Energie | Zukunft der Wasserkraft

Wasser zum Walliser Energie-Apéro

Jean-Michel Cina bei seinem Referat beim Energie-Apéro.
1/1

Jean-Michel Cina bei seinem Referat beim Energie-Apéro.
Foto: zvg

Quelle: 1815.ch 0

Das erste Energie-Apéro dieses Frühjahrs hat sich am Dienstagabend der Zukunft der Wasserkraft gewidmet. Vor einem 200 köpfigen Publikum im Zeughaus Kultur in Brig-Glis zeigten die Referenten Marktchancen, Potenziale und Umweltaspekte zum Thema auf.

Zu Beginn des Abends legte Staatsrat Jean-Michel Cina die Walliser Energie-Politik und deren stetig wandelndes Marktumfeld dar. «Sollen die strombezogenen Ziele der Energiestrategie 2050 erreicht werden, muss die tragende Rolle der Wasserkraft nicht nur mit Lippenbekenntnissen anerkannt werden». Cina fordert gleich lange Spiesse im internationalen Wettbewerb. «Nötig sind protektionistische Massnahmen zugunsten unserer Wasserkraft». Die Herausforderungen der Wasserkraftnutzung gingen weit über die Wasserzins-Frage hinaus.

Energiepolitischer Trumpf

Für Roger Pfammatter ist die bestehende Wasserkraft der energiepolitische Trumpf der Schweiz und wichtigster Pfeiler der Versorgungssicherheit. Der Geschäftsführer des Schweizerischen Wasserwirtschaftsverbands (SWV) mahnte in seinem Referat «Schweizer Wasserkraft – Auslaufmodell oder Zukunftsmusik?» davor, die Instandhaltung und Modernisierung der Kraftwerke als Selbstläufer zu betrachten. «Es braucht Millioneninvestitionen und entsprechende Erträge, die im internationalen Marktumfeld seit geraumer Zeit nicht mehr erwirtschaftet werden können». Pfammatter zeigte auf, dass die mit der Energiestrategie 2050 vorgesehene Marktprämie notwendig ist, aber bei weitem nicht ausreicht. Es brauche weitere Anstrengungen: «Ein neues Strommarktdesign, um die Erträge zu erhöhen und eine Reform der Abgabenpolitik, um die Kosten zu reduzieren.»

Zielkonflikt zwischen Klimaschutz und Biodiversität

Das letzte Referat richtete das Augenmerk auf die Umweltaspekte. Aus der Sicht von Pro Natura zeigte sich Luca Vetterli skeptisch gegenüber kurzfristigen Betrachtungen. In Zukunft rücke ein grundlegender Zielkonflikt ins Blickfeld: Derjenige zwischen Klimaschutz und Erhaltung der Biodiversität. «Aus Klimasicht liefert Wasserkraft den besten Strom und die Speicherkraft schafft darüber hinaus einen Ausgleich zu unregelmässig anfallendem erneuerbarem Strom». Die Kehrseite der Medaille sieht Vetterli in der Erhaltung der Biodiversität. «Kein anderer Lebensraumtyp der Schweiz erlitt bis heute einen so hohen Artenverlust und Verdrängung durch standortfremde Arten wie unsere Gewässer.» Die Wasserkraft trage eine Mitverantwortung dafür. Für die Zukunft der Wasserkraft sei deshalb ein Interessenausgleich unabdingbar. Sowohl bei der Planung auf übergeordneter Ebene als auch bei Einzelprojekten gehe es darum, eine möglichst hohe und flexible Wasserkraftproduktion bei möglichst geringen Umwelteinwirkungen zu erzielen.

pd/noa

Artikel

Kommentare

Noch kein Kommentar

Kommentar

schreiben

Loggen Sie sich ein, um Kommentare schreiben zu können.

zum Login
Corona Infoseite

Wallis: Abgesagt oder verschoben wegen Corona

Veranstaltungen

Heute im WB

Aktuelle Verkehrsmeldungen

In der aktuellen RZ

Kolumne | Diese Woche zum Thema:

Offene Fragen zur Corona-Pandemie

Peter Bodenmann und Oskar Freysinger schreiben bis auf weiteres im Walliser Bote.

RZ | Der ehemalige SP-Schweiz-Präsident und Hotelier Peter Bodenmann und Alt-Staatsrat und [...]

Oberwalliser Baby-Galerie

Lia BiderbostLola Finnley SchallerLorenzo Justino Azevedo
zur Baby-Galerie
Anmeldung - WB Newsletter

Walliser Bote - Newsletter

1815.märt - Jetzt inserieren

Hier können Sie Ihre Inserate direkt, günstig und flexibel im Walliser Bote und der Rhone Zeitung aufgeben.

Rotten Verlag News

Sitemap

Impressum

MENGIS GRUPPE

Pomonastrasse 12
3930 Visp
Tel. +41 (0)27 948 30 30
Fax. +41 (0)27 948 30 31