Geschichte | Eröffnung des neuen Walliser Staatsarchivs

Auf uralter Stätte erbaut

Staatsarchivar Alain Dubois vor den langen unterirdischen Gängen des neuen Staatsarchivs.
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Staatsarchivar Alain Dubois vor den langen unterirdischen Gängen des neuen Staatsarchivs.
Foto: Walliser Bote

Quelle: 1815.ch /wek 0

Am Samstag ist das neue Walliser Staatsarchiv in Sitten feierlich eröffnet worden. Einen besseren Ort für dessen Errichtung hätte man sich nicht aussuchen können. Denn es ist auf einer Stätte erbaut, wo sich die ältesten landwirtschaftlichen Artefakte nördlich der Alpen finden liessen. Deren Ursprung reicht zurück in die Zeit von 5500 vor Christus.

An dieser Stelle fand man entlang des alten Bachbetts der Sionne die Überreste einer ständig bewohnten Siedlung. «Und was höchst interessant ist: schon damals wehrten sich die Menschen gegen Hochwasser. Die Archäologen fanden dort nebst menschlichen und tierischen Knochen sowie Keramikresten auch die Reste von Palisaden, welche dazu dienten, das Übertreten der Sionne zu verhindern», teilte Kantonsarchivar Alain Dubois mit.

Die rund 5500 Jahre alten Belege von landwirtschaftlicher Nutzung sind aber bei weitem nicht die ältesten Fundstücke. In einer Schicht, die heute rund 14 Meter tief im Boden liegt, fanden sich Spuren von Asche, die darauf schliessen lassen, dass schon 9000 vor Christus damals Menschen an der Sionne lebten.

Kosten von 10,4 Millionen Franken

Auf dieser historischen Stätte stand lange Zeit ein Zeughaus, das im letzten Jahr für rund 10,4 Millionen Franken zum neuen Walliser Kantonsarchiv umgebaut worden ist. Heute sind die wichtigsten geschichtlichen Artefakte in sieben verschiedenen Standorten verteilt untergebracht. Ab kommender Woche werden die rund 130 Millionen Artefakte in den nächsten sieben Monaten zentralisiert im neuen Staatsarchiv untergebracht. «Dabei hilft uns der Zivilschutz», teilt Dubois mit.

Platz genug bietet das Staatsarchiv. Auf drei unterirdischen Stockwerken bietet es Platz für 32 Laufkilometer Regale. Jedes Stockwerk ist 70 Meter lang, 15 Meter breit und drei Meter hoch. «Wenn wir alles hierher gezügelt haben, sind aber lediglich 17 Laufkilometer belegt. Wir haben also für die kommenden Jahrhunderte noch genügend Platz», so Alain Dubois. Kurios dabei: erbaut wurde das neue Archiv von der Pensionskasse des Kantons, der PKWAL. 2,5 Millionen Franken steuerte der Bund bei, den Rest der 10,4 Millionen berappt die PKWAL. Diese vermietet das meist unterirdisch angelegte Gebäude für die nächsten 50 Jahre an den Kanton.

Gestern fanden sich zahlreiche Menschen im ehemaligen Arsenaux ein, um das Bauwerk zu bewundern. Einige Gustostücke wurden dabei ebenfalls zur Schau gestellt. Wir etwa die älteste noch bekannte und erhaltene Landkarte des Wallis. Diese stammt aus dem Jahre 1540 und ist erst vor wenigen Jahren von einer Privatperson auf e-bay ersteigert worden. «Für nur wenige Dutzend Euro, übrigens», bertont Dubois.

Dereinst wird aber auch das älteste, überhaupt archivierte Relikt längst vergangener Tage am neuen Standort gelagert sein. Es handelt sich um ein Dokument aus dem Jahrhe 1005, in dem Hugo, Bischof von Sitten und sein Namensvetter Hugo, Bischof von Genf, territoriale Grenzen in der Gegend von Villeneuve festlegen. Und auch das jüngste Artefakt der Geschichte wird bald im Arsenaux gelagert: ein Vertrag, in dem die beiden Kantone Wallis und Tessin die exakte Grenze zwischen beiden Kantonen am Nufenen festlegen. Dies geschah aber erst vor zwei Jahren.

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