Jagd | Kerstin Kummer: Zwischen Nervosität und Freude

«Mein Hauptziel ist eine saubere Jagd»

Kerstin Kummer
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Kerstin Kummer
Foto: zvg

Quelle: 1815.ch 3

Für 2600 Jäger und 100 Jägerinnen beginnt heute die zweiwöchige Hochjagd. Unter ihnen befindet sich auch die «Schweizer Jägerin des Jahres», Kerstin Kummer, welche etwas nervös ist.

Bis am 3. Oktober dauert die Hochjagd im Wallis, bei der ein Jäger rund 880 Franken ausgeschlossen der Niederjagd bezahlen muss. In dieser Zeit nimmt sich die seit März 2015 amtierende «Schweizer Jägerin des Jahres», Kerstin Kummer aus Bitsch, zwei Wochen Ferien, um im Gebiet Riederwald auf die Pirsch zu gehen – alleine, wie sie im Gespräch mit 1815.ch erklärt.

«Ein spannendes Erlebnis»

Die junge Jägerin hat sich der Jagd sehr stark verschrieben: Bereits im Mai bezog sie Ferien für eine Jagd in Ungarn, finanziert von einem Sponsoren, der mit der Walliserin Werbung betreiben wollte. Dort konnte die Oberwalliserin während drei Tagen an einer Rehbockjagd teilnehmen. «Das war ein sehr spannendes Erlebnis. ‚Klassische’ Ferien hingegen lagen ganz kurz mal drin; ein paar Tage Meer in Italien. » Doch besser kann sie sich auf der Alpe entspannen.

«Ich habe den Teil mit dem Rehbockabschuss herausgenommen weil ich während diesen Tagen vier Böcke erlegen konnte. Für einen Nichtjäger ist das viel, jedoch für diese sehr starken Bestände in Ungarn normal.» Es sei das zweite Mal, dass sie zwei Wochen Ferien für die Jagd im Wallis beziehe: «Davor habe ich immer nur einzelne Tage aufgewendet, um mitzugehen.»

Keine persönlichen Ziele gesetzt

Die Zielvorgaben wurden in der vergangenen Woche publik gemacht; so sollen in diesem Jahr 1700 Hirsche geschossen werden, um die Bestände stabil zu halten.

Kummer indes hat sich keine persönlichen Ziele gesetzt: «Ich habe mir gewisse Strecken vorgegeben, die ich laufen möchte; das hat dann auch Einfluss auf die jeweilige Uhrzeit, in welcher ich starten werde. Auf diesen Strecken kann man halt schwer abschätzen, was passieren wird.»

Sie sei aber schon nervös, doch Erwartungen habe sie keine, und sie lässt sich auch nicht unter Druck setzen: «Im vergangenen Jahr war der Druck da, weil ich an mir manchmal gezweifelt habe. Nun kann ich aber sagen: Es kommt alles, wie es kommt. Wichtig ist, dass das Wetter stimmt. Schön wäre wenn es kühler wird etwas Schnee wäre auch nicht schlecht, um das Wild in wärmere Gefilde hinunterzutreiben. Wind wäre gar nicht ideal – dann riechen uns die Tiere.»

«Weil ich es so will»

Die Treffsicherheit zu üben, sei für einen Jäger das Wichtigste. «Du musst dein Gewehr absolut im Griff haben, wenn du in den Wald gehst», betont Kummer. «Ich muss das anvisierte Tier sauber schiessen und nicht nur anschiessen.» Geübt wird auf den verschiedenen Oberwalliser Schiessständen, zudem organisieren die verschiedenen Sektionen des Jägerverbandes Diana sogenannte Jagdschiessen, um seine eigenen Fähigkeiten auf die Probe zu stellen.

«Mein Hauptziel ist eine saubere Jagd. Ich gehe aber nicht nur auf die Jagd, um die Abschusskriterien des Kantons zu erfüllen. Ich gehe wegen mir selber auf die Jagd, weil ich es so will.»

Alleine unterwegs

Sicher ist, dass die 22-Jährige alleine unterwegs sein wird, auch die beiden Familien-Hunde werden sie nicht begleiten, obwohl einer der beiden die Schweisshundeprüfunggemacht hat. «Mein Bruder wird diesen Hund mitnehmen – unseren zweiter Hund nehme ich dann auf die Niederjagd mit, diese ist auf einzelne Tage fixiert», erklärt Kummer. «Wir sind fünf Jäger in der Familie: Mein Vater, meine Brüder und ich starten jeweils gemeinsam von der Jagdhütte aus, danach trennen sich unsere Wege.»

Dass sich die Familie dabei «ins Gehege» kommen könnte, befürchtet die Bitscherin nicht. «Das wäre auch nicht sonderlich tragisch, wenn es der Fall wäre, wir freuen uns für einander.» Trotzdem kann es ab und zu heikle Situationen mit anderen Jägern geben – Kummer blieb aber bis anhin verschont von solchen Fällen.

«Bei Mama schmeckt es am besten»

Das Fleisch wird teilweise für den Eigenverbrauch geschossen; alle, bis auf die Mutter von Kummer, essen gerne Wild. «Meine Mutter bereitet das Fleisch aber zu. Im Restaurant verzichte ich hingegen oft auf Wild – denn bei Mama schmeckt es einfach am Besten; zudem haben wir jeweils sehr gutes Wildfleisch zuhause.»

Im Bekanntenkreis, der ständig wachse, verkaufe man denn auch Fleisch weiter. «Meistens verkaufen wir das halbe oder ganze Tier weiter. Die Käufer können danach selber entscheiden, ob sie oder wir das Tier zum Metzger bringen, um es portionieren zu lassen.»

rul

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Kommentare

  • Domian - 03

    Was bewegt einen Menschen, andere Lebewesen aus Spaß zu morden?
    Was ist im Leben eines solchen Menschen schiefgelaufen?
    Emotionale Intelligenz = 0.
    Das Herz solcher Menschen ist lediglich eine Blutpumpe.....
    Was für ein jämmerliches Leben ohne Liebe zur Schöpfung und Natur, wo das
    Töten im Vordergrund steht.
    Empfohlene Bildung: Von der Jagd und den Jägern: Bruder Tier und sein Recht zu leben
    und
    Die Leidenschaft des Jägers.

    "Exorbitanter Lusteffekt beim Töten"
    Der Psychoanalytiker Paul Parin beschreibt in seinem Buch Die Leidenschaft des Jägers, wie er den Höhepunkt beim Schuss als Orgasmus erlebte, als er als Dreizehnjähriger seinen ersten Haselhahn erlegte: »Ich drücke ab, höre keinen Knall, spüre den Rückstoß nicht. Ich bin aufgesprungen, blind und taub stehe ich da. Eine unerträgliche Spannung, irgendwo im Unterleib, etwas muss geschehen. Plötzlich löst sich die Spannung, in lustvollen
    Stößen fließt es mir in die Hose, nein, es ist das, der wunderbare Samenerguss, der erste bei Bewusstsein. Ich stehe aufgerichtet, das Gewehr in der Linken, kann wieder hören und kann sehen. - Dort liegt die Beute, ein Haufen bunter Federn.«

  • Hugo - 811

    Überall diese Berichte von dieser jungen Jägerin, aber anhand der "vielen" Kommentare, sieht man schon, das es langsam keinen mehr interessiert:-)

  • Hans - 510

    Blickgirl auf der Jagd :-)

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