet, zur Galmilücke vorzustossen», so Andres.

Gleichzeitig hält Andres aber auch nicht mit Kritik zurück. «Die Wetterprognosen für den Sonntag waren eindeutig zu schlecht für eine Tour in diesem anspruchsvollen Gebiet. Wer sich trotzdem zu einer Tour aufmacht, kann sich nicht darauf verlassen, dass bei einem Unglück sofort Hilfe aus der Luft angefordert werden kann.» Dies habe das Unglück an der Galmilücke in aller Deutlichkeit aufgezeigt.

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Kommentare

  • Stefi Irniger - 131

    Da hat die Gommer Rettung unter der Leitung von Rudolf Julier eine wahre super Leistung vollbracht. Ein Einsatz der wahrscheinlich jeden der Retter an die Physische- und Psychischeleistungsgrenze brachte. Ein riesen Lob und eine grosse Annerkennung an alle Retter .

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