Zuwanderung | Schutzklausel-Idee überzeugt nur bedingt

SVP und SP sind mit Ideen zur Schutzklausel nicht glücklich

Der Bundesrat will die Zuwanderung aus der EU mit einer Schutzklausel begrenzen (Symbolbild).
1/1

Der Bundesrat will die Zuwanderung aus der EU mit einer Schutzklausel begrenzen (Symbolbild).
Foto: Keystone

Quelle: SDA 04.12.15 1
Artikel teilen

Für SVP und SP sind die Vorschläge des Bundesrats zur Umsetzung der Zuwanderungsinitiative unbefriedigend. Die Wirtschaft begrüsst die Stossrichtung, sorgt sich jedoch um den Erhalt der Bilateralen.

Artikel zum Thema

  • Bundesrat will Zuwanderung mit Schutzklausel steuern

Für SVP-Präsident Toni Brunner spielt der Bundesrat ein weiteres Mal auf Zeit. "Wir sind gleich weit wie vor knapp zwei Jahren", erklärte der St. Galler Nationalrat. Die Schutzklausel bleibe ein theoretisches Konzept und liefere keine Antwort auf die Verminderung der Zuwanderung.

"Es ist mir ein Rätsel, wie mit einem Schwellenwert, der erst im darauf folgenden Jahr berücksichtigt würde, die Zuwanderung begrenzt werden kann", kritisierte Brunner am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Die Wirtschaft habe zudem bereits seit dem Entscheid vom 9. Februar diese Idee ins Spiel gebracht. Für Brunner bleibt der Bundesrat sehr vage. Er habe weder den Mechanismus dargelegt noch eine beurteilbare Lösung präsentiert.

CVP kritisiert Verhalten der SVP

Etwas versöhnlicher geben sich die Mitte-Parteien. Für CVP-Präsident Christophe Darbellay war es höchste Zeit, dass der Bundesrat sich für die Schutzklausel entschieden hat. "Wir haben zwei Jahre verloren wegen der ideologischen Blockade."

Für Darbellay geht die Schutzklausel in die richtige Richtung und stellt ein guter Weg dar, um die Zuwanderung zu begrenzen, wie es die Initiative der SVP fordert.

Ins gleiche Horn stösst die BDP, welche die Vorentscheide des Bundesrates begrüsst. Die Schweizer Wirtschaft sei aber auch bei einer tiefen Zuwanderung auf qualifizierte Arbeitskräfte angewiesen, schreibt die Partei. Die Förderung inländischer Arbeitskräfte gelte es deshalb mit aller Konsequenz voranzutreiben.

FDP und Wirtschaft begrüssen Vorschläge

Auch FDP-Präsident Philipp Müller steht hinter den präsentierten Umsetzungsplänen, auch wenn die Regierung dabei "sehr unklar" bleibe. Nachdem eine Schutzklausel schon seit langer Zeit diskutiert werde, sei nun auch der Bundesrat auf diesen Zug aufgesprungen, sagt Müller gegenüber der sda: "Das ist grundsätzlich begrüssenswert."

Positiv zu den vom Bundesrat skizzierten Ideen äusserte sich auch economiesuisse-Präsident Heinz Karrer. Mit der Schutzklausel erhöhe sich die Chance auf eine Einigung mit der EU und damit auf den Fortbestand der bilateralen Verträge. Rechtssicherheit sei aber erst gegeben, wenn die EU sich mit der Schutzklausel einverstanden erkläre. "Wir gehen davon aus, dass der Bundesrat alles Erdenkliche dafür tut."

Der Wirtschaftsdachverband appellierte an alle politischen Kräfte von links bis rechts, Hand zu bieten für eine konstruktive und wirtschaftsverträgliche Gesetzeslösung.

Eine solche fordert auch der Schweizerische Gewerbeverband sgv. "Eine Kündigung der bilateralen Verträge hätte fatale Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft", schreibt der sgv.

SP spricht von Placebo fürs Volk

Die SP kann mit den vom Bundesrat vorgestellten Varianten zur Umsetzung der Zuwanderungsinitiative hingegen "nichts anfangen". Die vorgeschlagene Schutzklausel sei nur ein Placebo für die Bevölkerung. Die wahren Probleme, die zur Annahme der Initiative geführt hätten, blieben dadurch ungelöst.

Die zweite Variante, wonach der Bundesrat die Schutzklausel einseitig einführen will, käme aus Sicht der SP gar einem "offenen Vertragsbruch" gleich. Ein solcher Bruch hätte den Wegfall der Bilateralen I zur Folge und wäre "das Gegenteil von Rechtssicherheit", sagte SP-Fraktionspräsident Roger Nordmann der sda.

Beziehung zur EU in Gefahr

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) sieht im Vorschlag des Bundesrats neben einigen positiven Elementen auch Gefahren für die Arbeitnehmenden in der Schweiz. Eine allfällige einseitige Einführung einer Schutzklausel berge die grosse Gefahr, dass das geregelte Verhältnis zur EU nachhaltig gestört werde. Das Verhältnis zum "wichtigsten Wirtschaftspartner" sei für ein kleines Land wie die Schweiz essenziell, hielt der SGB fest.

