Abschuss soll auch ohne tote Schafe möglich sein
Nationalrat will Lockerung des Wolfschutzes
Ein Wolf im Obergoms im Wallis (Archiv)
Foto: Keystone
Der Schutz des Wolfes in der Schweiz soll gelockert werden. Nach dem Ständerat hat auch die Umweltkommission des Nationalrates (UREK) einen Vorstoss von Stefan Engler (CVP/GR) für eine Regulierung der Bestände gutgeheissen.
Mit 21 zu 0 Stimmen bei 2 Enthaltungen beantragt die Kommission ihrem Rat, der Motion zuzustimmen, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten. Die UREK nahm dabei zur Kenntnis, dass die Arbeiten am neuen Wolfskonzept sistiert wurden und die Verwaltung stattdessen zügig die Revision des Jagdgesetzes in Angriff nehmen will, wenn der Nationalrat der Motion zustimmt. Das Geschäft ist für den 4. Dezember traktandiert.
Abschuss ohne tote Schafe
Die Motion fordert den Bundesrat auf, das Abschiessen von Wölfen zu ermöglichen, bevor diese Schaden angerichtet haben. Statt wie bisher den Schutz des Wolfes in den Vordergrund zu stellen, sollen die Interessen der Landwirtschaft, der Jagd, der öffentlichen Sicherheit und des Tourismus gleich hoch gewichtet werden.
Heute darf ein Wolf nur dann geschossen werden, wenn er Schafe reisst, grosse Schäden beim Wild anrichtet oder Menschen erheblich gefährdet. Für den Abschuss braucht es eine Ausnahmebewilligung. Nach Ansicht des Ständerates und der Nationalratskommission ist dieses Konzept angesichts der wachsenden Wolfspopulation überholt.
Keine Schweiz ohne Wolf
Es solle weder eine Schweiz ohne Wolf noch eine Schweiz ohne Wolfsregulierung geben, fordert die Nationalratskommission. Motionär Engler hatte im Ständerat festgestellt, mit einer neuen Regelung könnte die Akzeptanz des Wolfes bei der betroffenen Bevölkerung verbessert werden.
Nach Englers Vorschlag würde für ein bestimmtes Gebiet eine maximal tolerierbare Anzahl Wölfe festgelegt. Eine solche Regulierung der Wolfsbestände wäre laut dem Bundesrat vereinbar mit der Berner Konvention über den Schutz wildlebender Tiere und Pflanzen.
Der Wolf hat in den letzten Jahren in der Schweiz wieder Fuss gefasst. Die ersten Wölfe waren 1995 aus Italien eingewandert. Derzeit leben gemäss der Schweizer Raubtierforschungsstelle KORA 20 bis 25 Wölfe in der Schweiz.









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Kommentare
petra John - ↑0↓0
Ist der Wolf im Wald ist der Wald gesund! Der Wolf ist natürlich und gehört zu unserer Natur!
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Arnold Wolff - ↑0↓0
Jetzt wird wieder die traditionnelle Wolfshetze losgetreten obwohl noch niemand durch Wölfe zu Schaden gekommen ist. Unsere Natur bracht den Wolf. Objektiv gesehen ist das Risiko grösser von einem Jäger angeschossen als von einem Wolf gebiessen zu werden. Wölfe haben weniger Lobby als Jäger....
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eg - ↑0↓0
Die Lockerung bringt nichts ,nur der totale Abschuss ist eine Lösung für die, durch den Wolf arg gebeutelte Bergbevölkerung ,wann begreifen das endlich die Politiker .
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Eifach eine - ↑0↓0
Ab und zu habe ich echt das Gefühl es gäbe im Wallis nur mehr das leidige Wolf Thema. Würden sich die Politiker hier im Oberwallis mal z.B für wichtige Sachen wie die Autobahn etc.. auch so einsetzen, wetten wir hätten die A-Bahn schon 2x gebaut? Aber Okay, der 0815 Büezer wählt mal halt keine SVP/CVP Fuzzis nach Bern... Sind halt oft nur Bauern / Winzer und Alte Menschen...
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eg - ↑0↓0
Der grösste Fuzzi bist wahrscheinlich du, und wahrscheinlich noch ein Grüner von dieser Sorte gibt es eh schon zufiele.
peti - ↑0↓0
"...könnte die Akzeptanz des Wolfes bei der betroffenen Bevölkerung verbessert werden. Wieso diese Pression? "Nein, die alleine betroffene Bevölkerung wird es nicht akzeptieren, weil nur sie wirtschaftlich und kulturell Schaden nimmt, nicht das verstädterte Unterland, das sich halt im Berggebiet für seine Freizeit ein (Wolfs-) Gärtchen vorstellt. Sollen sie es in ihrem Zoo einrichten.
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