04. Dezember 2015, 19:31
Artikel teilen

Artikel

Kommentare

  • omo - vor 10 Jahre ↑4↓2

    die wischi-waschi-mitteparteien und die wirtschaftsbonzen finden die vom bundesrat vorgeschlagene lösung gut - beweis genug, dass sich mit dieser scheinlösung überhaupt nichts ändern wird!!! sommaruga ist gar nicht daran interessiert , den volkswillen zu respektieren und durchzusetzen! solche leute haben in der regierung nichts zu suchen und sollten besser heute als morgen zurücktreten!!!

    antworten

Kommentar

schreiben

Loggen Sie sich ein, um Kommentare schreiben zu können.

zum Login
Corona Infoseite

Wallis: Abgesagt oder verschoben wegen Corona

Veranstaltungen

  • Hier ansehen.
  • Newsticker
  • Meistgelesen
  • 20:00 Ab morgen ein neues News-Portal für das Oberwallis
  • 19:45 Polizei löst Party auf
  • 17:00 Eine Region – ein News-Portal
  • 16:21 Update: Flächenbrand in Törbel verläuft glimpflich
  • 12:47 Staubtrockene erste Aprilhälfte
  • 09:58 Türkischer Präsident Erdogan lehnt Rücktritt seines Innenministers ab
  1. «Wir mussten aus Paraguay fliehen»
  2. Wahlbetrug: Wann löst die Staatsanwaltschaft das Rätsel auf?
  3. Fotografen zelten fürs perfekte Bild illegal am Stellisee
  4. 20 Prozent mehr Jet-Flüge am Militärflugplatz Emmen
  5. Die höchstgelegene Käserei
  6. «Der Beruf ist abwechslungsreicher, als viele denken»
Aktuelle Verkehrsmeldungen

Kolumne | Diese Woche zum Thema:

Offene Fragen zur Corona-Pandemie

Peter Bodenmann und Oskar Freysinger schreiben bis auf weiteres im Walliser Bote.

RZ | Der ehemalige SP-Schweiz-Präsident und Hotelier Peter Bodenmann und Alt-Staatsrat und [...]

Oberwalliser Baby-Galerie

Valentina Heidi StuderMelina BellwaldOskar Derk Ottenkamp
zur Baby-Galerie
Anmeldung - WB Newsletter

Walliser Bote - Newsletter

    Täglich informiert mit dem WB-Newsletter!
  • Jetzt registrieren unter: www.1815.ch/newsletter

1815.märt - Jetzt inserieren

Hier können Sie Ihre Inserate direkt, günstig und flexibel im Walliser Bote und der Rhone Zeitung aufgeben.

Logo WalliserBote
  • Walliser Bote - Stellen
  • Walliser Bote - Immobilien
  • Walliser Bote - 5 Liber
  • Walliser Bote - Fahrzeuge
  • Walliser Bote - Diverses
  • Walliser Bote - Erotik
Logo Rhonezeitung
  • Rhone Zeitung - Inserate
  • Rhone Zeitung - 5 Liber
  • Rhone Zeitung - Baby Galerie - Kostenlos

Publikationen 2020

  • WB Publikationen 2020 [PDF]
  • RZ Publikationen 2020 [PDF]
Tweets von @1815_online
Rotten Verlag News

Kultur Wallis

    mehr

    Kursangebote

    Fehler beim laden der XML Datei

    mehr

    Das Walliser Erlebnismagazin

    Bergluft

    • Bergluft Nr. 30 [PDF]
    • Bergluft Nr. 29 [PDF]
    • Bergluft Nr. 28 [PDF]
    • Bergluft Nr. 27 [PDF]
    • Bergluft Nr. 26 [PDF]
    • Bergluft Nr. 25 [PDF]
    • Bergluft Nr. 24 [PDF]
    • Bergluft Nr. 23 [PDF]
    SVP und SP sind mit Ideen zur Schutzklausel nicht glücklich | 1815.ch
    • Login
    • ePaper
    • Babies
    • Umfragen
    • Videos
    • Bilder
    • Wetter
    • Suchen
    • 1815 Märt
    • Abo
    • Werbung
    • Newsletter
    • Impressum
    • Kontakt
    • Leser-Reporter
    Mengis Gruppe: Pomona Media AG
    Rotten Verlags AG
    Alpmedia AG
    1815.ch
    Wetter-Cam
    : °/°
    • Login
    • Abo
    • Werbung
    • Newsletter
    • Kontakt
    • Leser-Reporter
    • Babies
    • Umfragen
    • Bilder
    • Videos
    • Sie sind hier:
    • Home
    • News
    • Wallis
    • Aktuell
    • SVP und SP sind mit Ideen zur Schutzklausel nicht glücklich

    Sitemap

    Impressum

    NEWS

    • Wallis
    • Schweiz
    • Ausland
    • Sport

    ABONNEMENTS

    • Aboservice
    • Alle Aboangebote
    • Probeabo
    • Ferienumleitung
    • Adresse ändern

    VERLAG & SERVICES

    • Regio Info
    • RSS
    • Werbung
    • Tarifdoku: WB, RZ, 1815

    MENGIS GRUPPE

    Pomonastrasse 12
    3930 Visp
    Tel. +41 (0)27 948 30 30
    Fax. +41 (0)27 948 30 31
    • Kontakt

     

    • Mengis Druck und Verlag AG
    • Rotten Verlags AG
    • Alpmedia AG

    © 2026 Mengis Druck und Verlag AG - Alle Rechte vorbehalten | Kontakt | Impressum | Datenschutzerklärung | AGB Abo | AGB Werbung | AGB 1815.club | AGB Rotten Verlags AG

    Website by update AG, Zürich